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Britische Pioniere aus Hameln überzeugen Jury bei Kochwettkampf im Manöver / Probe für Afghanistan-Einsatz

Erdbeer-Sahne vom Feinsten, und das mitten im Feld

Hameln (red). Zu welchen Leistungen die Militärköche der britischen Armee unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz fähig sind, haben sie auf dem Manöver Exercise Naafi Rhino Caterer drei Tage lang unter Beweis gestellt. Unter den 17 Teams der 1. britischen Panzerdivision sind auch Militärköche vom 28. Pionier Regiment aus Hameln. Corporal Lee Lawrence und seine drei Team-Mitglieder müssen in einem mit Klappspaten ausgehobenen Erdloch eine improvisierte Kochstelle errichten und darauf kochen. Außerdem haben sie aus Fertigrationen der britischen Armee auf der herkömmlichen Feldköche innovative Gerichte gezaubert.

veröffentlicht am 18.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 04:21 Uhr

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Private Kennedy Ezeonyido backt aus Fertigrationen eigene Kräuter-Brötchen für Steak Cheeseburger. „Sieht gut aus, können wir gleich servieren“, sagt Kennedy zu seinen Kameraden. Dazu gibt es frittierte Zwiebelringe und Kohlsalat. Neben einem milden Hähnchencurry mit Reis, Zwiebelbällchen und selbst gebackenem Naanbrot servieren die Militärköche aus Hameln aber auch Röstkartoffeln mit Gemüse. Absolutes Highlight der Hamelner Köche ist der Nachtisch: Pfirsich und Blaubeer-Törtchen und Erdbeer-Sahnetorte – und das mitten im Feld!

Auch die anderen Mannschaften liegen gut im Zeitrahmen, obwohl sie einen nächtlichen Orientierungsmarsch hinter sich haben und ihnen die Jury genau auf die Finger schaut. „Unsere Feldköche sind in erster Linie Soldaten“, erklärt Stabsfeldwebel Deborah Thornton, die Organisatorin des Manövers. „Deshalb stehen auch militärische Übungen wie Verteidigung bei einem Angriff auf eine Patrouille, Navigation, Erste Hilfe und der Umgang mit dem Bajonett auf dem Programm. Die Militärköche müssen in der Lage sein, aus einfachsten Mitteln die Truppe satt zu bekommen. Wenn da Ausrüstung in der Küche fehlt oder bestimmte Lebensmittel, dann müssen sie improvisieren. Das wird geübt.“

Das 28. Pionier Regiment aus Hameln bereitet sich derzeit auf einen sechsmonatigen Einsatz in der südafghanischen Provinz Helmand vor. Insofern stimmt das Übungsszenario in der Princess Royal Kaserne in Gütersloh. Die Speisen sollen für afghanische Dorfbewohner zubereitet werden. Stabsfeldwebel Deborah Thornton weiß um die verbindende Wirkung einer gemeinsamen Mahlzeit in afghanischen Dörfern. „Wenn wir für die Menschen kochen und zusammen essen, kann Vertrauen aufgebaut werden. Alle sitzen auf einer Ebene, nämlich auf dem Fußboden. Da gibt es keine Rangunterschiede.“

Den Feldköchen kommt auch bei der Versorgung der eigenen Truppe eine zentrale Bedeutung zu. „Ein Infanterist, der in Afghanistan bei Temperaturen von bis zu 50 Grad mit 50 Kilo Marschgepäck unterwegs ist, verbraucht zwischen 3500 bis 5000 Kalorien und sollte am Tag bis zu zehn Liter trinken“, berichtet Stabsfeldwebel James Asher. „Neben dem Nährwert ist gutes Essen aber auch wichtig für die Moral. Die Soldaten wollen Abwechslung. Da müssen sich die Köche was einfallen lassen.“

Mit seiner Erdbeer-Sahnetorte hat Lance Corporal Kyle Munford die Jury auf jeden Fall überzeugt. Preisrichter Brian Williams ist begeistert: „Der Bisquitboden ist herrlich leicht und locker geworden. Solch eine Perfektion ist schwierig mit den Öfen der Feldküche zu erreichen. Ein wirklich leckerer Kuchen. Und toll, wie Kyle die Snackriegel aus den Rationspackungen als Ersatz genutzt hat.“

Lecker: Auch wenn die Backstube ein Zelt ist, gelingt es Kyle Munford, solche Sahnetorten zu fabrizieren.

Foto: Martina Hollmann



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