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Auto-, Taxi- und Busfahrer, Fußgänger sowie Radler fluchen

Engpässe und Gefahren: Fehlplanung Bahnhofsvorplatz

HAMELN. Der Hamelner Bahnhof ist im wahrsten Sinne ein Verkehrsknoten: In seinem Umfeld sind Staus an der Tagesordnung, oft läuft es hier alles andere als rund. Auch Fußgänger und Radfahrer sind gefährdet.

veröffentlicht am 07.06.2017 um 15:58 Uhr

An das Absetzen und Aufpicken von Reisenden vor dem Bahnhof haben die Planer nicht gedacht. Die Kurzzeitparkplätze sind häufig voll belegt. Weil die Zu- und Abfahrt sowie die Abstellboxen eng sind, wird auf dem Gehweg geparkt oder in dem Wendehammer
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Entspannt und fröhlich geht es zu am Sonntagnachmittag in Hameln. In der ganzen Stadt? Nein, vor dem Bahnhof stauen sich die Autos, raufen Fahrer sich die Haare und drücken auf die Hupe. Es wird eng rangiert. Auch Fußgänger kommen ins Schwitzen, weil der Gehweg vor dem früheren Postgebäude als Ausweichparkplatz herhalten muss. Wenn all die Studenten und auswärtig Arbeitenden zum Ende des Wochenendes von Verwandten oder Freunden zum Zug chauffiert werden, bricht das Chaos vor der Station aus. Und nicht nur zu dieser Zeit, sondern während der Woche auch täglich morgens, mittags und abends. So, wie der Verkehrsraum dort gestaltet ist, kann er größere Aufkommen von Menschen und Fahrzeugen nicht bewältigen. Es gibt viele Unzulänglichkeiten und teils gefährliche Konfliktpunkte, und zwar für Nutzer aller Art.
Der Kreisverkehr:Auf den Zufahrtsstraßen zum Bahnhofsplatzkreisel kommt es mehrmals täglich zu Staus. Besonders auf der Kreuzstraße versuchen Busfahrer dann, durch waghalsige und illegale Überholmanöver ihren Fahrplan einzuhalten. Die Stockungen werden durch Passanten mitverursacht, die an den Kreiselausfahrten Vorrang haben. Erst nach jahrelangen Forderungen wurden jüngst weitere Zebrastreifen aufgemalt; das stellt die rechtliche Situation klar, vermindert aber kaum die Gefahren. Besonders für Kinder und Senioren ist dieser Bereich unübersichtlich und angstmachend.


Der Parkplatz:Die Zufahrt zur Kurzparkzone ist zu schmal. Dadurch gibt es Konflikte im Begegnungsverkehr. Das Einbiegen aus den Parksektionen ist wegen der rechtwinkeligen Anlage teilweise unmöglich, solange weitere Fahrzeuge zum Bahnhof nachströmen – und sich dann wegen der mangelnden Kapazitäten stauen. Zudem ist der Wendeplatz zu klein, vielfach muss zurückgesetzt werden, um in Richtung Ausfahrt die Kurve zu bekommen. Das Einparken bei gut gefülltem Parkplatz ist wegen der Enge schon bei durchschnittlich großen Autos schwierig. Vielfach wird der Gehweg an der alten Post von Bringern und Abholern zum Parken benutzt, um Reisende abzusetzen oder aufzunehmen und deren Gepäck aus dem Kofferraum zu hieven oder darin zu verstauen. Eine offizielle „Kiss-and-Ride-Zone“ für solche Zwecke fehlt.

Das Parkhaus:Das Gebäude an der Kreuzstraße ist häufig voll belegt. Die Einbiegespur ist kurz, die Einfahrt eng. Die Bahnpendler liefern sich allmonatlich einen Run auf die Karten für die Dauerplätze. Spontanreisende haben keine Gewissheit, in Bahnhofsnähe einen Parkplatz zu finden. So gibt es in dem Viertel viel Parksuchverkehr – auch von Praxisbesuchern und Einkäufern. Teilweise werden Supermarktparkplätze von „verzweifelten“ Nicht-Kunden genutzt: Wenn der Zug abzufahren droht, sehen sie keine andere Wahl; schließlich bleibt dann auch nicht mehr die Zeit für einen Fußmarsch von einer abgelegenen Parklücke.


Der Taxi-Stand:Die Taxis stehen und fahren in Eingangsnähe des Bahnhofes auf dem Gehweg, was zu weiteren Gefahren und Konflikten mit Fußgängern führt. Geichzeitig sind auch die Taxifahrer von den teils chaotischen Verhältnissen auf der Zufahrtsstrecke zum Parkplatz betroffen.

Der Busverkehr:Die Insellage des Bussteigs führt dazu, dass die Kunden der Öffis die dort breite Fahrbahn an verschiedenen Stellen kreuzen – das ist unübersichtlich für alle.

Fußgänger:Es gibt drei Fußwege zum Bahnhofseingang. Doch auf dem einen sind, obwohl dafür schlecht geeignet, auch Radfahrer zugelassen, auf dem anderen parken häufig kreuz und quer Autos und der mittlere liegt verkehrstechnisch ungünstig und wird deshalb nur wenig genutzt. Die Bus-Insel kann von Passanten bei Hochbetrieb nur schwierig in Richtung Innenstadt verlassen werden. Am Kreisel müssen vielfach die Fahrbahnen gekreuzt werden.

Fahrräder:Eine sichere und leistungsfähige Zuwegung für Radfahrer zum Bahnhof war „vergessen“ worden. Die Lösung „Mitbenutzung des Bürgersteigs“ ist ein nicht ungefährliches und lästiges Provisorium. Zudem reicht die Zahl der Fahrradständer nach wie vor bei weitem nicht aus. Dadurch haben also selbst Radfahrer große Abstellprobleme.

Der Bahnhofskreisel ist ein Nadelöhr und stauträchtig. Foto: Wal
  • Der Bahnhofskreisel ist ein Nadelöhr und stauträchtig. Foto: Wal

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