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Teure Panne bei der Anmeldung

Eltern zahlen zu viel für den Kindergarten

Hameln. Jeden Monat zu viel an den Kindergarten gezahlt, fast 600 Euro insgesamt für ein Jahr. So geschehen bei Familie Krell (Name von der Redaktion geändert) aus Hameln. Doch wie konnte es zu dieser Panne kommen?

veröffentlicht am 15.12.2015 um 18:01 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:46 Uhr

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Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Die Mutter Angela Krell weiß von vier weiteren Familien, denen es genauso erging. „Vielleicht wissen andere Familien das auch nicht und zahlen zu viel“, sagt Angela Krell. Passieren konnte das, weil offenbar bei der Anmeldung nicht genau hingesehen wurde beim Thema „Geschwisterkind und betreute Stunden“.

Der Fall abstrahiert: Ein Kind, Lisa, geht in den Kindergarten A, ein zweites, Paul, in die Krippe B. Paul wird mit der höheren Stundenzahl betreut, was im Kindergarten von Lisa jedoch nicht bekannt ist. Nun gilt in Hameln, dass bei Geschwisterkindern für dasjenige Kind weniger Gebühren gezahlt werden muss, das weniger Betreuungszeit in Anspruch nimmt. In diesem Fall hätten die Eltern für Lisa weniger zahlen müssen. Sowohl für Paul als auch für Lisa haben Krells aber Monat für Monat den vollen Betrag gezahlt. Aufgefallen ist das nur durch einen Zufall, weil eine andere Mutter Angela Krell in einem Gespräch gefragt habe, nach dem Motto: „Wisst ihr eigentlich,...?“ Nein, wussten sie nicht.

Früher wurde in den Anmeldebögen für Kitas und Krippen, die Eltern sich von der Internetseite der Stadt Hameln herunterladen konnten, offenbar nur eingetragen, ob ein Geschwisterkind vorhanden ist und in welche Kindertagesstätte es geht. Neuer ist, dass auch die Betreuungsdauer für das Geschwisterkind abgefragt wird. Damit wird jetzt auf einen Blick deutlich, welches Kind zu welchen Preisen betreut werden muss. Christine Charles vom AWO-Kindergarten Barchusen erzählt, dass sie das sonst immer im Gespräch mit den Eltern geklärt habe. Dass es nun auch schwarz auf weiß festgehalten wird, sei auf jeden Fall ein Weg, solche Missverständnisse von vornherein auszuschließen. „Gleiches gilt übrigens auch für Geschwisterkinder, die nachmittags an einer Grundschule betreut werden“, erläutert Christine Charles. Auch diese Kinder seien noch von der Vergünstigung betroffen. Rückzahlungen aufgrund gleich gelagerter Fälle hat Christine Charles nach eigenen Angaben noch nicht erlebt. Wohl aber, wenn es zum Beispiel um Kann-Kinder geht.

Das letzte Jahr im Kindergarten ist für Eltern in Hameln gebührenfrei – kommt nun ein Kann-Kind tatsächlich früher in die Schule, haben die Eltern für das vergangene, letzte Kindergartenjahr bereits bezahlt. Dann müssten schon mal höhere Summen zurückgezahlt werden, schildert die Kita-Leiterin. Je nach Betreuungszeit können das bei einem Ganztagsplatz sogar über 2000 Euro sein. Im umgekehrten Fall gilt: Wechselt ein Kind doch noch nicht zum geplanten Zeitpunkt in die Schule, sondern bleibt ein weiteres Jahr im Kindergarten, dann werde auch dieses „zweite letzte Jahr“ vor der Schule nicht in Rechnung gestellt.

Familie Krell hat das zu viel gezahlte Geld längst zurückbekommen. „Das war gar kein Problem“, erzählt Angela Krell. Was gewesen wäre, wenn sie die Kindergarten-Leitung nicht darauf angesprochen hätte? Ob der Kindergarten das irgendwann von alleine gemerkt hätte? Fragen, auf die sie keine Antwort bekommt. Aber vielleicht hilft ihre Geschichte jetzt anderen Eltern, noch einmal die Gebührenzahlungen an ihre Kita genauer anzusehen. Für den einen oder anderen springt vielleicht ein nettes Weihnachtsgeld dabei heraus.

Info: Das sagt die Satzung

Satzung über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung der Tageseinrichtungen für Kinder der Stadt Hameln, Paragraf 3:

Besuchen Geschwister Tageseinrichtungen in der Stadt Hameln, verringert sich die Gebühr für das zweite Kind um ein Drittel und für jedes weitere Kind um zwei Drittel. Zweites und jedes weitere Kind im Sinne dieser Regelung ist jeweils in absteigender Reihenfolge das Kind mit dem geringeren Betreuungsumfang (ohne Sonderbetreuungsdienste und Ferienbetreuung).



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