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„Die drei ???“ in der Rattenfänger-Halle

Ermittlungen
vor 1200 Zeugen

HAMELN. Am Anfang war die Beweislage nicht vielversprechend: „Wir suchen nach einer Frau, die einen Teller besitzt – heiße Spur!“ Und auch mit der Methode des Fingerabdrückenehmens wären „Die drei ???“ an diesem Abend wohl gar nicht fertig geworden, denn der Tatort, die Hamelner Rattenfänger-Halle, war ausverkauft.

veröffentlicht am 25.02.2018 um 16:18 Uhr
aktualisiert am 25.02.2018 um 19:30 Uhr

Die drei Detektive in ihrer Zentrale, dem Wohnwagen auf dem Schrottplatz. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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1200 Zuschauer waren gekommen, um „Die drei ???“, die berühmten Jungdetektive aus den Europa-Hörspielen, einmal nicht aus dem Lautsprecher, sondern live auf der Bühne zu erleben. Und mit diesem Publikumsandrang dürften Justus, Peter und Bob, – gespielt von Luis Gesterkamp (15), Lewin Mayer-Tasch und Benedikt Lewalter (beide 16) – selbst die vermeintlich großen Nummern im Veranstaltungskalender in den Schatten gestellt haben.

Um es gleich vorwegzunehmen: Regisseur Moritz Seibert und den Akteuren des Jungen Theaters Bonn ist es hervorragend gelungen, den Hörspiel-Krimi aus der Feder von Ben Nevis, nach Motiven von Robert Arthur, auf der Bühne zu inszenieren.

Ein von der Altersstruktur so bunt gemischtes Publikum sieht man in der Rattenfänger-Halle selten – zumindest an einem Samstagabend. Auch für das Junge Theater Bonn war es eine Überraschung, vor ausverkauftem Haus zu spielen. „Damit haben wir nicht gerechnet. Für gewöhnlich spielen wir in kleineren Häusern vor 400 Zuschauern. Ein so großes Publikum haben wir höchstens einmal in München, wo wir mehrere Tage gastieren“, berichtet Regisseur Moritz Seibert, der die mittlerweile über 100. Aufführung von den Zuschauerrängen aus beobachtete.

Auf den Tag genau vor 17 Monaten, am 24. September 2016, feierten „Die drei ???“ als Bühnenstück Uraufführung. Die Premiere fand nicht an irgendeinem Tag statt, sondern pünktlich zum 52. Geburtstag der beliebten Jungdetektive.

Auch in Hameln durfte der berühmte Mentor und Schirmherr der Krimi-Serie, Alfred Hitchcock, natürlich nicht fehlen. „Sein Porträt auf der Bühne wird sogar mit einem separaten Scheinwerfer in Szene gesetzt“, berichtet Seibert schmunzelnd. Sicher wird nur eingefleischten „Drei ???“-Fans aufgefallen sein, dass der Regisseur für seine Bühneninszenierung gleich zwei Folgen miteinander verbunden hat. Der Stoff aus „Fluch des Piraten“ wurde um den Mädchenpart aus „Höhle des Grauens“ erweitert – und das aus gutem Grund, wie der Regisseur erklärt: Das weibliche Jungdetektiv-Duo Althena und Corona, die von Tamina Friedrich (15) und Eileen Rode (17) gespielt wurden, sorgt dafür, dass der Stoff bei Fans jeglichen Alters und Geschlechts ankommt.

„Richtig cool!“, lautet das Urteil von Julius schon während der Pause. Der Achtjährige findet natürlich Justus, den Anführer, am coolsten – sowohl auf der Bühne der Rattenfänger-Halle als auch in den Büchern und auf den CDs zuhause. Begleitet wird der Grundschüler von seinem Papa Roland Henning (47) und selbstverständlich kennt auch er „Die drei ???“ schon aus seiner Kindheit.

Erinnerungen und Begeisterung weckte die Aufführung auch bei Dr. Marcus Schaper (Jahrgang 1973), der das Stück aus der ersten Reihe verfolgt. Der heimische Kommunalpolitiker ist bekennender „Die drei ???“- und „TKKG“-Fan und noch immer stolzer Besitzer der Jugendkrimi-Bücherreihen. „Allerdings stehen die nicht mehr im Regal, sondern sind in Bücherkisten verstaut“, räumt er ein.

Was den Groß Berkeler besonders freuen wird: Das Junge Theater Bonn wird demnächst auch die Geschichte um die vier Detektive Tim, Karl, Klößchen und Gaby – kurz „TKKG“ genannt – auf die Bühne bringen, soviel verrät Regisseur Moritz Seibert bereits jetzt.

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