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Der langsame Abschied des Marktkirchen-Kantors mit Bachs Oster-Oratorium in der Marktkirche

Endlich wieder strahlende Trompetenklänge

Hameln. So viel Trauer, so viel Passion – endlich abgelöst durch strahlend-helle Trompetenklänge. Ostern – Auferstehung. „Lachen und Scherzen, begleitet die Herzen.“ Der Bruch könnte nicht deutlicher sein. Johann Sebastian Bachs Oster-Oratorium ist so ganz anders als das weihnachtlich geprägte und mit italienischen Einflüssen überraschend neu und mit Picanders Text. Und schon zu Bachs Zeiten wollte niemand verstehen, dass der Thomaskantor, gerne auch als der „5. Evangelist“ apostrophiert, einen „kleinen, lustigen Leipziger liebte“, der von allen verachtet wurde. Nur nicht von Bach, der sich von dessen naiver Bildhaftigkeit immer wieder inspirieren ließ. Was heute als „Oster-Oratorium“ Jahr für Jahr – und auch diesmal wieder am Ostermontag in der Hamelner Marktkirche – zelebriert wird, begann seine Laufbahn als herzogliches „Geburtstagsständchen“, bis Bach aus „Entfliehet, verschwindet, entweicht, ihr Sorgen“ ein „Kommt, eilet und laufet...“ machte. Und seinem Oratorium in einer späteren Bearbeitung eine Sinfonia sowie ein Adagio vorausstellte. Und im Übrigen darauf verzichtete, die Geschichte des leeren Grabes, der Auferstehung also, von einem Evangelisten erzählen zu lassen. Hier redet jeder für sich selbst. Dass das Oratorium nie ganz den Stellenwert des Weihnachts-Oratoriums erreichte, liegt vermutlich auch an den parodistischen Einschüben, die in „Bachland“ einfach nicht so gut ankommen. Anders beim Marktkirchen-Kantor Hans Christoph Becker-Foss, der dem Werk mit seiner Leichtigkeit, aber auch Theatralik und sprachlichen Besonderheiten à la Busch: „Hier seh ich mit Vergnügen / Das Schweißtuch abgewickelt liegen“, immer neue Nuancen abgewinnt.

veröffentlicht am 22.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 13:41 Uhr

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Autor:

Richard Peter


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