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Rätselhafte Ruinen im Hamelner Stadtwald – über einen geheimnisvollen Ort im Riepen

Erdwälle und Einschusslöcher

Hameln. Sonderbare Erdwälle im Hamelner Klütwald geben Rätsel auf: Wer hat sie angelegt – und zu welchem Zweck? Reste von Eisenstangen ragen aus dem Boden. Ruinen aus Backsteinen sind zu sehen. In manchen klaffen Löcher, die aussehen, als stammten sie von Projektilen. Wozu dienten sie? War es früher ein geheimer Ort, an dem seltsame Dinge geschahen? In der Tat wurde hier im Wiengrund, ungefähr vier Kilometer vom Klütturm entfernt, geschossen. Aber das ist lange her. Bei den seltsamen Zeugen der Vergangenheit handelt es sich um einen Schießstand, der im Jahr 1740 von hannoverschen Truppen angelegt wurde. Er liegt am Rand des Riepens – unweit der Riepenstraße. Das Gelände, auf dem scharf geschossen wurde, ist 30 Hektar groß und war vollständig eingezäunt. Es bestand aus mehreren parallelen grasbedeckten Erdwällen, zwischen denen insgesamt sechs Schießbahnen lagen. Vier von ihnen waren 300 Meter lang und zwei hatten eine Länge von 25 Metern. Im Jahr 1870 übte dort zunächst die preußische Artillerie, später dann die Wehrmacht. Außerdem benutzten die Kaiserliche Armee und die Reichswehr den Schießstand.

veröffentlicht am 20.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

von corinna zipplies
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Neben den Schießbahnen gab es auf dem Gelände einen Kugelfang, einen Brunnen und Latrinen. Das noch heute vorhandene Forsthaus Riepen war früher ein Kantinengebäude mit Schießmeisterwohnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 wurde das Areal nicht mehr genutzt. Die Gebäude und der Kugelfang wurden gesprengt.

Heute ist der alte Schießstand wieder zum Forstgebiet geworden. Man erkennt aber noch gut die großen Erdwälle, die parallel zueinanderstehen gut und die Höhe der Aufschüttungen ist beeindruckend. Zurzeit ist viel Laub über den Wällen, sodass es gefährlich ist, auf ihnen zu laufen. Außerdem sind noch Fundamente und Eisenstangen im Boden. Ein Teil des Kugelfangs ist noch vorhanden. Er ist ungefähr drei Meter hoch und breit und wurde mit Graffiti vollgesprüht.

Um den Schießstand zu finden, muss man von der Wangelister Straße in den Kapellenweg abbiegen und links in die Riepenstraße fahren, vorbei an dem Jägerpfad und dem Senator-Urbaniak-Weg. Hinter der Straße „Fuchsbau“ ist ein kleiner Parkplatz. Dort steht zur besseren Orientierung auch eine Informationstafel. Auf dieser Tafel ist der exakte Standort markiert. Von dort aus geht man die Riepenstraße weiter entlang, bis man zu einem Waldweg kommt. Das Haus, an dem man vorbeikommt, ist übrigens das Forsthaus Riepen. Wenig später erreicht man die Erdwälle. Ihre Länge und Höhe ist beeindruckend.

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Um sich besser an die neu entwickelten Schusswaffen zu gewöhnen und schneller damit umgehen zu können, übten die Armeen an Schießständen. Diese bestanden aus Wällen zwischen denen Schießbahnen lagen. Hinten standen ein Geschossfänger, die die Kugeln abfingen.

Waffen sind so alt wie die Menschheit, deshalb führt ihre Geschichte auch tief in die Urzeit zurück. Die Waffentechnik entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende stetig weiter. Im Altertum entstanden die ersten Schutzwaffen in Form von Schildern und Helmen, im Mittelalter entwickelte sich dann aus der römischen-germanischen Spartha das klassische Ritterschwert. Am Anfang des 13. Jahrhunderts kam es durch die Erfindung des Schwarzpulvers zu einer neuen Art der Kriegsführung. Das Rittertum verschwand und das Militär gewann an Bedeutung. Das 19. Jahrhundert war das Zeitalter der modernen Waffen. Die ersten Hinterladergewehre mit Magazin und Maschinengewehre entstanden.

Diese Erdwälle sind jahrhundertealt, aber immer noch gut zu erkennen. cz

Löcher zeigen: Hier wurde scharf geschossen.



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