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Sammler, Bastler und Fans beim Schleppertreffen in Hastenbeck / 125 Fahrzeuge vor Ort

Einmal mit dem Trecker tuckern …

Hastenbeck (fn) „Pizza, den Siebzehner!“ Frank Hundertmark kniet vor einem betagten Hanomag-Traktor. Sein Blick ist unter der Motorhaube auf eine zu lösende Schraube gerichtet. Seine ölverschmierte Hand streckt er „Pizza“ in Erwartung des verlangten Werkzeugs über die Schulter entgegen. Und Jörg Sporleder, den sie hier eigentlich alle nur „Pizza“ nennen, weiß, was zu tun ist und reicht dem 46-jährigen Schlossermeister einen 17er Ringschlüssel. Beide sind mal wieder mit ihren Mitstreitern von den Hastenbecker Schlepperfreunden in ihrem Element: Trecker restaurieren und instandhalten. Zwei bis dreimal wöchentlich trifft sich der harte Kern der 35 Treckerfans in der Werkstatt bei Sporleders Elternhaus, dort wird dann stundenlang geschraubt, geschweißt oder lackiert. „Meist bis zu vier Stunden, es kann auch mal etwas später werden“, erzählt Hundertmark. Sie scheinen vom Metall und Öl nicht genug zu bekommen, arbeiten einige von ihnen doch schon tagsüber als Schlosser oder Landmaschinenmechaniker.

veröffentlicht am 07.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 07:21 Uhr

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Mit einem „Porsche Standard“ fing es vor gut zehn Jahren an, erzählt Horst Naujocks. „Inzwischen haben wir einen Brillant 601A, einen R16 Baujahr 1952, einen R442 von 1962 und weitere sieben Hanomag-Schlepper, aber auch einen 500er Schlüter.“ Und die kosteten auch einiges. „Für einen gut erhaltenen Trecker muss man heute 3000 Euro auf den Tisch legen“, sagt Hundertmark. Sporleder fügt an, dass der Preis auch von den produzierten Stückzahlen abhängig sei. „Vom Hanomag R442 liefen in Hannover rund 3500 Stück vom Band. Dagegen produzierte Hanomag vom äußerlich fast gleichen R442/50 keine 1000 Stück. Und der kostet dann gleich doppelt so viel“, so der 45 Jahre alte Schlosser.

Hundertmarks Ehefrau Astrid „lebt mit dem Hobby ihres Mannes mit“, wie sie erklärt. Und der Nachwuchs ist auch nicht untätig. Die 17-jährige Tochter Alica besitzt den nötigen Führerschein und steuert einen Trecker zu auswärtigen Treffen, bei denen auch ihr Bruder Alex (8) gern dabei ist. Naujocks Sohn Michael bringt als Landmaschinenmechaniker das nötige Know-how für die Reparaturen der Schlepper mit. Dagegen zieht Sporleders Tochter Tjara „ein PS“ vor: Sie reitet lieber.

Bisher haben die Hastenbecker jeden Trecker wieder flott machen können. „Einmal hatten wir Schwierigkeiten bei einem Brillant 601. Dem mussten wir gleich drei Mal die Bremsen reparieren. Bei jeder Probefahrt saßen sie sofort wieder fest. Jede Reparatur nahm zwei volle Tage in Anspruch“, erinnert sich Horst Naujocks. Bei der Ersatzteilbeschaffung tauscht man sich mit den befreundeten Clubs im Umkreis aus. Bisher haben wir immer das gefunden, was wir auch benötigten“, fährt der 59-jährige fort.

Starke Maschinen – starke Menschen beim Schleppertreffen i
  • Starke Maschinen – starke Menschen beim Schleppertreffen in Hastenbeck.
„Pizza“ und Helfer reparieren einen alten Hanomag.
  • „Pizza“ und Helfer reparieren einen alten Hanomag.
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Starke Maschinen – starke Menschen beim Schleppertreffen i
„Pizza“ und Helfer reparieren einen alten Hanomag.
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Der Schlosspark als Kulisse

Diese Verbundenheit wurde am Wochenende beim „9. Hastenbecker Schleppertreffen“ im Schlosspark wieder sichtbar. Gut 125 Treckerliebhaber tuckerten mit ihren Schmuckstücken in das Dorf am Hastebach, darunter einige aus dem Auetal sowie aus Maspe im Lippischen. So gesellten sich Traktoren der Marken Lanz, Fendt, Ursus, Porsche, Normag und Schlüter zu den hanomaggrünen Schleppern der Hastenbecker. „Der Schlosspark ist eine interessante Adresse. Woanders hat man nicht so ein schönes Ambiente“, zeigte sich Günter Reisch vom „Treckerclub Reher“ begeistert. Leider zeigte sich das Wetter nicht von seiner besten Seite, so wurden die Besucherzahlen der Vorjahre nicht erreicht, obwohl die Organisatoren einiges für Teilnehmer und Gäste auf die Beine gestellt hatte. Bei einer Pflugvorführung konnten die Treckerfahrer zeigen, dass sie nicht nur an den, sondern mit den Fahrzeugen arbeiten können.

Gaudi gab es beim Tauziehen – diesmal mit Menschenkraft – über einen Bach. Dabei setzten sich die Esperder durch. Am Samstagabend saßen die Schlepperfreunde gemütlich bei der Scheunenfete zusammen. Der schnellste Trecker des Treffens wurde übrigens auch zum schönsten gewählt: Es ist der „Schlüter“ von Andreas Lippke. Für ihn hat sich das Schrauben also auch wegen einer Auszeichnung gelohnt.

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