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Bäume auf dem Campingplatz gefällt / Anwohner üben Kritik

Ende der Schattenspender

HAMELN. Schattenspendende Bäume sind auf Campingplätzen gern gesehen – sollte man meinen. Dennoch ließ der Betreiber des Hamelner Campingplatzes „An der Weser“ einer ganzen Reihe von ihnen den Garaus machen. Und das hatte einen gute Grund.

veröffentlicht am 04.12.2018 um 18:12 Uhr

„Fünf bis sechs“ der gefällten Bäume seien nicht mehr standsicher gewesen, urteilte die Stadtverwaltung. Foto: ey
Jens Meyer

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Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite
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Allerdings: „Bei vielen Bäumen – vor allem Platanen – war es notwendig geworden, weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war“, erklärt Betreiber Manush Ibrahim Gerbeshi den Kahlschlag. Er könne die Menschen verstehen, die kritischen Klütviertler und Hamelner, die seine Entscheidung, 16 Bäume – so Gerbeschis Angabe – entfernen zu lassen, teils massiv kritisieren. „Ich habe mir tausend Mal überlegt, ob ich das tue. Aber es war schon dazu gekommen, dass relativ schwere Äste auf Wohnwagen fielen – ich hatte keine Wahl!“

In der Tat bescheinigt die Stadtverwaltung dem Platzbetreiber, dass er im Sinne der Verkehrssicherheit gehandelt habe. „Er hat sein Vorgehen abgestimmt. Im November und Dezember 2017 gab es einen Ortstermin mit unserer Fachabteilung. Herr Gerbeshi hatte damals einen Antrag auf Fällung von etwa 20 Platanen gestellt. Fünf bis sechs waren nicht verkehrssicher, die anderen sollten wegen Umgestaltungsmaßnahmen fallen. Ihm wurde die Erlaubnis zur Fällung der nichtverkehrssicheren Bäume genehmigt“, sagt Pressesprecherin Janine Herrmann. Entsprechende Nachpflanzungen gemäß der Baumschutzsatzung wurden ebenfalls festgehalten. Über die anderen Bäume sollte noch einmal nachverhandelt werden, „weil für uns auch unter gestalterischen Gesichtspunkten der gesamte Umfang nicht nachvollziehbar war“.

In der Zwischenzeit allerdings wurde die bestehende Baumschutzsatzung politisch aus den Angeln gehoben, Genehmigungen von der Stadt wurden überflüssig. Im Oktober teilte die Verwaltung dem Campingplatzbetreiber mit, dass die Weiterverfolgung der Ausnahmegenehmigung nebst Nebenbestimmungen nicht weiter verfolgt wird. Mehr Bäume gefällt, als von der Stadt nach den alten Regeln gestattet, habe er jedoch nicht, unterstreicht Gerbeshi im Gespräch mit der Dewezet.

Bürger wie Sibylle Voss sind dennoch alarmiert: „Ob der Fortbestand der Baumschutzsatzung dieses ökologische und ästhetische Desaster hätte verhindern können, sei dahingestellt. Doch das Vorhandensein einer solchen Satzung könnte zumindest wie eine Art Gedankenstrich wirken – ‚Achtung, Bäume!‘“ Auch der BUND Hameln-Pyrmont forderte jüngst mit einem Antrag an die Stadtpolitik, eine neue Baumschutzsatzung. Darüber beraten wurde noch nicht.

Campingplatzbetreiber Manush Ibrahim Gerbeshi lässt die Kritik zurzeit über sich ergehen. „Es ist immer ein heikles Thema, das weiß ich. Aber jeder kann sich darauf verlassen, dass ich neue Bepflanzungen vornehmen werde. Die Hamelner sollten mir ein bisschen Zeit geben“, sagt er. Allerdings sollen die Nachfolger der Platanen dann nicht mehr gar so viel Schatten spenden und auch nicht mehr den Fernsehempfang stören, darüber hatten Kunden Gerbeshis geklagt.

„Nicht mehr zu retten“
war nach Worten des Campingplatz-Chefs ebenso die Hecke zur Straße. Auch hier soll bald Ersatz gepflanzt werden.



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