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Der Verein „Cradle to Cradle“ setzt auf totales Recycling

Eine Welt ganz ohne Müll?

veröffentlicht am 15.09.2016 um 09:13 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Tim Janßen, Geschäftsführer des Vereins „Cradle to Cradle“, vertrat am Dienstagabend in der Sumpfblume die zu den Umwelttagen Weserbergland eigentlich angekündigte frühere niedersächsische Umweltministerin Monika Griefahn, die trotz einer langfristig gegebenen Zusage auf einem anderen umweltpolitischen Kongress weilte. Der Grundgedanke des Vereins und seiner Gründer: Alle Produkte sollten so produziert werden, dass nach dem Ende ihrer Nutzung alle verwendeten Rohstoffe wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt und erneut verwendet werden können. So könne möglicherweise auch das heute gängige Konsum- und Nutzungsverhalten völlig geändert werden, meinte Tim Janßen vor nicht mehr als zwei Dutzend Zuhörern in der Sumpfblume. Sein Beispiel: Der Kunde kauft keine Waschmaschine mehr, sondern er kauft sich die Dienstleistung von angenommenen tausend Waschgängen zu einem bestimmten Preis. Danach nimmt der Hersteller die Maschine zurück, recycelt sie fachgerecht und der Kunde erwirbt weitere tausend Waschgänge mit einer neuen Maschine. Janßen geht davon aus, dass diese Art der Produktion dazu führen werde, dass die Produktion derartiger Produkte gleich das Recycling mitberücksichtigen würde.

Zentrale Themen von „Cradle to Cradle“ sind die Endlichkeit der Rohstoffe, die Verschmutzung der Welt und die Gesundheit des Menschen. Dass beispielsweise die Verwendung von Kunststoffen mittlerweile dazu geführt hat, dass Fische heute sieben Mal mehr Kunststoffteilchen aufnehmen als Plankton, gefährde auch die Gesundheit der Menschen, führte Janßen an. Was die Endlichkeit der Rohstoffe angehe, reiche das seltene Element Indium nur noch weniger als zehn Jahre, wenn sein Verbrauch weltweit pro Mensch dem eines Durchschnittsamerikaners entspreche. Auf die Problematik der Endlichkeit aller möglichen Stoffe hatte in den 1980er Jahren bereits der Club of Rome hingewiesen, dessen Prognosen sich allerdings bislang nicht in der angenommenen Schärfe bewahrheitet haben.

Dass die leichtfertige Verwendung aller möglichen Stoffe die Gesundheit der Menschen belaste, zeige sich in der westlichen Welt vor allem an der Zunahme von allergischen Reaktionen. Selbst im Recycling-Toilettenpapier befänden sich so viele Elemente, dass Klärschlamm heute kaum noch als Dünger auf die Äcker verbracht, sondern auf Sondermülldeponien entsorgt werden müsse, erklärte Janßen. Eine österreichische Druckerei sei deshalb dazu übergegangen, ihre Produkte nur noch mit biologisch abbaubaren Farben zu drucken. Dass selbst ein Sportschuh in diesem Sinn zu produzieren sei, habe Puma bewiesen. Der Abrieb des Schuhs sei biologisch abbaubar gewesen und damit wieder in den Naturkreislauf zurückgeführt worden, der Schuh selbst sei kompostierbar gewesen.

Das Problem auf der Erde sei nicht die Anzahl der Menschen, die auf ihr lebten, sondern die Art und Weise, wie produziert werde. Nur wenn der Mensch vom „Schädling“ zum „Nützling“ werde, könne das Ziel erreicht werden, den Fußabdruck des Menschen zu verringern.



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