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Stadtwerke haben Gelände gekauft

Endlich zweites Parkhaus am Hamelner Bahnhof?

HAMELN. Der Bahnhofsplatz ist häufig überlastet, an den Zufahrten bilden sich täglich zu den Stoßzeiten nervende Staus und teils chaotische Verhältnisse, auch für Fußgänger und Radfahrer. Der Bau eines zweiten Parkhauses könnte zumindest einen Teil der Probleme vor dem Bahnhof lösen – und wird jetzt ins Auge gefasst.

veröffentlicht am 08.06.2017 um 15:59 Uhr
aktualisiert am 09.06.2017 um 08:20 Uhr

Auf dem Gelände des alten Busdepots am Hamelner Bahnhof sollen bald – neben den Linienbussen – mehr Autos parken können. Ob es zunächst nur ein Parkplatz oder sofort ein Parkhaus wird, ist noch offen. Oben links ist das bestehende Parkhaus zu sehen.
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Nach Worten von Ralf Wilde, dem für Verkehrsplanung zuständigen Fachbereichsleiter im Hamelner Rathaus, wird regelmäßig und auch in nächster Zeit wieder versucht, dort Optimierungen des Verkehrsflusses zu erreichen. „Wir haben auch den Knoten Hefehof im Auge und wollen ihn leistungsfähiger machen“, sagt Wilde. Doch der Fachmann bleibt selbst skeptisch: „Das ist fast die Quadratur des Kreises.“ Das Verkehrsaufkommen habe in dem Gebiet sehr zugenommen, auch durch den Erfolg der S-Bahn nach Hannover. An einem gewissen Punkt seien die Mittel der Verkehrslenker ausgeschöpft – oder es fehle die Bereitschaft, zu drastischen Maßnahmen zu greifen. Die Unterführung des Hastenbecker Weges am Bahnhof ließe sich prinzipiell auf Linienbusse und Fahrräder beschränken, doch das würde den Druck auf die bereits überlastete Tunnelstraße erhöhen.

Aber es gibt noch Hoffnung: Die Lösung für zumindest einen Teil der vielfältigen Probleme im Bahnhofsbereich zeichnet sich ab: Die Hamelner Stadtwerke (GWS) haben von ihrem Konkurrenten Westfalen Weser das Gelände des früheren Wesertal-Busdepots hinter dem Bahnhof am Hastenbecker Weg gekauft und an die landkreiseigenen Öffis verpachtet. Wie GWS-Chefin Susanne Treptow gegenüber der Dewezet erklärt, wird das 7017 Quadratmeter große Gelände neu überplant. Nach dem Abriss der Fahrzeughallen sollen dort neben den Bussen auch Autos abgestellt werden können. Möglicherweise werde es zunächst nur ein ebenerdiger Parkplatz sein, aber Treptow und Öffis-Geschäftsführer Arne Behrens haben vor zwei Wochen auch mit Vertretern der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover konferiert. Die Behörde verwaltet die Fördergelder zum Bau von Parkhäusern für Park-and-Ride-Zwecke. Behrens verspricht: „Wir suchen nach Lösungen, die für die Besucher des Bahnhofes von Vorteil sind.“

Pläne für ein zweites Parkhaus am Bahnhof verfolgen die Stadtwerke seit Jahren, doch gerade erst ist Treptow hinsichtlich des Bedarfs wieder unsicher geworden: Die für 2018 angekündigte Verbilligung der Bahnfahrkarten nach Hannover ist erst einmal abgesagt worden – und damit auch der weitere Zustrom von Autofahrern zum Bahnhof? Und seitdem die Bustickets im Landkreis drastisch günstiger geworden sind und das Fahrtenangebot ausgeweitet wurde, hat der Ansturm von Pendlern auf das bestehende Parkhaus etwas nachgelassen. Treptow will deshalb nun erst einmal den Bedarf für das in Hameln lange geforderte zweite Bahnhofsparkhaus analysieren lassen. Zu prüfen ist, ob die Bahnnutzung auch ohne preisgünstiges Großraumticket weiter zunehmen wird, zudem steht die Elektrifizierung und Optimierung der Bahnstrecke nach Elze und Berlin im Raum. Würde man sich für das Parkhaus entscheiden, wäre laut Treptow mit einer Genehmigung im kommenden Jahr und dem Bau 2019 zu rechnen. Idealerweise würde ein Tunnel das Parkhaus mit dem Bahnsteig der Züge nach Hannover und Paderborn verbinden – doch hier befürchten die Stadtwerke hohe Kosten.

Ob Parkplatz oder Parkhaus: Diese zusätzliche Fläche für Autos würde die grundsätzliche Verkehrsbelastung in dem Viertel zwar verschärfen, aber zugleich Raum für dringend nötige Veränderungen vor dem Bahnhof schaffen:
Der dortige Parkplatz könnte in eine Absetzzone (Kiss and Ride) umgewandelt werden. Für Autofahrer, die für Besorgungen im Bahnhof mehr als drei Minuten parken möchten, könnte eine Kurzzeitzone im Parkhaus an der Kreuzstraße geschaffen werden – in der ersten Etage, die einen barrierefreien Zugang hat.
Die untere Etage des bestehenden Parkhauses könnte für Radfahrer reserviert werden, am besten mit Ladeanschlüssen für E-Bikes. Seit langem gibt es am Bahnhof zu wenig Abstellmöglichkeiten. Radfahrer klagen über einen fehlenden Wetterschutz und häufige mutwillige Beschädigungen.
Eine sicherere Zuwegung für Radfahrer zum Bahnhofsgebäude könnte in der Mitte des Platzes untergebracht werden. Bislang sind die Radfahrer auf dem nördlichen Gehweg geduldet, der aber häufig durch Passanten blockiert ist.
Der auf dem Gehweg eingerichtete Taxistand ließe sich besser gestalten.
Die zu schmale Zufahrt zum Parkplatz und der zu kleine Wendehammer könnten den Erfordernissen angepasst werden.

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