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Gutachten: Abbau führt nicht zu Rissen in Häusern / Tünderns Ortsbürgermeisterin „heilfroh“

Erleichterung und Skepsis an den Kiesseen

Tündern. „Ein Zusammenhang zwischen dem Kiesabbau und den Rissbildern an Häusern in Tündern ist nicht erkennbar. Es werden keine weiteren Untersuchungen empfohlen.“ So lautete das von mehr als 30 Besuchern mit großer Spannung erwartete Ergebnis der gutachterlichen Untersuchung. Sie wurde von der Gebäudesachverständigen Nicola Uthe bei der Sitzung des Ortsrates in der Sporthalle vorgestellt.

veröffentlicht am 14.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Die von der IHK Hannover öffentlich bestellte und vereidigte Expertin hatte ein vom Ortsrat in Auftrag gegebenes und von der Cemex Kies & Splitt GmbH finanziertes Gutachten über Rissbildungen in tündernschen Häusern erstellt. In fünf nach repräsentativen Kriterien ausgesuchten Immobilien hatte Uthe bei einem Ortstermin am 16. März die gemeldeten Schäden in Augenschein genommen. Ihr Urteil: „Alles im Normbereich. Es handelt sich nicht um Setzungsrisse, die auf generelle durch den Kiesabbau verursachte Veränderungen des Baugrundes hinweisen.“

Risse, so die 42-Jährige, seien normale Erscheinungen an Gebäuden und hätten vielfältige Ursachen. „Wir können nicht ohne Risse bauen; Risse gehören zu den normalen Eigenschaften von Materialien wie Mauerwerk und Beton, die anders als etwa Holz Zugspannungen nicht ausgleichen können.“

Die Analyse der Rissbilder der in Tündern untersuchten Häuser habe keine Hinweise auf deren Stabilität gefährdende Setzungsrisse ergeben. Auch die aufgetretenen Feuchtigkeitsschäden seien nicht auf Risse zurückzuführen. Uthe: „In Sachen Feuchtigkeit hätten Setzungsrisse gefunden werden müssen, die die Abdichtung durchtrennen.“ Das sei aber nicht der Fall gewesen.

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„Ohne das Vorhandensein von Setzungsrissen erübrigen sich aufwändige geologische und hydrologische Untersuchungen des Untergrunds“, reagierte Uthe auf den Einwand, dass „nur „oberirdisch“ untersucht worden sei.

„Und die Ursachen für die vorhandenen Risse?“ wollte eine besorgte Bürgerin wissen. Die könnten vielfältig sein, so die Expertin, und von Pfusch am Bau bis hin zu normaler Rissbildung im mehrjährigen Trocknungsprozess liegen.

„Wir sehen uns durch das Gutachten bestätigt“, kommentierte Cemex-Regionalleiter Peter Graf von Spee das Ergebnis. „Wir profitieren alle davon, denn die Hausbesitzer haben jetzt eine kostenlose Bestätigung, dass ihr Haus in Ordnung ist.“ Erleichterung auch bei Ortsbürgermeisterin Elke Meyer: „Wir machen drei Kreuze und sind heilfroh. Sonst wäre der Wert unserer Immobilien im Keller gewesen. Der Ortsrat sieht keine Veranlassung für weitere Maßnahmen.“

Viele der Besucher allerdings wollten die Freude über das Ergebnis des Gutachtens im ersten Moment nicht teilen, blieben skeptisch und fanden teils scharfe Worte. „Ohne geologische Ansprache ist das das Papier nicht wert“, erregte sich ein Besucher, und ein anderer warf der Stadt gar vor, den Bürgern bei der seinerzeitigen Planfeststellung „ins Gesicht gelogen“ zu haben. „Sie reden über Dinge, die nicht stattgefunden haben“, konterte der Fachbereichsleiter Umwelt und Technische Dienste der Stadt Hameln, Ralf Wilde.

Wie es weitergeht? „Wir holen allen Kies raus“, so Martin Freimuth, der Cemex-Projektmanager Naturschutz. An Tünderns Nordstraße aber sei Schluss. In Ohr auf der anderen Weserseite jedoch stehen die Kiesabbauer schon bereit.

Kiesteich in Tündern. Nach Auskunft von Gutachterin Nicole Uthe – im Bild unten mit Ortsbürgermeisterin Elke Meyer (re.) – ist der Abbau nicht die Ursache für Risse in manchen Häusern.Dana/eaw



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