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Unzufriedenheit über Reinigung an Schulen / SPD/Linke-Gruppe möchte die Dienste in kommunaler Hand sehen

Eine „Vier“ für die Putzleistung an Schulen

HAMELN. Vor allem an Schulen geht es offenbar nicht so sauber zu, wie es eigentlich im Interesse aller Nutzer wäre – und wie es einmal war. Seit die Stadt neue Vertragspartner für die Gebäudereinigung an Schulen nach europaweiter Ausschreibung ins Boot geholt hat, herrscht Unzufriedenheit über die Reinigungsleistung. Politiker aus der Gruppe SPD/Linke wollen den Dienst wieder an Hände vor Ort geben.

veröffentlicht am 05.11.2018 um 13:20 Uhr
aktualisiert am 05.11.2018 um 18:20 Uhr

Seit Firmen von außerhalb Hamelns die Reinigung an Schulen übernommen haben, herrscht Unzufriedenheit über die erbrachte Leistung. Foto: dpa
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite

Im schlechtesten Fall ist es ein regelrechtes Ekel-Thema, wenn es halb so wild ist, geht es um schlecht gewischte Fußböden, dreckige Fenster oder Staubweben an der Decke. Vor allem an Schulen geht es offenbar nicht so sauber zu, wie es eigentlich im Interesse aller Nutzer wäre – und wie es einmal war. Jetzt greifen die Politiker aus der Gruppe SPD/Linke das Thema auf und wollen etwas ändern.

Es ist gerade einmal sieben Monate her, dass die Stadt Hameln neue Vertragspartner für die Gebäudereinigung an Schulen nach europaweiter Ausschreibung ins Boot geholt hat. Seither sind ausschließlich Unternehmen von außerhalb Hamelns mit der Reinigung von Rathaus und Schulen beauftragt – was, wie es aus betroffenen Kreisen heißt, an der einen oder anderen Stelle ein geringeres Maß an Flexibilität nach sich zieht. Beispiel: Donnerstagabend ist noch eine Abendveranstaltung an einer Schule – könnte gegen 21 Uhr noch einmal jemand schnell durchsaugen? Das geht dem Vernehmen nach mit auswärtigen Unternehmen weniger gut als mit einem, das sich Hameln und vielleicht sogar der Schule verbunden fühlt.

Nicht allein die Möglichkeit, schnelle Absprache zu treffen, wird vermisst, auch die Qualität ist nicht so wie gewünscht. „Es wird nicht so sorgfältig geputzt“, sagt der Leiter der Pestalozzi-Schule Uwe Wilhelms-Feuerhake. Er bedauert, dass alles „sehr, sehr oberflächlich“ erledigt werde. Das liege weniger an den ausführenden Personen als an dem Druck, der auf ihnen laste, ist Wilhelms-Feuerhake sich sicher. Die Ausschreibung gewonnen haben schließlich die Unternehmen mit dem niedrigsten Preis – „den Mindestlohn müssen sie alle zahlen; also geht es nur über die Zeit“. Er vermisst außerdem eine gewisse Verbundenheit der Akteure mit der Schule, genau wie Andreas Jungnitz vom Schiller-Gymnasium.

Die Reinigungsleistungen insbesondere in den Schulen sind unbefriedigend.

Aus dem Antrag der SPD/Linke-Gruppe

Ob die Stadt unterm Strich mit den neu geschlossenen Verträgen wirklich günstiger fährt als zuvor, wagt Wilhelms-Feuerhake zumindest leise zu bezweifeln. Wenn „Sie ständig kontrollieren müssen und laufend den Ärger haben“, sagt er, ist es am Ende vielleicht doch noch billiger. Denn: Der Schulleiter habe schon häufig mit den zuständigen Personen bei der Stadtverwaltung in Kontakt gestanden, weil es eben nicht läuft, wie es soll. Von dem Umstand, dass es unangenehm sei, selbst die Reinigungskräfte immer wieder auf Versäumnisse hinzuweisen, einmal abgesehen. Von „Resignation“ ist die Rede, weil einige es leid sind, auf alles aufmerksam zu machen. Dann werde eben auch mal ein Putzergebnis hingenommen, was an sich unbefriedigend sei.

Ginge es nach den Ratsfraktionen SPD und Linke, läge das Thema „Reinigung“ komplett in kommunaler Hand – vorausgesetzt allerdings, dass das finanziell machbar ist – wo dafür die Grenze liegt, ist offen. Vielmehr soll die Verwaltung jetzt prüfen, wie es sich finanziell, qualitativ und sozial auswirkt, wenn eigene kommunale Reinigungskräfte den Wischmopp und den Putzlappen schwingen. „Die Reinigungsleistungen insbesondere in den Schulen sind unbefriedigend“, konstatiert die Gruppe in ihrem Antrag. Immer wieder werde man als Kommunalpolitiker von Schulleitungen und Eltern darauf angesprochen, heißt es weiter. Die Sozialdemokraten und Linken führen einen vermeintlichen Mangel an Sauberkeit vor allem auf den am Markt herrschenden Zeitdruck zurück. Innerhalb kurzer Zeit müssten viele Flächen gereinigt werden.

Lägen die Geschicke in kommunaler Hand, so hätte die Stadtverwaltung die Möglichkeit, den Druck, der aufgrund der Arbeitsverdichtung im Wettbewerb entstehe, zu verringern. „Mit eigenen Kräften hätte sie unmittelbaren Einfluss auf die pro Stunde zu reinigende Fläche“, meinen die Gruppenmitglieder unter Leitung von Wilfried Binder. Sie führen weitere soziale Aspekte ins Feld, die in ihren Augen für eine „Rekommunalisierung“ dieses Bereichs sprechen: Lohndumping wäre kein Thema und eine „angemessene Personalvertretung kann gewährleistet werden“. Aus sozialen Gründen befürwortet die Gruppe, dass städtische Liegenschaften von städtischen Mitarbeitern gereinigt werden – aber eben nicht zu jedem Preis. Das soll die Verwaltung jetzt ausrechnen – wenn denn die Gruppe mit ihrem Antrag auf offene Ohren stößt und letztlich auf eine Mehrheit im Rat. Auf die Tagesordnung kommt das Thema am Mittwoch, 21. November, im Ausschuss für Finanzen, Personal und Wirtschaft.



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