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Die türkische Gemeinde feiert den 89. Gründungstag ihrer Republik im alten Hallenbad

„Es ist schön, dass Sie hier bei uns leben“

Hameln (wft). Es war eine echte Premiere für die türkische Gemeinde in Hameln und in der Region: Zum ersten Mal wurde die Proklamation der türkischen Republik am 29.Oktober 1923 nicht in den gemeindeeigenen Räumen gefeiert, sondern im alten Hallenbad. Zwischen 400 und 500 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, aber auch besonders eingeladene deutsche Gäste, hatten sich versammelt, um auch des Staatsgründers Kemal Atatürk zu gedenken.

veröffentlicht am 05.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 06:41 Uhr

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Prominentester Gast der liebevoll vorbereiteten Veranstaltung war der türkische Generalkonsul in Hannover, Tunca Özcuhadar. In einer auf Deutsch und Türkisch gehaltenen Ansprache würdigte er vor allem die herausragende Leistung Atatürks und seiner Gefolgsleute nach einem langen Freiheitskampf, die Grundlagen für die heutige moderne Türkei geschaffen zu haben. Ihm sei es zu verdanken, „dass die Frauen in diesem Staat gleichberechtigt leben“, hob er als einen der ersten Punkte der politischen Programmatik Atatürks hervor. Kultur und Wissenschaft hätten die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Türkei der moderne Staat sei, den das Land heute darstelle. Und mit der Parteiendemokratie sei das Parlament zu einem Ort des Meinungsaustausches geworden, in dem die anstehenden Probleme des Landes gelöst würden.

Was vielen Deutschen vermutlich nicht bekannt ist: Die Türkei steht heute mit ihrer Wirtschaftsleistung im europäischen Vergleich an der sechsten Stelle und ist weltweit die Nummer 17. „Zum 100. Geburtstag wollen wir weltweit auf Platz zehn stehen“, erklärte Özcuhadar. Als die Republik 1923 gegründet wurde, habe sie Waren im Wert von 55 Millionen Dollar exportiert, berichtete der Generalkonsul. Heute liege diese Zahl bei fast 135 Milliarden Dollar. Beteiligt an dieser Entwicklung seien auch viele Türken, die gut ausgebildet in die Heimat zurückgekehrt seien. Özcuhadar ließ keinen Zweifel daran, dass es das Ziel seines Landes sei, Vollmitglied in der EU zu werden. Schon heute sei die Türkei Mitglied in fast jeder europäischen Institution und damit ein echtes Mitglied der europäischen Familie. Und die fast drei Millionen in Deutschland lebenden Türken seien ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft geworden. Auch das sei eine „Erfolgsgeschichte“, erklärte der Generalkonsul: „Die letzten 50 Jahre waren nicht umsonst.“

Begleitet wurde die mit einer Gedenkminute für Staatsgründer Atatürk und dem Absingen der Nationalhymne eingeleiteten Feierstunde mit Vorträgen einiger Gedichte, in denen Atatürk und die Republik gewürdigt wurden, durch folkloristische Aufführungen von Kindertanzgruppen und ein kleines Schauspiel, das am Vorabend der Staatsproklamation spielte. Zweimal pro Woche hatten die Kinder in den Gruppen dafür geübt und viel Beifall für ihre gezeigten Leistungen erhalten.

Landrat Rüdiger Butte freute sich ebenso wie Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, dass der Gründungstag hier gefeiert wird. „Es ist schön, dass Sie hier bei uns leben.“ Zwischen Deutschen und Türken bestehe ein hervorragender Dialog, der weiter intensiviert werden solle und zu einer starken Zukunft in der Region und Hameln führen werde.



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