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Sie sind die Ersten: Premiere im Hochzeitshaus:

Erstes homosexuelles Paar heiratet im Hochzeitshaus

HAMELN. Ein historisches Datum für Hameln: Sascha Nolte-Savics und Markus Savics heiraten als erstes gleichgeschlechtliches Paar im Trauzimmer des Hochzeitshauses. Auf den Tag genau ein Jahr nachdem sie an gleicher Stelle ihre gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft haben eintragen lassen. „Wir wollten den 14. Oktober, das war uns sehr wichtig“, betont Sascha Nolte-Savics. Und auch Vera Pufal, die Standesbeamtin, sollte wieder mit dabei sein.

veröffentlicht am 13.10.2017 um 15:16 Uhr
aktualisiert am 13.10.2017 um 18:27 Uhr

Sascha Nolte-Savics (li.) und Markus Savics heiraten im Hochzeitshaus. Es ist die erste Trauung eines gleichgeschlechtlichen Paares in Hameln. Foto: Privat
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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Um 11 Uhr am Samstag wird sie die beiden Männer, die seit über 20 Jahren zusammenleben, im Trauzimmer begrüßen und sie fragen, ob sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Trauformel, Ja-Wort, Niederschrift über die Eheschließung – alles wird quasi noch einmal durchgeführt. Erst dann sind Sascha Nolte-Savics und Markus Savics Mann und Mann und führen eine Ehe. „Der Titel und die Wertschätzung, das ist für uns von Bedeutung“, erzählen die beiden. Als der Bundestag das Gesetz im Juli beschlossen hatte, wussten beide: „Das machen wir!“ Die Hoffnung, dass das Gesetz auch bis zu ihrem ersten Hochzeitstag in Kraft tritt, hat sich erfüllt: „Dass wir jetzt aber die ersten in Hameln sind, das erstaunt uns schon ein bisschen“, sagt Sascha Nolte-Savics.

„Wir haben unzählige Anfragen“, berichtet Vera Pufal. Sieben Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare sind bereits terminiert. Meist auf die Zeit nach dem 1. November 2017. Denn ist das Gesetz zwar am 1. Oktober in Kraft getreten, so hinkt die Software noch hinterher – übrigens bundesweit. Dass sie mit anderen Paaren rechtlich gleichgestellt sind, macht Sascha Nolte-Savics froh. „Man ist halt doch mehr eine Familie, wenn man verheiratet ist“, sagt der 40-Jährige. Kinder adoptieren, wollen die beiden allerdings nicht. Sie haben sich und werden das im Hamelner Hochzeitshaus noch einmal offiziell bestätigen. „Wir wollen aber kein Bohei“, sagen sie. Auch ihre Eheringe wollen die beiden Männer nicht noch einmal tauschen. Ins Hochzeitshaus kommen sie daher alleine. Nach der Trauung wollen die beiden frühstücken gehen. „Wir hatten letztes Jahr eine tolle Party mit 70 Gästen und danach eine schöne Hochzeitsreise nach Florenz“, erinnern sie sich. Auch wenn das Drumherum dieses Mal nicht so groß ist: „Ein bisschen was Nettes erzähle ich aber trotzdem“, verspricht Vera Pufal. Schließlich ist das nicht nur für Hameln, sondern auch für die beiden Männer ein historischer Tag.

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