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Fabelhafte Künstler beim Jazztival

Eine zarte Lady mit großer Stimmgewalt

Eine fabelhafte Mischung aus Jazz, Blues, Soul und Funk, die Sydney Ellis & The Midnight Preachers im Lalu beim 15. Jazztival auf die Bühne brachten. Selbst Greg Copeland zog seinen Hut - und der zieht sonst nie seinen Hut.

veröffentlicht am 29.10.2017 um 17:34 Uhr

Sydney Ellis – eine großartige Künstlerin im Lalu. Foto: wft
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Wolfhard F. Truchseß Reporter
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HAMELN. „Das war nicht nur ein fantastisches Konzert mit Sydney Ellis, das war eine erdbebenartige Erfahrung sie zu hören und ihr zu lauschen. Ich ziehe meinen Hut vor ihr und ihrer wundervollen Band.“ Und Greg Copeland, selbst Weltreisender in Sachen Blues, zieht seinen Hut eigentlich niemals, auch nicht, wenn er selbst auf der Bühne steht und einen Club zum Kochen bringt. Aber mit seiner auf Facebook geposteten Beurteilung bringt er auf den Punkt, was Sydney Ellis & The Midnight Preachers am Freitagabend im Lalu auf dem Hefehof beim 15. Jazztival auf die Bühne brachten: Eine fabelhafte Mischung aus Jazz, Blues, Soul und Funk, wie sie nur selten in dieser Perfektion und mit einer derartigen Bühnenpräsenz zu erleben ist.

„Da brauchen wir gar nicht mehr nach Amerika zu fahren“, kommentierten Wolfgang und Monika Schmodter, die ihre Eintrittskarten bei einer Verlosung von „Hallo Mittwoch“ gewonnen hatten, das Konzert. „Das war einfach wunderbar.“ Ein Kommentar, wie er nach mehreren Solo-Zugaben, darunter das ergreifende „Amazing Grace“ dieser in tausenden von Club-Konzerten erfahrenen Künstlerin, von vielen Besuchern am Ausgang abgegeben wurde.

Fünfzehn Jazztivals hat das Hefehof-Team um Dr. Jobst-Walter Dietz mittlerweile organisiert – fünfzehn Konzerte, von denen eines besser als das andere war und alle unvergleichlich schön in ihrer musikalischen Vielfalt. Da sage noch jemand, in Hameln sei nichts oder zu wenig los. Was am Freitagabend im Lalu geboten wurde, kann jedenfalls mit jedem Club-Konzert in Hamburg, Berlin oder München mithalten.

Nicole Johänntgen Foto: wft
  • Nicole Johänntgen Foto: wft

„Baby Please Don‘t Go“, „Monday Blues“, „I Wonna Go Home“, „On My Way“ oder „Mean And Evil“ lauten die Titel, die Sydney Ellis mit großer Stimmgewalt und grandioser Ausdruckskraft auf die Bühne brachte. Unglaublich, was diese 70-jährige zarte Lady aus sich herausholt, wie sie permanent in Bewegung ist, jeden Rhythmus ihrer Band begleitet und mit eleganten Handbewegungen ihre Musiker dirigiert. Das war afrikanisch-amerikanische Folkmusik vom Allerfeinsten.

Zum Auftakt des 15. Jazztivals hatten die Schweizer Saxofonistin Nicole Johänntgen & Band vor allem Musik von ihrer neuen CD „20“ präsentiert, einer Mischung von Free Jazz bis zu Klängen aus dem Stilbereich von Jan Gabarek, unterlegt mit sehr harten, rockigen Beats des Drummers Elmar Federkeil. Nicole Jo, wie sie sich auch nennt, spielt ihr Tenorsaxofon höchst akkurat, beherrscht enorm schnelle Läufe und produziert dabei immer wieder weit hinausschwebende glasklare Klänge, die wie Gletscherbäche dahinfließen. „Wir lassen uns vor allem von der Natur und unserer Umgebung inspirieren“, kommentierte Nicole Jo die Themen ihrer Musik, mit der sie wahre Bilder in die Köpfe ihrer Hörer zaubert, auch wenn die Brüche in ihren Kompositionen manchmal hart ausfallen und sich nicht jeder Übergang vom Saxofon-Solo zum Keyboard erschließt.

Dennoch, es war mit Nicole Jo & Band und Sydney Ellis & The Midnight Preachers ein fabelhafter Abend.

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