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Prozess um Disko-Schießerei / Angeklagter Hussein M. belastet seinen ehemaligen Freund Farhad B.

„Es ging um die Tür und auch um Schutzgeld“

Hameln/Hannover. Wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Und worum ging es den Angreifern wirklich? Auch am zweiten Tag im Prozess um die Schießerei vor der Hamelner Diskothek „Nachtschicht“ am Multimarkt, die sich am 7. Februar 2008 ereignete, hat die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Hannover versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Mehr als drei Stunden vernahm Wolfgang Rosenbusch, Vorsitzender Richter des Schwurgerichts, den wegen versuchten Totschlags angeklagten Hussein M. aus Hameln. Der 28-Jährige stand zwar der Kammer Rede und Antwort. Auf Fragen der acht Verteidiger oder des Staatsanwalts antwortete der Mann jedoch nicht.

veröffentlicht am 26.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 05:21 Uhr

Hussein M. (kleines Bild) sagte gestern gegen seinen ehemaligen

Autor:

Ulrich Behmann
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Hussein M. belastete seinen ehemaligen Freund und Mitangeklagten Farhad B. (24) schwer, indem er sagte: „Er war auf Streit mit den türkischen Türstehern der Disko aus. Er wollte Stress machen, hat tagelang von nichts anderem mehr geredet.“ M. schilderte Farhad B. als Scharfmacher, als einen, der die Konfrontation gesucht habe. Einmal sei B. sogar in ein kurdisches Café gegangen und habe dort behauptet: „Die Türken (gemeint waren vermutlich die Wachleute von der „Nachtschicht“) haben etwas gegen die Kurden.“

Hussein M. sagte auch: „Es ging um die Tür (der Disko) und auch um Schutzgeld. Die wollten 10 000 Euro von den Türstehern haben.“ Wen er mit „Die“ meinte, ließ er offen.

Am Tatabend traf Hussein M. seinen damaligen Kumpel Farhad B. in einem Hamelner Kick-Box-Club. B. habe ihn überredet, gemeinsam mit seinen Leuten zur Diskothek „Nachtschicht“ zu fahren. „Er hat gesagt, er wolle sich mit Türsteher Davud A. (37), mit dem er sich eine Woche zuvor geschlagen hatte, wieder vertragen. „Ich war ein Idiot, dass ich mit Farhad und den anderen zur Disko gefahren bin. Ich hatte doch Davud (das ist eigentlich ein korrekter Mensch) am 27. Januar einen Kopfstoß verpasst. Klar, dass der noch sauer auf mich war.“

Farhad B., so Hussein M., habe bereits im Box-Club eine Pistole im Hosenbund gehabt. Am Multimarkt soll die Clique etwa eine Stunde auf die Türsteher gewartet haben. Als diese schließlich auf den Parkplatz fuhren, habe ihn Davud A. gesehen. „Er ist mit einer Pistole in der Hand aus dem Auto gestiegen, hat mehrfach auf mich (mit einer Gaspistole) geschossen. Da hat Farhad gerufen: „Holt die Knarre!‘“

Osman I. (29) habe eine „Browning, Kaliber 6,35“ aus einem der Wagen geholt und ihm gegeben. Hussein M. will damit aber nur einmal in die Luft geschossen haben. Das Projektil, das wenig später einen Wachmann (37) und einen Gast (27) nur knapp verfehlte, müsse Farhad B. abgefeuert haben, so Hussein M.

Der Prozess wird am 14. April um 9 Uhr fortgesetzt.



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