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TÜV-Statistik: Viele Halter kümmern sich aus Kostengründen zu wenig um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge

„Erhebliche Mängel“ bei fast 40 Prozent der Autos

Hameln. Meist gelingt der TÜV auf Anhieb. Über 60 Prozent aller Autos, die im vergangenen Jahr an der TÜV-Station in Hameln die Hauptuntersuchung absolviert haben, bekamen sofort eine neue Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit. Bei mehr als 46 Prozent fanden sich sogar gar keine Mängel am Wagen. Aber: 39,1 Prozent der Fahrzeuge hatten erhebliche Mängel aufzuweisen. Sie mussten unverzüglich repariert werden, bevor nach einer weiteren Prüfung die Plakette auf das Nummernschild geklebt und das HU-Siegel in den Fahrzeugschein gestempelt werden konnten. Absolut verkehrsunsicher waren nur 0,03 Prozent. Das ist das Ergebnis der TÜV-Auswertung für die Hauptuntersuchungen in Hameln.

veröffentlicht am 09.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:21 Uhr

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Und noch zwei Zahlen aus der TÜV-Statistik: Der durchschnittliche Pkw, der in der Rattenfängerstadt geprüft wurde, war 9,1 Jahre alt und hatte mehr als 103 000 Kilometer auf dem Tacho. Insgesamt konstatieren die Sachverständigen des TÜV Nord auch für die aktuelle Statistik einen gegenläufigen Trend: Einerseits steigt die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln deutlich an, andererseits gibt es aber auch immer mehr Autos, die völlig mängelfrei zum TÜV gefahren werden. Diese „Mangelschere“ beobachten die Sachverständigen schon seit langem.

Allerdings ist der Anstieg der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln in diesem Jahr nur bedingt auf den schlechteren Zustand der Autos zurück zu führen. Vielmehr wird bei den TÜV-Prüfungen aktuell nach den Vorgaben der HU 2012 gearbeitet, die eine veränderte und vereinheitlichte Mängeleinstufung mit sich brachte, und bei der einige vormals geringe Mängel jetzt als erhebliche Mängel eingestuft werden.

„Die Hersteller bauen im Prinzip gute Autos, die eigentlich auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel auf unseren Straßen unterwegs sein können. Leider kümmern sich aber zahlreiche Autofahrer nicht genug um die Wartung und die Pflege ihres Fahrzeuges. Sie lassen aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen regelmäßige Termine zur Inspektion oder Instandhaltung verstreichen und checken ihr Auto auch nicht selbst vor Fahrtantritt“ erläutert Thomas Kuhlmann, Leiter der Hamelner TÜV-Station die Mängelentwicklung. Wer sich ein wenig um sein Auto kümmere und es in einer Fachwerkstatt warten lasse, könne der Hauptuntersuchung gelassen entgegen sehen.

Doch auch die Mängelgruppen deuteten darauf hin, dass viele Autofahrer sich oftmals nicht um den sicheren Zustand ihres Fahrzeuges kümmern. Die

Mängelgruppe „Licht, Elektrik“ liege in der Statistik immer noch weit vorne – und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen sei. „Oftmals werden sogar mehrere Beleuchtungsmängel an einem Fahrzeug entdeckt“, berichtet Kuhlmann.

Aber die Mängelquote in diesem Bereich sei im vergangenen Jahr zurückgegangen. „Eventuell eine Folge der neuen schwerwiegenderen Einstufung von Beleuchtungsmängeln, die früher als geringe, aktuell aber als erhebliche Mängel gewertet werden“, mutmaßt der TÜV-Leiter. Ein Grund für den Autofahrer, mehr Augenmerk auf das Thema „Licht am Auto“ zu legen. Die alljährliche Beleuchtungsaktion, die im Oktober auch vom TÜV Hameln angeboten wird, zeige unter Umständen auch ihre Wirkung. Insgesamt ergibt sich in der Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen: „Licht, Elektrik“, „Bremsen“, „Umweltbelastung“ und „Achsen, Räder reifen“.

Je älter die Autos werden, desto höher sei die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als verschleiß- und damit mängelursächlich anzusehen ist, liege jetzt bei den Dreijährigen bei 49 825 und bei den Elfjährigen bei 138 534 Kilometern auf dem Tacho.

Wer noch mit einer orangenen Plakette unterwegs ist, sollte sich schnellstens einen Termin zur Hauptuntersuchung geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der ‚fälligen Plaketten‘ auf Blau „und dann ist schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde“, sagt Kuhlmann. In diesem Fall ist nach spätestens zwei Monaten ein Bußgeld fällig und später kommen noch Punkte in Flensburg dazu.

Als Auto mit den geringsten Mängeln wird im TÜV-Report 2014 übrigens der Opel Meriva geführt, der somit zum Gewinner der „Goldenen Plakette“ wird, die alljährlich vom TÜV vergeben wird.

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