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Frau stürzt wegen Fuge im Pflaster und bricht sich das Handgelenk

„Einmal pro Jahr nachbessern reicht“

Hameln. Immer wieder sorgt das neue Pflaster der Hamelner Fußgängerzone für Ärger. Nun ist eine Frau mit ihrem Schuh in einer Fuge zwischen zwei Steinen hängengeblieben und hat sich das Handgelenk gebrochen. Dennoch: Einmal im Jahr nachbessern reicht, findet die Stadt.

veröffentlicht am 23.02.2016 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Kurz vor Silvester möchte Renate Tegtmeier-Scherfeld dem Zeitungszusteller, der ihr jeden Morgen die Dewezet liefert, ein kleines Geschenk in die Geschäftsstelle in der Osterstraße bringen. Auf dem Rückweg bleibt sie, zwischen dem Dewezet-Lesercafé und dem Schuhhaus Mengedoht, mit ihrem Schuh in einer Fuge zwischen zwei Pflastersteinen hängen, stürzt und bricht sich das Handgelenk. „Splitterbruch“, sagt die 75-jährige Hamelnerin. „Dieses Pflaster ist Gift für Fußgänger.“

Es ist nicht das erste Mal, dass das neue Pflaster der Hamelner Fußgängerzone für Ärger sorgt. Mit Pfennigabsätzen bleibt man in den Fugen, die vom Regen ausgewaschen werden, genau so hängen wie mit Rollatoren und Kinderwagen. Zwei Zentimeter breit und genau so tief sind die Abstände zwischen den einzelnen Steinen teilweise. Das Problem sei bekannt, heißt es aus dem Rathaus immer wieder, im Rahmen der Gewährleistung übernehme das Unternehmen Boymann, das die Steine verlegt hat, das „Nachsanden“ – einmal pro Jahr, „auch wenn es derzeit so aussieht, als reiche das nicht aus, um die Fugen in einigen Jahren endlich dicht zu bekommen.“

Zuletzt habe Boymann im Oktober 2015 „nachgeschlämmt“. „Es gibt jedoch immer Bereiche, die aufgrund von Vordächern ohne Dachrinne oder aufgeklappten Sonnenschirmen durch Tropf- beziehungsweise Regenwasser stärker ausgewaschen werden, was nicht den Baufirmen anzulasten ist“, heißt es aus dem Rathaus. Wenn die Gewährleistung 2017 ausläuft, „können die Pflegeintervalle verkürzt werden, was letztlich zu einem entsprechenden Kostenaufwand führen würde“, heißt es weiter. Generell könne man selbst bei zirka 1,5 Zentimeter tiefen Fugen über das ebenflächige Granitpflaster aber noch bequem laufen, findet man im Rathaus – „man muss halt das richtige Schuhwerk tragen“.

Nur: Wir haben nachgemessen – und bei 1,5 Zentimetern zwischen den Pflastersteinen bleibt es nicht. Und: Dass sie erst jetzt erfährt, was als richtiges Schuhwerk gilt – wohlgemerkt nicht für einen Wandertrip, sondern für einen Bummel durch die Fußgängerzone ihrer Heimatstadt –, zaubert die Metallplatte in Frau Tegtmeier-Scherfelds Handgelenk nun auch nicht mehr weg.



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