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Noch eine IGS für Hameln oder Beibehaltung des Status Quo – Politik muss Richtung vorgeben

Eltern stellen sich gegen Schulpläne

HAMELN. Dieser Tage könnte die Politik die Weichen für die Zukunft der weiterführenden Schulen in Hameln stellen – es geht dabei um eine Richtungsentscheidung. Behält die Stadt alle bisher vorhandenen Schulformen oder werden die drei Ober- und Realschulen in einer weiteren Integrierten Gesamtschule (IGS) aufgehen?

veröffentlicht am 12.11.2018 um 17:31 Uhr

Große Pause an der Breslauer Allee: Der Elternrat setzt sich für den Erhalt der Theodor-Heuss-Realschule als reine Realschule ein. Foto: wal
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Während die Stadtverwaltung diese beiden Varianten für die Ausschusssitzung am kommenden Donnerstag schon einmal als mögliche Beschlussfassungen formuliert hat, sehen Ratspolitiker zum Teil noch erheblichen Klärungsbedarf. Bei Eltern von Schülern der Theodor-Heuss-Realschule (THRS) ist hingegen der Ärger groß. Sie kritisieren, im Laufe der aktuellen Schulentwicklungsplanungen gar nicht in die Überlegungen mit einbezogen worden zu sein.

„Die Meinung der Eltern hätte mal abgefragt werden können“, meint Ralf Mispagel, Elternratsvorsitzender der THRS, „aber wir sind nicht gefragt worden“. Dass es im Vorfeld der Überlegung eine Elternbefragung gegeben habe, räumt er zwar ein, doch sind seiner Ansicht nach die Falschen befragt worden.

Zur künftigen Schullaufbahn hatte die Verwaltung die Meinung der Eltern von Dritt- und Viertklässern eingeholt; laut Mispagel kein zielführendes Vorgehen. Statt mit Eltern von Grundschülern zu sprechen, hätte die Verwaltung besser Eltern gefragt, die tatsächlich bereits im System Realschule Erfahrung gesammelt hätten, meint der Elternratsvorsitzende.

Mispagels Haltung ist jedenfalls klar: Die Realschule an der Breslauer Allee soll so bleiben, wie sie ist – eine reine Realschule mit einer überschaubaren Schülerzahl von knapp über 600. Er ist für die Beibehaltung des Status Quo, „für die Vielfalt“ der Schulformen in Hameln – mit Oberschulen, Realschule, der bestehenden IGS und den Gymnasien.

Dem Vernehmen nach dürfte sich Mispagel mit dieser Haltung auch der Unterstützung durch den Stadtelternrat sicher sein. Der hat sich vor kurzem zwar erst neu formiert, doch zeichnet sich bei den Elternvertretern anderer Schulen wohl durchaus auch eine Mehrheit für den Erhalt des bisherigen Systems ab, heißt es.

Das Szenario, dass die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage für die Politik aufzeigt, beinhaltet eine mögliche zweigliedrige, weiterführende Schullandschaft in Hameln, wonach es neben den Gymnasien nur noch Integrierte Gesamtschulen (IGS) gäbe. Die THRS würde in einer neugegründeten IGS aufgehen. Gleiches träfe auf die beiden Hamelner Oberschulen, die Pestalozzi- und die Wilhelm-Raabe-Schule, zu (wir berichteten).

Ein Szenario, mit dem sich Wilfried Binder, Fraktionschef der SPD im Rat, anfreunden kann: „Die Chancengleichheit in der IGS ist deutlich besser als bisher“, begründet Binder seine Haltung. Die Fraktion sei mit der Diskussion um die Schulformen „fast am Ende“, lässt er durchblicken. Was die künftigen Standorte der Schulen betrifft, so stehe man noch ganz am Anfang.

„Keine überstürzten Entscheidungen“ wird es laut CDU-Fraktionschefin Birgit Albrecht geben. Die Ratsfraktion hatte die erst eine Woche alte Verwaltungsvorlage zum Thema einer internen Sitzung am Montagabend. Zu einer Tendenz wollte sich Albrecht nicht hinreißen lassen.

Aus Sicht von Sven Kornfeld (Grüne) wird es womöglich am Donnerstag noch keine Richtungsentscheidung geben, eher einen „Austausch der Argumente“. Bei künftigen Schulentwicklung sei vielmehr zu „gucken, ob man etwas im Konsens entscheidet“. Die Diskussion könne noch einige Monate dauern. Kornfeld ist sich deshalb sicher, dass der Ausschuss die Hamelner Schulfrage vertagen wird.

Er mag recht haben: Es hat schon unwichtigere Themen gegeben, die die Politik mit dem Verweis auf „weiteren Beratungsbedarf“ zeitlich geschoben hat.

Termin: Die Entwicklung der Hamelner Schulstandorte wird am Donnerstag, 15. November, unter anderem Thema im Schulausschuss der Stadt sein. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr im Forum des Schiller-Gymnasiums, Gröninger Straße.



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