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Einzigartiges Modellprojekt: Jugendanstalt bildet Gefangene zu Feuerwehrmännern aus

veröffentlicht am 02.04.2012 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln. Das Projekt ist wohl bundesweit einmalig: Hinter den mit Nato-Draht gesicherten hohen Betonmauern der Jugendanstalt Hameln werden derzeit Diebe, Räuber und Gewalttäter zu Feuerwehrleuten ausgebildet. Von Ulrich Behmann

Seit Mitte Januar läuft die Feuerwehr-Ausbildung in der Jugendanstalt. 15 junge Männer haben sich gemeldet. 13 sind bei der Stange geblieben. Die Häftlinge sollen die Chance haben, nach ihrer in Kürze anstehenden Entlassung bei einer Freiwilligen Feuerwehr „anzuheuern“.

„Wie groß der Wunsch der JA-Insassen ist, sich ehrenamtlich zu betätigen, hat uns alle überrascht“, stellt die Leitende Psychologiedirektorin und Chefin von Deutschlands größter Jugendanstalt, Christiane Jesse, fest.

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Übung macht den Meister: Im Gefängnishof bereiten sich diese beiden Häftlinge auf ihre praktische Prüfung vor. Foto: ube

Als Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner von dem Vorhaben erfuhr, war er sofort Feuer und Flamme. Er gestattete „seiner“ Feuerwehr, die Ausbildung in der Haftanstalt durchzuführen und die dafür erforderlichen Fahrzeuge und Geräte zu benutzen.

Aber es gibt auch andere Stimmen. „Da sind drei Lager, sagt Heinz Brand, Leiter der Arbeitstherapie in der Jugendanstalt: Einige sagen: ,Geben wir Ex-Häftlingen ’ne Chance‘, andere wissen nicht so recht, was sie davon halten sollen, und eine Minderheit meint: ,Um Gottes Willen – einmal Knacki, immer Knacki.“  JA-Direktorin Jesse bringt es so auf den Punkt: „Die Justiz will resozialisieren. Und die Feuerwehren haben Nachwuchssorgen. Da treffen sich unsere Gedanken.“

Aber nicht jeder, der möchte, darf in der Jugendanstalt Hameln an der Truppmann-Ausbildung teilnehmen – Brandstifter werden nicht zugelassen. „Das Verhalten im Vollzug spielt natürlich eine ganz große Rolle“, erklärt Sozialamtmann Dietmar Müller. „Ein Teilnehmer darf keine Drogen nehmen, nicht gewaltbereit sein – und er muss zudem überdurchschnittlich mitarbeitsbereit sein.“ Gute Führung wird belohnt.

Zwei Teilnehmer sind René (23) und Florian (18). Was sie sich von der Ausbildung zum Feuerwehrmann erhoffen,  lesen Sie in der Dewezet.



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