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Hamelner Schwimmverein besteht seit 100 Jahren / Heute Wettkämpfe und Party im Südbad

Einst ging es um Sport und Soziales

Hameln. Wer im Jahre 1913 in Hameln schwimmen gehen wollte, nutze die natürliche Gegebenheit unseres Hausflusses vor Ort. Auch die Mitglieder des „Hamelner Schwimmvereins von 1913“ (HSV) stiegen damals in der „Burgermeisterschen Badeanstalt“ unterhalb des Amtsgerichts in die Weserfluten. Dass sich die Vereinsvorgänger des heutigen HSV bei Wettkämpfen einst auch mit der Strömung in der Weser auseinandersetzen mussten, ist heute kaum noch vorstellbar – geschweige denn ein Bad in der Weser.

veröffentlicht am 07.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Schon damals ging es im Hamelner Schwimmverein neben den Grundkenntnissen des Schwimmens und den sportlichen Aspekten auch um den sozialen Faktor, um die Geselligkeit. Zum Tage der Weimarer Republik wurde beispielsweise in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts alljährlich am 11. August von der Tünderschen Warte zur damaligen Weserbrücke ein Langstreckenschwimmen von Sport- und Freizeitschwimmern ausgetragen. „Diese Veranstaltung war wohl die am meisten besuchte Schwimmveranstaltung“, heißt es in der Chronik des Vereins. Von 1920 bis etwa 1946 wurde übrigens unter dem Namen „Schwimm-Club Hameln“ trainiert. Mit der Entstehung eines kleinen Schwimmbades in der Hamelner Molkerei (12,5 mal 6 Meter) Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts konnten die Schwimmer auch im Winter trainieren.

Der Zweite Weltkrieg aber riss tiefe Wunden in die Reihen der Vereinsmitglieder, und 1945 standen die verbliebenen schwimminteressierten Hamelner, ebenso wie 1918, vor einer Reaktivierung des Schwimmsportes in Hameln. Es gelang erneut. Nach einigem Hin und Her nannte sich der Verein 1948 wieder „Hamelner Schwimmverein v. 1913“. Mit der Fertigstellung des Hallenbades an der Hafenstraße im Jahre 1953 begann eine neue Ära für den Schwimmsport. „Aufgrund der vorhandenen Hallenbäder entwickelte sich Hameln damals zur Schwimmhochburg für Leistungsschwimmer“, erklärt Horst Wrosch vom Hamelner Schwimmverein. „Zu dieser Zeit waren Hallenbäder keine Selbstverständlichkeit“, unterstreicht der Chronist.

Das erste internationale Schwimmfest nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1955 in Hameln ausgetragen. 1958 absolvierten die besten deutschen Jugendschwimmer des Landes im Hamelner Hallenbad unter dem damaligen Bundestrainer Satori einen Lehrgang, Schwimmer vom HSV waren dabei. 1961 fuhren die Hamelner erstmalig zu den Deutschen Meisterschaften und den Deutschen Jugendmeisterschaften. Viele bahnbrechende Erfolge auf Bundes- und Landesebene folgten Jahr für Jahr – bis heute. 1965 übernahm der HSV das Wittekindbad und zog dort in sein erstes Vereinsheim ein. In den 70er Jahren erreichte der Verein mit rund 500 Mitglieder fast seine Kapazitätsgrenze. Zehn Jahre später wechselte der HSV ins neu errichtete Südbad und bezog dort sein imposantes Vereinsheim.

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Im Südbad wurden im Jahre 1986 sogar Landes- und Landesjahrgangsmeisterschaften ausgetragen. 1987 waren Schwimmer aus Torbay und St-Maur-des Fossé gleichzeitig zu Gast in Hameln. Seit 1984 veranstaltet der HSV kontinuierlich das Hamelner Nachwuchsschwimmfest mit rund 600 Aktiven aus 12 Vereinen. 1981 wurde das Hallenbad am Einsiedlerbach eröffnet und brachte zusätzliche Trainingszeiten für die Schwimmer und Schwimmerinnen des HSV.

Als weiteres Standbein des Hamelner Schwimmvereins sei an dieser Stelle der Wasserballsport erwähnt, der 1921 mit der Anschaffung eines ersten Wasserballes seine Anfänge nahm. Der Verein verzeichnete in den 50er Jahren 56 aktive Wasserballer. 1968 richtete er sein erstes internationales Wasserballturnier aus. Im August dieses Jahres findet mittlerweile das 45. Turnier statt. Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es sogar kurzzeitig eine Damenwasserballmannschaft. 2010 stiegen die männlichen Wasserballer in die zweite Bundesliga auf. Zu den aktiven männlichen Wasserballern gehörte einst auch viele Jahre Sven Finne. Er ist heute mit 73 Jahren das älteste Mitglied im Verein, trat 1949 dem Hamelner Schwimmverein bei und gilt als „Urgstein“. Noch immer geht Finne jede Woche ins Bad, und mittlerweile zieht er regelmäßig beim Seniorenschwimmen seine Runden über 1000 Meter. Schwimmwartin Nicole Titz zollt ihm heute uneingeschränkten Respekt dafür.

Am heutigen Samstag wird der Hamelner Schwimmverein seinen 100. Geburtstag im Vereinsheim im Südbad begehen. Der offizielle Teil beginnt um 11 Uhr mit Überraschungsehrungen. Nach einem Schwimmteil mit Showschwimmen am Nachmittag geht um 19 Uhr die Party los.

Die reine Männerriege des Schwimmvereins früher; heute geht es fröhlich und locker zu (re.). git

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