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Politik entscheidet: Vom Birnbaumprachtkäfer befallener Rotdorn wird erst im Herbst gefällt

Endlos-Debatte um Bäume der Wettorstraße

Hameln. Ursprünglich säumten einmal 23 Rotdornbäume die Hamelner Wettorstraße. Doch eine Vielzahl ist krank, da vom Birnbaumprachtkäfer befallen. Zwei weitere Bäume müssen in Bälde gefällt werden, weil sie inzwischen eine Gefahr darstellen. Schon im November des vergangenen Jahres diskutierten die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz in epischer Breite darüber, ob es nicht sinnvoller sei, allen 13 noch existierenden Rotdornbäumen mit der Kettensäge zu Leibe zu rücken, um durch Neuanpflanzungen der Wettorstraße wieder einen Allee-Charakter zu verleihen. Das Gremium vertagte eine Entscheidung. In den Fraktionen sollte noch einmal beraten werden, weil einige Anlieger ihr Veto eingelegt hatten. Ralf Wilde, Fachbereichsleiter Umwelt und technische Dienste im Hamelner Rathaus, hatte die Politik jedoch um eine Entscheidung gleich zu Beginn des neuen Jahres gebeten.

veröffentlicht am 24.01.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 19:21 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Gestern ging die Debatte nun in die zweite Runde – und wieder in epischer Breite. Die aus CDU, Grünen und Unabhängigem bestehende Mehrheitsgruppe schlug vor, es beim Fällen der zwei kranken Bäume in diesem Jahr zu belassen und einmal mehr die Blüte der noch gesunden Bäume abzuwarten. „Danach“, so argumentierte Gerhard Paschwitz (CDU), „können dann die anderen Bäume auch gefällt werden.“ Die, so hatte Bernd Mros, Abteilungsleiter Natur- und Landschaftsschutz bei der Stadtverwaltung, betont, seien ebenfalls bereits vom Birnbaumprachtkäfer befallen, blüten schon nicht mehr und müssten über kurz oder lang auch ersetzt werden. Nämlich spätestens dann, wenn auch deren Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist.

Hans-Wilhelm Güsgen (FDP) forderte daraufhin, „jetzt die Säge in die Hand zu nehmen“. „Das wird nur teurer, wenn die Fällaktionen gestückelt werden“, argumentierte Waltraud Mehring (SPD). Und Karin Echtermann (SPD) unterstellte der Gruppe: „Sie haben nur Angst vor der Reaktion der Anlieger.“ Auch Ralf Hermes, als sachkundiger Bürger und BUND-Aktivist beratendes Mitglied im Ausschuss, hatte sich für eine „Sofortmaßnahme“ und damit das Fällen aller Bäume und eine Neuanpflanzung ausgesprochen.

Am Ende einer weiteren nicht enden wollenden Debatte schlug Ausschussvorsitzender Rainer Sagawae einen Kompromiss vor. „Wir sollten den Anliegern die Möglichkeit geben, sich von den Bäumen zu verabschieden. Man muss auch auf die Emotionen Rücksicht nehmen“, erklärte der Grüne mit theatralischem Tonfall.

Der Ausschuss verständigte sich schließlich darauf, dass die zwei kranken und bereits markierten Bäume unmittelbar gefällt werden, den anderen im kommenden Herbst mit der Kettensäge zu Leibe gerückt wird. Zudem sollen die Anlieger bei der Neuanpflanzung zu Wort kommen und zwischen Hopfenbuche, Rotahorn und Zierkirsche entscheiden dürfen. Diese Baumarten hatte Mros als Ersatz vorgeschlagen.

Sollen im Frühling noch einmal blühen: Die vom Birnbaumprachtkäfer befallenen Rotdornbäume an der Wet-torstraße.

Foto: Wal



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