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Bei Minusgraden im Freien arbeiten: Wie sich die Profis vor Kälte schützen

Eiseskälte? Sie müssen trotzdem raus

HAMELN. Egal ob Bauarbeiter, Postbote oder Marktbeschicker: Sie sind momentan die „Helden der Arbeit“. Ein Blick aufs Thermometer reicht aus, um zu wissen, warum man vor diesen Leuten den Hut ziehen kann - sie selbst aber dicke Wollmützen bis über ihre Ohren gezogen haben.

veröffentlicht am 01.03.2018 um 17:42 Uhr

Mit der 96-Mütze hinaus in die Morgenkälte: Bernd Grupe ist mit dem Lastenfahrrad als Zusteller für die Citipost unterwegs. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Forstarbeiter auf schneebedeckten Böden mitten Wald, Tiefbauer in Baugruben zwischen tiefgefrorenen Böden oder Feuerwehrleute, denen das Löschwasser in den Schläuchen zu frieren droht. –5 Grad Celsius, –8 Grad und sogar Minuswerte im zweistelligen Bereich. Dazu starker, eisiger Ostwind: Es hilft alles nichts – sie müssen raus zum arbeiten.

Morgens um kurz nach 8 Uhr steigt Bernd Grupe auf den Sattel seines Lastenfahrrads und strampelt gegen eisige Windböen an. Grupe ist Zusteller bei der Citipost. Bis zu 1000 Sendungen müssen in den nächsten Stunden in die Briefkästen wandern. Der 35-Jährige hat sich dick eingepackt. Sein Tipp: Der Zwiebellook – mehrschichtige Kleidung. Unten darf die lange Unterhose nicht fehlen. Obenherum ein T-Shirt, dicken Pullover, eine Weste und eine windundurchlässige Winterjacke. Den Kopf schützen ein über die Ohren gezogenes Multifunktionstuch und eine 96-Wollmütze vor der Kälte.

Heiße Getränke hat sich der Hamelner auf seiner Altstadtroute nicht mitgenommen. Unterwegs gönnt er sich ab er schon einmal einen warmen Kakao, wie er sagt. Und genießt die wenigen Minuten in wohltemperierten Geschäftsräumen, wenn er die Briefe persönlich hereinreicht.

Martin Masur überprüft eine Baustelle. Seine Mitarbeiter machen Schlechtwetterpause. Foto: fn
  • Martin Masur überprüft eine Baustelle. Seine Mitarbeiter machen Schlechtwetterpause. Foto: fn
Christina Koselt ist Filz- und Wolle-Expertin und schwört bei den Vorbereitungen zu Mystica Hamelon zudem auf große Schuhe. Foto: fn
  • Christina Koselt ist Filz- und Wolle-Expertin und schwört bei den Vorbereitungen zu Mystica Hamelon zudem auf große Schuhe. Foto: fn

„Was im Wintersport gut ist, hilft auch bei der Arbeit“, weiß Martin Masur aus langjähriger Berufserfahrung. Der Mann ist Dachdeckermeister, muss bei jedem Wetter im Freien arbeiten – und schwört auf warme Sportunterwäsche und seiner Arbeitskleidung. Seine Mitarbeiter bleiben seit vergangenem Montag zu Hause, arbeiten bei der Kälte nicht und beziehen Schlechtwettergeld. Laut Masur aber nicht wegen der klirrenden Kälte, vielmehr können einige Baustoffe bei den Minustemperaturen nicht verarbeitet werden.

„Im Schuh muss ordentlich Platz sein. Dann bleiben die Füße länger warm“, sagt Christina Koselt. Die Mystica-Marktbeschickerin aus Kaiserslautern baut in der zugigen Osterstraße ihren Filz- und Wollstand auf. Sie hat sich selbst gleich zwei Wollmützen über den Kopf gezogen, um der Kälte zu trotzen. Auch die Händlerin baut auf den Zwiebellook, trägt mehrere Pullover aus Merinowolle übereinander. Während der Markttage soll zusätzlich ein Heizpilz für wohlige Wärme im Stand sorgen.



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