weather-image
24°
Zahl der Influenza-Erkrankten erreicht neuen Höchststand

Ende der Grippewelle noch nicht absehbar

HAMELN. Influenza-Infektionen kommen in diesem Jahr häufiger vor als sonst: Die Zahl der „echten“ Grippefälle in Stadt und Land bewegt sich offenbar auf einen neuen Höchststand zu. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat für die ersten beiden Monate dieses Jahres schon doppelt so viele Influenza-Fälle wie im gesamten Jahr 2017 registriert.

veröffentlicht am 20.02.2018 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 21.02.2018 um 11:11 Uhr

Husten, Schnupfen, Erschöpfung, teilweise Fieber: Ob die Grippewelle abklingt, können Experten derzeit noch nicht abschätzen. Foto: dpa
Lars Lindhorst

Autor

Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Halbleere Büros und Klassenzimmer, volle Arztpraxen: Nasenspray und Halstabletten gehören bei vielen Menschen derzeit zu ständigen Begleitern. Die Erkältungswelle hält auch weiterhin an. Viele hat es derzeit schlicht „erwischt“. In manchen Fällen aber kommt es noch heftiger: Wenn sich zu Schnupfen und Husten auch noch starke Gliederschmerzen und hohes Fieber gesellen, liegt oftmals eine fiese Infektion mit Influenza-Viren vor.

Influenza-Infektionen kommen in diesem Jahr häufiger vor als sonst: Die Zahl der „echten“ Grippefälle in Stadt und Land bewegt sich offenbar auf einen neuen Höchststand zu. Das Gesundheitsamt des Landkreises hat für die ersten beiden Monate dieses Jahres schon doppelt so viele Influenza-Fälle wie im gesamten Jahr 2017 registriert. Ein Ende der aktuellen Grippewelle sei noch nicht absehbar, heißt es.

Auch das Landesgesundheitsamt in Hannover rechnet noch nicht mit einer Trendwende. Es lässt sich noch nicht „abschließend einschätzen, ob der Höhepunkt der Grippewelle bereits erreicht ist“, sagte Dr. Holger Scharlach von der Landesbehörde gestern auf Anfrage der Dewezet.

Stand 20. Februar sind beim Hameln-Pyrmonter Gesundheitsamt 101 Grippefälle für dieses Jahr registriert worden. Gemäß Infektionsschutzgesetz müssen Ärzte, die bei Patienten eine Influenza feststellen, diese bei der Gesundheitsbehörde melden. Während in den ersten acht Wochen des aktuellen Jahres schon über einhundert solcher Fälle aufgetreten sind, so Kreissprecherin Sandra Lummitsch, seien im gesamten Jahr 2017 gerade einmal 55 Influenza-Meldungen beim Gesundheitsamt des Landkreises eingegangen. Und es wird laut Lummitsch auch mit dem Andauern von Neuinfektionen gerechnet. „Auch der März ist erfahrungsgemäß ein potenzieller Grippemonat, allerdings meist nicht mehr so heftig wie der Februar“, sagt sie.

Im Hamelner Sana-Klinikum gebe eine Vielzahl von Patienten, die zurzeit mit „grippeähnlichen Symptomen“ unter anderem in die Notaufnahme kommen, bestätigt Klinikum-Sprecherin Natalie Arnold. Allerdings sei dies jahreszeitbedingt nicht ungewöhnlich.

Derzeit lässt sich noch nicht abschließend einschätzen, ob der Höhepunkt der Grippewelle bereits erreicht ist.

Dr. Holger Scharlach, Landesgesundheitsamt

Einen besonderen Anstieg an Grippe-Patienten kann Arnold für das Hamelner Krankenhaus nicht feststellen, sie schränkt allerdings auch ein, dass viele Patienten mit Grippesymptomen nach der ambulanten Vorstellung meist das Klinikum schnell wieder verlassen würden.

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt erhebt als Kennzahl für Grippe-Infektionen unter anderem regelmäßig den Krankenstand in den Kindertageseinrichtungen des Landes im sogenannten „ARE-Wochenbericht“. In dieser Woche ist der Krankenstand, der auf akute Atemwegserkrankungen beruht, „mit 17.9 Prozent im Vergleich zur Vorwoche noch einmal angestiegen und liegt höher als in den vorhergehenden Saisons“, so Dr. Scharlach. Seit Beginn der Inlfuenzasaison in der 40. Kalenderwoche sind insgesamt 3717 laborbestätigte Influenzafälle an das Landesgesundheitsamt übermittelt worden, allein in der vergangenen Woche waren es 1203 Fälle niedersachsenweit.

Von einer Grippewelle ist die Rede, wenn der Erreger in mehr als 20 Prozent der übermittelten Proben zu finden ist. Anfang Februar lag die Rate laut Landesgesundheitsamt bei 38 Prozent.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare