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Stadtverwaltung informiert über Gestaltungsrichtlinie für Teile der Innenstadt

„Es geht uns um die Hochwertigkeit im Stadtbild“

Hameln. Will die Stadt Hameln der Gastronomie und dem Einzelhandel im Bereich von Oster- und Bäckerstraße sowie rund um den Pferdemarkt mit einer Gestaltungsrichtlinie für die Sondernutzungen ein neues eng anliegendes Korsett verordnen? Was von einzelnen Stimmen im Vorfeld als potenzielles Ärgerthema vermutet worden war, erwies sich am Dienstagabend in der Kurie Jerusalem während einer Informationsveranstaltung mit Stadtbaurat Hermann Aden, dem Fachbereichsleiter für Planen und Bauen, Volker Mohr, der Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung und Planung, Michaela Klank, Christine Barner (Ordnungsamt) und Dieter Lentge (Stadtplanung) als wenig explosiv. Kritik, so die Meinung am Ende der Präsentation und Diskussion des vorgelegten Entwurfs, habe es nur an Einzelpunkten gegeben.

veröffentlicht am 28.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Worum geht es? Mit der Gestaltungsrichtlinie soll die Innenstadt als „zentraler und gestalterisch ansprechender Einkaufsbereich langfristig gestärkt werden“. Als Mittel dazu sollen vor allem knallige Signalfarben aus dem Stadtbild verbannt werden, das Mobiliar eine gehobene Qualität aufweisen und die Sonnenschirme weder zu klein noch zu groß gestaltet sein, wie Michaela Klank den Entwurf erläuterte. Vor allem soll die Möblierung betriebsbezogen in Form, Material und Farbe einheitlich gestaltet werden. Als Materialien seien vorrangig Stahl, Aluminium, Holz, Natur- oder Kunststoffgeflechte zu verwenden, wobei auch Kombinationen zulässig sein sollen. Hochwertige Vollkunststoffmöbel könnten „ausnahmsweise“ zugelassen werden, heißt es in dem Entwurf der Richtlinie. „Einfache Monoblockmöbel aus Kunststoff sind unzulässig.“ Die seien geeignet für den privaten Garten, nicht aber für die Fußgängerzone. Für die Farbgebung empfehlen die Planer gedeckte Natur- und Pastelltöne von Cremeweiß bis Betongrau, von Purpurviolett bis Pastellblau.

Für die Warenauslagen wird in dem Entwurf vorgeschlagen, sie ebenfalls betriebsbezogen „nach einem einheitlichen Konzept und in einer ansprechenden Art und Weise auf mobilen Warenträgern zu präsentieren“. Warenauslagen auf Paletten, in Drahtcontainern, Waschkörben oder Kartons seien unzulässig und dürften bestimmte Größen nicht überschreiten. Auch Pflanzgefäße seien in Form, Material und Farbe einheitlich zu gestalten. Verbannen will die Stadt jegliche exotische Pflanzen. „Palmen gehören nicht in unser Stadtbild“, meinte Stadtbaurat Aden. Vorgeschlagen werden als Beispiele Buchsbaum, Lorbeer, Rosen, Ziergehölze und Stauden, die in jedem Fall nicht aus Plastik sein dürften. Was Aden am Ende auf Einwendungen von Annett und Bernhard Renner wieder einschränkte. „Wenn die künstlichen Pflanzen täuschend ähnlich aussehen, kann auch eine Lösung aus Kunststoff möglich sein. Es geht uns um die Hochwertigkeit im Stadtbild.“ Außerdem müsse die Richtlinie „so lebendig sein, dass hochwertige Ausnahmen gemacht werden können“. Und: „Wir dürfen die Richtlinie nicht zu starr anwenden. Das werden wir üben müssen.“ Auch Stadtmanager Dennis Andres betonte: „Wir wollen keine Gängelei derjenigen, die sich ohnehin schon Mühe geben.“ Es gehe um Grabbeltische oder minderwertige Ware. „Die meisten machen es wirklich richtig.“ Aber wenn einer heraussteche, ziehe der Nächste nach. „Nimmt sich dagegen jeder etwas zurück, profitieren alle davon“, meinte Andres. Ohnehin sei der Entwurf „relativ weich“. Er kenne andere Städte, wo die Farbvorgabe einheitlich sei. „Das wollen wir nicht.“

Plane ein Gastronom oder Einzelhändler eine Anlage vor seinem Betrieb, sei es besser, mit der zuständigen Abteilung zu sprechen, ob Farbgebung und Materialien der Richtlinie entsprächen, empfahl der Stadtplaner Dieter Lentge. „Erst teuer zu kaufen und dann zu diskutieren, ist wenig sinnvoll.“ Immerhin will die Stadt den Unternehmen, die mit ihrer Form der Präsentation heute nicht der Richtlinie entsprechen, drei Jahre einräumen, sich den Vorgaben anzupassen.

Ein wenig enttäuscht waren die Vertreter der Stadtverwaltung darüber, dass von den rund 150 eingeladenen Betrieben nur ganze 20 einen Vertreter zu der Informationsveranstaltung geschickt hatten.

Warenauslagen, wie diese in der Bäckerstraße, sollen künftig ansprechender präsentiert werden. wft



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