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Sana-Klinikum wendet neues Verfahren an

Eingriff bekämpft Rückenschmerzen

HAMELN. Beschwerden im Rücken können unterschiedliche Ursachen haben. Ebenso vielfältig sind die Behandlungsansätze, die von konservativen Behandlungen mit Medikamenten und Bewegungstherapie bis zu Operationen an der Wirbelsäule reichen. Am Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont wurde für die Behandlung ein weiteres Verfahren etabliert.

veröffentlicht am 10.11.2016 um 18:47 Uhr

Mit dem neuen Verfahren können auch chronische therapieresistente Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich durch einen minimalinvasiven Eingriff gut behandelt werden.Dr. Mohamed Altaher, Leiter der Sektion Neurochirurgie in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, jedenfalls ist von dem neuen Verfahren überzeugt.

Besonders schmerzhaft werden sogenannte tiefe Rückenschmerzen empfunden. Häufig sind diese Schmerzen nicht genau zu lokalisieren, da sie auch bis ins Gesäß oder den Oberschenkel ausstrahlen können. Die Hintergründe für die Schmerzen können vielfältig sein, was die Leidensgeschichte der Patienten oft verlängert. So können zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall, Fehlhaltungen, muskuläre Beschwerden oder Gelenkarthrose zum Beispiel in den kleinen Zwischenwirbelgelenken oder im Kreuzbein/Darmbein-Gelenk (sog. Iliosakralgelenk) für den tiefen Rückenschmerz ursächlich sein. „Eine genaue Abklärung der Schmerzursache ist für den Behandlungserfolg entscheidend“, erklärt Dr. Mohamed Altaher.

Das neue Verfahren eigne sich insbesondere für Patienten, die an tiefen Rückenschmerzen leiden, zum Beispiel hervorgerufen durch eine Instabilität des Iliosakralgelens. „Das Iliosakralgelenk, das das Kreuzbein und die Beckenschaufel miteinander verbindet, ist kein klassisches Gelenk, wie das Knie- oder Hüftgelenk. Es lässt nur passive Bewegungen zu und ist sehr stark durch Bänder und Muskeln gesichert und umgeben. Dies ist mit ein Grund warum Schmerzen nicht nur im unteren Lendenwirbelbereich, sondern auch im Becken und den Beinen auftreten können“, erklären Dr. Altaher und Prof. Stefan Hankemeier, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Bei dem neuen Verfahren kommt eine gebogene Thermosonde zum Einsatz, die am Ende drei Elektroden enthält, mit denen ein relativ großer Schmerzbereich gezielt verödet werden kann. Dabei ist nur ein einziger Einstich erforderlich und nicht mehrere Zugänge, wie bei der klassischen Thermodenervation, die punktuell arbeitet. Für die Behandlung ist nur ein sehr kurzer stationärer Aufenthalt erforderlich und der Eingriff wird unter Lokalanästhesie durchgeführt. Die Patienten profitieren rasch von dem Eingriff und sind schnell wieder mobil.red



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