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Dewezet-Lesertelefon

Einkaufen in der Innenstadt soll Spaß machen

HAMELN. In der Hamelner Altstadt stehen viele Geschäfte leer. Was wünschen sich die Einwohner und Einkäufer für die Innenstadt, welche Vorschläge haben sie, etwa die Osterstraße wiederzubeleben? Am Dewezet-Lesertelefon wurden ein breiteres Warenangebot, kostenloses Parken und mehr Engagement der Verwaltung gefordert.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 17:54 Uhr
aktualisiert am 06.03.2019 um 11:25 Uhr

Marc Fisser

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Reporter zur Autorenseite

Rainer Hinze appelliert, die Besucher zwei bis drei Stunden gratis parken zu lassen. „Es muss Spaß machen, in die Stadt zu fahren“, sagt der Salzhemmendorfer. Er wolle dabei nicht ständig auf die Uhr gucken müssen. Seine erste Wahl für Einkäufe außerhalb sei inzwischen Laatzen, wo das Abstellen des Autos kostenlos sei. Waltraud Schulzschlägt vor, auch die Linienbusfahrten nur noch aus Steuergeldern zu bezahlen – dann würden auch viele umsteigen und ins Zentrum fahren.

Oliver Balthunwünscht sich für die Altstadt „mehr Geschäfte mit außergewöhnlichem Pep“. Dort könnte zum Beispiel mittelalterliche Kleidung angeboten werden. Das Mystica-Treffen am vergangenen Wochenende zeige, dass es dafür eine große Szene gebe. Auch mit besonderen Schuhen – etwa Stiefeln für Männer, auch in Übergrößen, könnte nach seiner Einschätzung Umsatz gemacht werden. Oder mit Produkten aus Afrika und mit Waren, für die man sonst in die Baumärkte an den Stadtrand fahren müsste. Die Verantwortlichen in der Stadt müssten mehr Initiative entwickeln, Kontakte zu solchen Geschäftsleuten knüpfen.

Julius Kühneerklärt die sinkenden Ladenmieten und die schwindende Attraktivität für die Hauseigentümer, in der Altstadt zu investieren, mit dem Bau der Stadt-Galerie und dem Online-Handel. „Eine Immobilie in Hameln rentiert sich sowieso schon schlechter als ein durchschnittlicher Immobilienfonds, wieso also jetzt, nachdem die Läden nicht mal mehr vermietet werden können, noch ein Haus behalten beziehungsweise instandhalten?“ Ein vorbildliches Beispiel sei hingegen die Stadt Wolfenbüttel, wo es kein Einkaufscenter gebe, dadurch aber „viele Einzelhändler und stabile Mietpreise“.

Ein Ladenbetreiber, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, beklagt einen Mangel an „fertigen, vernünftigen Verkaufsflächen“. Manches sei technisch und optisch auf dem Stand der 1960er Jahre. Er beobachte über die Jahre einen kontinuierlichen Rückgang der Besucherfrequenz in der Osterstraße. Und er befürchte, dass die Stadt und die Marketing und Tourismus GmbH die Situation unterschätzen. Die Veranstaltung der großen Feste, die vielfach gepriesen werde, „bringt für den Einzelhandel nicht viel“, teilweise sinke der Umsatz in dieser Zeit sogar. Die Kosten für die Miete und die Mitarbeiter müssen in den Läden erwirtschaftet werden – da wünschte er sich, „dass die Stadt die Geschäftsleute nicht mit zu vielen Vorschriften drangsaliert“. Denn es gebe durchaus hoch motivierte Ladeninhaber.



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