weather-image
23°

Jetzt gibt’s Grünkohl von heimischen Feldern / Kälte sorgt bei dem Wintergemüse für das süßlich-herbe Aroma

Erster Auftritt für den Star unter den Winterkohlsorten

Pünktlich zum Saisonauftakt hat in Niedersachsen die Grünkohlernte begonnen: Bis Februar gibt’s das Wintergemüse auf fast 500 Hektar Anbaufläche frisch vom Feld. Und dank der ersten Nachtfröste ist der Kohl auch schon sehr lecker; denn Kälte verwandelt die in der Pflanze enthaltene Stärke in Zucker um und sorgt so für das angenehm würzige, süßlich-herbe Aroma. Niedersachsen hat beim Thema Grünkohl die Nase vorn: 600 Tonnen wurden hier im vergangenen Jahr geerntet, das sind 50 Prozent der deutschen Erträge. Und die Qualität ist in diesem Jahr sehr gut, bestätigt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auch auf dem Hamelner Wochenmarkt ist jetzt Grünkohl-Zeit. So wie Carsten Weinholz bieten derzeit etliche Beschicker Grünkohl von heimischen Feldern an. „Die Nachfrage ist da“, sagt Weinholz: „Sobald es kalt wird, geht’s immer gleich los.“

veröffentlicht am 01.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 07:21 Uhr

270_008_5939780_hm203_0111.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Grünkohl schmeckt nicht nur gut, sondern gilt auch als das gesündeste Wintergemüse: Der Vitamin-C-Gehalt ist sehr hoch, zudem enthält Grünkohl wertvolle Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium Magnesium und Eisen. Auch gegen Sehstörungen im Alter soll das Gemüse helfen.

Wer Grünkohl frisch vom Markt kauft, sollte darauf achten, dass die Blätter knackig und grün aussehen und keine welken, trockenen oder gelblichen Spitzen haben. Im Kühlschrank hält sich der Kohl bis zu fünf Tagen. Man kann ihn auch einfrieren, sollte ihn dann aber vorher kurz blanchieren.

In Norddeutschland hat Grünkohl eine lange Tradition. Nicht nur bei Vereinsfeiern, Skat- und Knobelabenden führt er die Hitliste bodenständiger Gerichte an, auch in heimischen Restaurants bereichert er jetzt die Speisekarte. Als „Kohl- und Pinkeltour“ bietet die Flotte Weser am 17. November eine Schiffsreise mit deftigem Grünkohlessen an. Und fast immer ist es der Klassiker, der lockt – mit Kasseler, Bauchfleisch, Bregen-, Pinkel- oder Schinkenwurst und Salzkartoffeln.

In Schleswig Holstein werden zum Grünkohl kleine karamellisierte Kartoffeln gereicht. In Westfalen fügt man dem Gemüse gern auch eine Stange Porree zur Verfeinerung des Aromas bei. So hat (fast) jede Region in Norddeutschland ihre eigene Variante. Das gilt meistens auch für die Fleischbeilage.

Wer frischen Grünkohl zubereitet, sollte ihn zunächst sehr gründlich waschen, von den Stielen abstreifen und in reichlich Salzwasser kurz blanchieren. Die Blätter zerteilen, mit Schmalz, Zwiebeln und geräuchertem Fleisch oder Wurst schmoren. Zum Eindicken des Kohls werden nach altem Hausfrauenrezept oft Haferflocken oder Graupen dazugegeben, man kann aber auch eine geriebene Kartoffel nehmen. Wer eine fettarme Variante bevorzugt, kann Grünkohl auch mit wenig Wasser dünsten und mit gekörnter Fleischbrühe sowie einer Prise Zucker würzen.

TV-Koch Rainer Sass schwört auf Grünkohl mit Kaninchenkeulen. Als Zutaten für 4 bis 6 Personen braucht man für dieses Rezept 4 Kaninchenkeulen, 500 g Grünkohl, 3 Schalotten, 2 Knoblauchzehen, 2 Tomaten, Schale und Saft einer 1/2 Zitrone, eine Butter-Olivenöl-Mischung, Wasser, Salz und Pfeffer, Muskat und 1 EL scharfen Senf. Den Grünkohl in kochendem Salzwasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken, anschließend das Wasser gut ausdrücken. Kaninchenkeulen am Gelenk halbieren, Schalotten schälen und in Lamellen teilen, die Knoblauchzehen andrücken. Olivenöl und etwas Butter in einem großen Schmortopf erhitzen. Die Kaninchenkeulen darin gut anbraten. Grünkohl, Schalotten, Knoblauch, Zitronenschale hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Alles gut vermengen, dann das Kochwasser vom Grünkohl hinzufügen, bis die Keulen und der Kohl leicht bedeckt sind. Das Ganze bei mittlerer Hitze 50 bis 60 Minuten köcheln lassen. Die Keulen sind gar, wenn sich das Fleisch leicht vom Knochen lösen lässt.

Keulen aus dem Topf nehmen, das Fleisch vom Knochen lösen, in mundgerechte Stücke teilen und zurück zum Kohl geben. Die Tomaten entkernen und in Würfel schneiden, dann unter den Kohl mischen. Alles mit Senf, Salz, Zitronensaft und etwas Muskat pikant abschmecken und noch einige Minuten köcheln lassen. Dazu passt ein leichter, frischer Rotwein, zum Beispiel ein San Giovese aus der Toskana, aber auch ein Bardolino oder ein Beaujolais.

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Prächtig, dieser Grünkohl, den Walter Schneider hier auf dem Hamelner Wochenmarkt anbietet. Auch andere Marktbeschicker bieten jetzt das gesunde Gemüse von heimischen Feldern an.Foto: Dana



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?