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Neun von zwölf Feuerwehrhäusern genügen den gesetzlichen Anforderungen nicht

Es droht die nächste Millionen-Baustelle

Hameln (ni). Hamelns Feuerwehren sorgen für die Sicherheit der Bürger. Doch jetzt kam heraus: Ihre eigenen Gebäude erfüllen die gängigen Sicherheitsstandards nicht. Neun von insgesamt zwölf Feuerwehrhäusern in den Ortsteilen weisen gravierende Mängel auf. Kommen nach den Abwasserkanälen jetzt noch weitere Millionen-Investitionen im Baubereich auf die Stadt zu?

veröffentlicht am 07.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:21 Uhr

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Aktenkundig wurden die Mängel im Rathaus durch die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen. Experten der gesetzlichen Versicherung für die Feuerwehren des Landes hatten vor einigen Monaten alle Häuser der Hamelner Ortsfeuerwehren unter die Lupe genommen und überprüft, ob die Gebäude den diversen DIN-Vorschriften zur Arbeitssicherheit genügen. Einen Unbedenklichkeitsstempel erhielten nach dieser Kontrolle allein die Feuerwehrhäuser in Holtensen und Welliehausen. Hilligsfeld schnitt auch noch einigermaßen gut ab.

„Alle anderen Feuerwehrhäuser sind zu klein für die Einsatzfahrzeuge“, fasst Dieter Schur zusammen, was die Unfallkasse moniert hat. Der Grund dafür liege nicht etwa in zu klein gebauten Fahrzeughallen, sondern in „den Fahrzeugen, die im Laufe der Jahre immer größer geworden sind, weil sie immer besser ausgerüstet wurden“, so der Leiter des für die Feuerwehren zuständigen Fachbereichs im Hamelner Rathaus. Die Folge ist, dass die von der Unfallkasse geforderten Abstände zwischen Feuerwehrautos und Garagenwand nicht mehr eingehalten werden. Mindestens 50 Zentimeter Luft müssen danach zwischen den geöffneten Fahrzeugtüren und der Wand sein, damit die Feuerwehrleute, wenn sie zum Einsatz gerufen werden, gefahrlos „aufsitzen“ können.

Für die 29 Aktiven in Haverbeck und die 39 in Halvestorf, für die Feuerwehrleute in Klein Berkel (26) und Tündern (35), Afferde (30), Rohrsen (28), Unsen (32) und Wehrbergen (26) ist so viel Platz nicht vorhanden und wird das Einsteigen jetzt per Dienstanweisung geregelt: Die Feuerwehrleute, mit Ausnahme des Fahrers, dürfen nicht mehr in der zu engen Garage in die Fahrzeuge klettern, sondern erst aufsteigen, nachdem die Autos die Halle verlassen haben. Weil es bei der Feuerwehr im Ernstfall auf Schnelligkeit ankomme, sei diese Regelung auf Dauer unbefriedigend, sagt Schur.

Was es die Stadt Hameln kosten würde, die Gebäude aller Ortswehren auf Norm-Maß zu bringen, hat die Verwaltung laut Schur noch nicht ausgerechnet. Nur soviel hätten ihm die Baufachleute im Haus schon versichert: „Wenn man für die Erweiterung in die Statik des Hauses eingreifen muss, wird es ein verdammt teurer Spaß.“ Angesichts der angespannten Haushaltslage gehe er bei der Beseitigung der Mängel von einem „mehrjährigen Programm“ aus, wobei die Politik die Reihen- und Rangfolge festzulegen habe.

Die Feuerwehrhäuser von jetzt auf gleich an die neuen Dimensionen der Löschfahrzeuge anzupassen, erwartet nicht einmal Hamelns Stadtbrandmeister. „Das können wir von der Stadt nicht verlangen“, sagt Gerhard Ra-thing. In zwei Wochen werde er sich mit den Ortsbrandmeistern zusammensetzen, um mit ihnen Vorschläge zur Lösung des Problems zu erarbeiten. Die Politik will sich morgen selbst ein Bild von der Situation machen und startet vor der Sitzung des „Feuerwehrausschusses“ zu einer Bereisung der Feuerwehrhäuser. Die Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen hat bei der Verwaltung schon angemeldet, zu allen Objekten auch Informationen über die zu erwartenden Kosten zu erhalten. „Wir können nicht über Prioritäten reden, wenn wir nicht wissen, wie teuer der Ausbau der einzelnen Gebäude wird“, sagt CDU-Fraktionschef und Gruppensprecher Claudio Griese.

Zu klein: Das Feuerwehrhaus in Wehrbergen genügt, wie viele andere, nicht mehr den heutigen Ansprüchen.

Foto: Wal

Zu klein: Das Feuerwehrhaus in Wehrbergen genügt, wie viele andere, nicht mehr den heutigen Ansprüchen.

Foto: Wal



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