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Nach der fünften Stunde kam der Ansturm / Hamelnerinnen spielen Szenen ihrer Lieblingsserie nach

Erst die Schule, dann der Hannah-Montana-Dreh

Zwei Fans, die völlig aus dem Häuschen geraten beim Blick ins Hannah-Montana-Buch? Nein –

veröffentlicht am 09.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 13:21 Uhr

David Kuhlow erklärt Natalie Klemme, worauf zu achten ist. Jana

Autor:

Alda Maria Grüter
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Christina Jawosky und Anna-Lena Stolpe proben lediglich eine Szene, bevor es vor die Kamera geht.

Fotos: amg

Hameln. Am Set ist seit gut einer Stunde alles vorbereitet, über den Flachbildschirm-Fernseher flimmert eine „Hannah Montana“-Szene nach der anderen – aber weit und breit ist niemand in Sicht, der in die Fußstapfen des Teenie-Idols mit dem spannenden Doppelleben treten und das eigene Schauspiel-Talent unter Beweis stellen will. Mehr als 350 Millionen TV-Zuschauer sollen weltweit auf den Disney Channel-Serienstar abfahren – und keiner davon kommt aus Hameln?

Es ist mittlerweile fünf vor zwölf – allerdings nur auf der Uhr. Denn Kameramann Alexander, Teamleiter David Kuhlow und Christina Rehberg von der Wiesbadener Agentur Angels Communication+Concepts, die für Disney die Dreharbeiten durchführt, bleiben gelassen. Bei einer Promotion im vergangenen Jahr seien ein paar tausend Kids an einem Standort gewesen, es mussten sogar Sicherheitsbeamte eingesetzt werden – dass in Hameln, einem von insgesamt 20 Promotion-Orten des diesjährigen Castings, zunächst nichts los ist, liegt schlicht und einfach daran, dass man bei der Organisation offenbar nicht bedacht hat, dass die Schulferien in Niedersachsen längst zu Ende sind. Löblicherweise stellt sich dabei heraus: Für die Hamelner Jungen und Mädchen ist die Schule doch wichtiger, als sich einmal im Leben wie ein Filmstar zu fühlen, ins Fernsehen zu kommen und wichtiger als der Trip nach Los Angeles zu einem original Disney Channel Filmstudio, der den Gewinnern winkt. Offensichtlich schwänzte keiner den Unterricht, um zu den ersten am Set zu gehören… Und: Welch Duplizität! Wie die Schülerin Miley Stewart aus der TV-Serie (gespielt von Miley Cyrus), die sich allabendlich in die rockende, blonde langhaarperücketragende „Hannah Montana“ verwandelt, drücken die Hamelner Kids im wahren Leben erst einmal ganz brav die Schulbank…

Zwei Fans, die völlig aus dem Häuschen geraten beim Blick ins Ha
  • Zwei Fans, die völlig aus dem Häuschen geraten beim Blick ins Hannah-Montana-Buch? Nein – Christina Jawosky und Anna-Lena Solpe proben lediglich eine Szene, bevor es vor die Kamera geht. Fotos: amg

„Der Ansturm kommt noch“, ist sich Alexander sicher. Und siehe da: Nach der fünften Schulstunde steht auch schon eine zehnköpfige Teenie-Traube vor dem Tresen und will sich anmelden. Bei der Aktion, zu der Disney in Kooperation mit Super RTL und dem Handelspartner Real,- aufgerufen hatte, bot sich den 8- bis 16-jährigen Fans erstmalig die Gelegenheit, sich in Szene zu setzen: In der Stadt-Galerie konnten sie eine von fünf vorgegebenen Hannah-Montana-Szenen nachspielen. Jana Warzecha (14) und ihre Freundin Natalie Klemme (13) sind die ersten Kandidatinnen. Warum sie mitmachen? Klar, weil sie Hannah Montana, ihre Musik, ihr Aussehen und ihr Doppelleben cool finden, und bei so einem Casting dabei zu sein, sei sowieso klasse. Geschminkt und mit dem Text in der Hand, üben sie noch einmal ihre Rollen.

David Kuhlow gibt den Achtklässlerinnen vom Schiller-Gymnasium Tipps, damit es nicht nur mit dem Text, sondern auch mit der passenden Gestik und Mimik klappt: „Ihr müsst das Eis richtig schaufeln“, sagt er und macht’s vor. Und dann, während hinter den Stellwänden die Mädchen Schlange stehen, neugierig – und kommentarreich – einen Blick auf die beiden Akteurinnen erhaschen, heißt es: Die Kamera läuft! „Die verunglückte Liebeserklärung“, die sich die beiden ausgesucht haben, glückt ganz gut. Gar „sensationell“ und „perfekt“ findet David Kuhlow die Performance des zweiten Teams: Christina Jawosky und Anna-Lena Stolpe (beide 13) nehmen Szene Nummer zwei, die sie vorher nicht einmal einstudiert haben, gekonnt und ohne jegliches Lampenfieber in Angriff: Mit dabei beim „Zahnarzttermin“ ist auch ihr Klassenkamerad Moritz Muschik, einer der wenigen Jungen überhaupt, die sich zum Mitmachen haben überreden lassen. Und das, obwohl er Hannah Montana „nur im Vorbeigehen, wenn seine Schwester vor dem Fernseher sitzt“, kennt. „Das war super – es hat richtig Spaß gemacht!“, sagen die drei über die Live-Aufzeichnung. Glücklich, mit der DVD in der Hand – und der Einverständniserklärung, die die Eltern auszufüllen haben, bevor die Bewerbung eingereicht wird – verlassen Jana, Natalie und Moritz das Set. Übrigens: Von wegen, es gibt keine Hannah-Montana-Fans in Hameln. Durchgehend ist es voll am Set. Gegen 16 Uhr haben mehr als 400 Mädchen ihren großen Auftritt hinter sich – und es sind noch zwei Stunden bis zum Schluss der Aktion …

Wer noch mitmachen möchte, kann bis zum 18. April ein Video einreichen. Eine Experten-Jury wählt unter allen Einsendungen die drei besten Teams aus. Gevotet wird online. Alle Informationen gibt es im Internet unter www.disneychannel.de und www.toggo.de.

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