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Stadt hat alle größeren Flächen veräußert / 50 neue Arbeitsplätze entstehen in einem ersten Schritt

Es brummt im Gewerbegebiet Hottenbergsfeld

Das Druckzentrum der Dewezet war der erste Neubau auf dem Gelände. Nur rund um dieses Gebäude sind noch kleinere Flächen zu haben.

veröffentlicht am 15.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 07:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Hameln (CK). Der allgemeinen Krise zum Trotz: Das Gewerbegebiet Hottenbergsfeld vor den Toren der Stadt Hameln entwickelt sich prächtig. Bis auf kleinere Restflächen in einer Größenordnung von rund 47 000 Quadratmetern rund um das Dewezet-Druckzentrum sind alle Grundstücke verkauft oder zumindest vorreserviert.

„Wir haben schon mit großen Augen geguckt, ob angesichts der pessimistischen Konjunkturprognosen jetzt der eine oder andere vom Kaufvertrag zurücktritt. Aber das hat keiner in Erwägung gezogen“, freut sich Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann. Sie glaubt, dass die künftigen Investoren – sie haben insgesamt 54 000 Quadratmeter erworben, 56 000 waren bereits vorher vergeben – ganz bewusst „auf den Standort und seine Entwicklungsmöglichkeiten“ gesetzt haben, zumal es sich teilweise um bekannte Namen handele.

Das in der zweiten Hälfte der 90er Jahre erschlossene Gewerbegebiet war mit seinen 155 000 Quadratmetern in der Politik nicht unumstritten – viele hielten es schlicht für überdimensioniert. „Durch die positive Entwicklung sind diese Kritiker mittlerweile eines Besseren belehrt worden“, sagt die Oberbürgermeisterin, die nach eigenem Bekunden „mächtig stolz“ auf das Erreichte ist. Jetzt müsse man „nach vorne denken – „wenn ein Investor käme und eine große Fläche haben möchte, können wir dem kaum etwas anbieten“.

Das Druckzentrum der Dewezet war der erste Neubau auf dem Geländ
  • Das Druckzentrum der Dewezet war der erste Neubau auf dem Gelände. Nur rund um dieses Gebäude sind noch kleinere Flächen zu haben.

„Beweis für gelungene Wirtschaftsförderung“

Lippmann sieht in dem großen Interesse potenzieller Investoren an Flächen im Hottenbergsfeld vor allem einen Beweis für eine gelungene städtische Wirtschaftsförderung. „Hier stehen wir ständig in Konkurrenz zu anderen Kommunen wie etwa Bad Münder. Aber alle Städte haben ein hohes Eigeninteresse daran, Betriebe auf ihrem Gebiet anzusiedeln, und so soll es bei aller Gemeinsamkeit ja auch sein.“ Die hohe Spezialisierung von Arbeitskräften, die bereits bei Facharbeitern beginne, mache die sogenannten „weichen“ Standortfaktoren – Kultur, Infrastruktur, Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten – immer wichtiger. „Und dieses ,Rundum-sorglos-Paket‘ kann die Stadt Hameln anbieten“, so die Oberbürgermeisterin selbstbewusst.

Das sehen auch die Investoren so. Hans-Peter Kleinschmidt etwa, Geschäftsführer von Electronic Wood Systems (EWS) im tgz auf dem Hefehof, will im August, wenn er die Geschäftsführung in jüngere Hände legt, symbolisch den ersten Spatenstich auf seinem 4400 Quadratmeter großen Grundstück im Hottenbergsfeld machen und hat sich ganz bewusst für diesen Standort entschieden. Nicht nur, weil er sich der Stadt Hameln gegenüber wegen ihrer bisherigen Förderung verpflichtet fühlt. Vielmehr sieht er auch die Interessen seiner Mitarbeiter gewahrt, die hier ein gutes Umfeld fänden.

Kleinschmidt, dessen Unternehmen Messanlagen für die Holzwerkstoffindustrie herstellt, beschäftigt bisher 13, wird aber zusätzlich acht neue Jobs schaffen. Und: „Wir möchten auch die Landschaft gestalten, mit heimischen Bäumen und einem Neubau mit sehr viel Holz.“ Denn EWS hat sehr viele Kunden aus Übersee. Und die, sagt Kleinschmidt, seien besonders sensibel, was das jeweilige Umfeld eines Betriebes angehe.

Die mit 26 6000 Quadratmetern größte Teilfläche der noch zur Verfügung stehenden Grundstücke hat sich übrigens die Cemag Holding gesichert. Der Hamelner Anlagenbauer, dessen modernes Verwaltungsgebäude das Hottenbergsfeld überragt, möchte nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Ali Memari Fard (49) auf einem angrenzenden Areal ein internationales Schulungszentrum für Mahl- und andere Techniken errichten.

Das zweitgrößte jetzt veräußerte Teilstück mit einer Größenordnung von 18 400 Quadratmetern hat sich die Firma NKR gesichert, eine Service-Gesellschaft, die ein Autopflegezentrum mit gastronomischem Angebot betreiben will.

Etwa 4000 Quadratmeter hat Marcus Berz gekauft. Nach den Worten von Dietmar Wittkop, städtischer Wirtschaftsförderer, plant er hier unter dem Namen „Blister Care“ eine Neugründung für die zielgerichtete Verpackung von Arzneimitteln mit zunächst vier Arbeitsplätzen – „eine echte Lücke“, wie Wittkop sagt. Er rechnet in einem ersten Schritt mit 50 neuen Arbeitsplätzen, die im Hottenbergsfeld entstehen und ist genauso froh über die reibungslose Vermarktung der Grundstücke wie Oberbürgermeisterin Lippmann. „Und das ist nicht zuletzt auch der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Wirtschaftsförderung und der Abteilung Grundstücksverkehr zu verdanken“, glaubt Wittkop.Kommentar: Mit Pfund gewundertDie Kassandra-Rufe sind weitgehend verhallt. Angesichts des ungebrochenen Interesses von potenziellen (und tatsächlichen) Investoren für Flächen im Gewerbegebiet Hottenbergsfeld vor den Toren der Stadt sind nun wohl auch die letzten Kritiker verstummt, die seinerzeit das Areal für völlig überdimensioniert gehalten oder gar die Notwendigkeit der Ausweisung solcher Gewerbegebiete gleich komplett infrage gestellt hatten. Wenn also die Stadt Hameln trotz der globalen Finanz- und Konjunkturkrise mit ihrem Pfund, nämlich mit ausreichend Flächen für die Ansiedlung neuer oder Verlagerung und Erweiterung bestehender Betriebe wuchern kann, dann ist dies in erster Linie einer vorausschauenden Politik geschuldet, die über den Tag hinaus gedacht hat, allen Anfeindungen zum Trotz. Nicht zuletzt aber sind es auch die guten Rahmenbedingungen, die den Standort Hottenbergsfeld so attraktiv machen: die bestehende Infrastruktur mit kulturellen und Bildungsangeboten, der hohe Freizeitwert des Weserberglandes und nicht zuletzt die gute Verkehrsanbindung. Die hat Bad Münder allerdings auch aufzuweisen: Deren Gewerbegebiet liegt ebenfalls an der B 217 und sogar noch näher an der Autobahn. Umso bemerkenswerter also, dass Hameln sich behaupten und der Konkurrenz aus der Nachbarstadt den Rang ablaufen konnte. Was jetzt wünschenswert wäre: dass das Wohngebiet Hottenbergsfeld ebenso gut läuft.c.koch@dewezet.de



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