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Erlebniswelt zum ersten Mal Thema vor Gericht

veröffentlicht am 29.12.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln. Es ist das erste Mal, dass sich ein Gericht mit sonderbaren Vorgängen in dem einstigen Tourismus-Vorzeigeprojekt Erlebniswelt Renaissance (EWR) befasst. Vorerst geht es nur um Schadenersatz.

Am 20. Januar wird es vor der 5. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Hannover um 36 000 Euro gehen, die Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken von Dr. Carsten Bartsch, einem der ehemaligen EWR-Geschäftsführer, einfordert. Denn Bartsch soll diese Summe unrechtmäßig an seinen Vorgänger Thomas Gersmeier ausbezahlt haben – für Beraterleistungen, die dieser angeblich niemals erbrachte.

Auch gegen Thomas Gersmeier, ebenfalls ehemaliger Geschäftsführer, hat der Insolvenzverwalter einen Zivilprozess angestrengt, in dem es um eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe geht. Grund für die Klage sind Info-Stelen und E-Guides, die nicht funktionierten, und Dinge, die – warum auch immer – doppelt und dreifach bezahlt wurden.

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Juristisches Aufräumen nach der Insolvenz der Erlebniswelt Renaissance: Zahlte Geschäftsführer Dr. Carsten Bartsch (Foto) unrechtmäßig 36 000 Euro an Vorgänger Thomas Gersmeier?

Höltershinken beschäftigt sich ausschließlich mit Zivilrecht. Allerdings könnte es später auch noch um strafrechtlich relevante Verfehlungen gehen, denn: Sollte Dr. Bartsch das Geld an Gersmeier gezahlt haben, obwohl er wusste, dass dieser keine Leistungen erbracht hat, hätte er Gelder der EWR veruntreut. Und sollte Gersmeier ihm vorgegaukelt haben, es habe Gegenleistungen gegeben, obwohl das gar nicht der Fall war, könnte dieser sich des Betruges schuldig gemacht haben.

Der Verdacht, dass die EWR systematisch geplündert und in den Ruin getrieben wurde, steht nach wie vor im Raum. Ermittelt wurde wegen Subventionsbetrug, Begünstigung und Insolvenzverschleppung. Anfangs richtete sich der Verdacht gegen drei Personen, im September hatte sich die Zahl der Beschuldigten auf sieben erhöht. Die seit Jahren laufenden Ermittlungen zur EWR-Millionenpleite stehen mittlerweile kurz vor dem Abschluss. Im Januar will die Staatsanwaltschaft Hannover ihre Ermittlungsergebnisse vorlegen.

Detaillierte Informationen zu den Vorwürfen lesen Sie in unserer heutigen Printausgabe.



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