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Teure Sanierung bei Lehmwänden

Erst Wasserschaden, jetzt Leerstand

HAMELN. „Vorübergehend geschlossen“ stand vor kurzem am Telekom-Shop an der Osterstraße. Ein Wasserschaden hatte den Geschäftsbetrieb lahmgelegt. Ein anderer Laden musste ganz schließen: Das Fachwerkhaus, in dem Elektro Salloum an der Osterstraße untergebracht ist, wurde zweimal durch einen Wasserschaden geflutet.

veröffentlicht am 12.07.2018 um 17:04 Uhr
aktualisiert am 12.07.2018 um 19:30 Uhr

Von oben bis unten leer steht dieses Haus an der Osterstraße nach einem Wasserschaden. Foto: kk
Karen Klages

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Karen Klages Reporterin zur Autorenseite
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.„Gerade bei Lehmdecken und Lehmwänden wird es teuer. Das Wasser fließt rein; sie müssen speziell getrocknet werden“, sagt Andreas Pospich, Meister im Kundendienst bei Latzel Haustechnik. Fachwerkhäuser, die unter Denkmalschutz stehen, können zudem nicht einfach abgerissen werden – die äußere Fassade und die Balkendecken müssen erhalten bleiben. Gebäude mit historischer Bausubstanz gibt es viele an der Osterstraße.

Im Zuge der Fußgängerzonensanierung seien alle Abwasserleitungen untersucht worden; „einige Anlieger haben sehr viel Geld in die Hand genommen“, sagt Ralf Wilde, Vorstand der Abwasserbetriebe Weserbergland; auch die Wasserrohre der Stadtwerke seien in gutem Zustand – und dennoch: Was in den Häusern an Rohren und Leitungen liege, sei Eigentümersache.

Abflussleitungen seien eher selten das Problem; meist führen Schäden an Trinkwasserleitungen zu größeren Schäden. Da man sich vom Zustand der Rohre in jedem Gebäude nicht so einfach überzeugen könne, rät Pospich, monatlich oder auch wöchentlich den Wasserzähler abzulesen. Gibt es dort Ausreißer, sehe man das anhand der Zahlen. „1000 Liter mehr weg – wo sind die hin?“, so der Experte. Ein deutlicher Mehrverbrauch deute meist auf einen Schaden hin. Das müsse nicht immer gleich ein Rohrbruch sein; eine kleine Stelle genüge schon, durch die das Wasser ablaufe.

Pospich empfiehlt, einen Wasserfilter einzubauen. Dieser entferne kleine Partikel aus dem Wasser, die an den Rohren großen Schaden anrichten können. Das ist Sache des Eigentümers. Als Mieter, der sein Ladengeschäft in dem Gebäude hat, ist man auf die Sorgfalt des Vermieters angewiesen. Auch was Versicherungen angeht. Denn häufig, so berichten Anlieger, versicherten einige ihr Eigentum nicht gegen potenzielle Wasserschäden. Warum es im einst gefluteten Fachwerkhaus derzeit nicht weitergeht und es leersteht, kann nur gemutmaßt werden.

Mohammed Salloum, Inhaber des gleichnamigen Geschäfts, würde jedenfalls gerne wieder eröffnen. Doch weder könnten die Decken und Wände vernünftig trocknen (es gibt keinen Strom für die Trocknungsgeräte) noch habe er ein positives Signal seitens des Vermieters gehört. Dabei müsse das ganze Gebäude vom Keller bis zum Dachgeschoss komplett saniert werden. Salloum selbst würde auch Geld in die Hand nehmen – aber anfangen zu sanieren müsse schon der Vermieter.



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