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Anlage seit März 2018 außer Betrieb

Eine Toilette für 100.000 Euro

HAMELN. Vor knapp einem Jahr hatten Unbekannte ein Feuer in der Toilettenanlage am Europaplatz gelegt. Seitdem ist die Sanitäreinrichtung außer Betrieb. Zwar sei laut Rathaus im Dezember mit der Sanierung begonnen worden. Dabei sei aber ein Wasserschaden festgestellt worden, wie es auf Anfrage aus dem Rathaus heißt. Das treibt die Kosten in die Höhe. Derzeit geht die Stadt „grob geschätzt“ von 100.000 Euro aus.

veröffentlicht am 04.02.2019 um 12:54 Uhr
aktualisiert am 04.02.2019 um 17:10 Uhr

Seit knapp einem Jahr außer Betrieb: die Toiletten am Europaplatz. Foto: Dana
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Auf das Feuer folgt das Wasser. Nachdem Unbekannte vor knapp einem Jahr ein Feuer in der Toilettenanlage am Europaplatz gelegt hatten, wurde unlängst ein Wasserschaden festgestellt, der die Kosten für die Sanierung in die Höhe treibt. Für den potenziellen Nutzer ändert sich dadurch nichts. Die Toilette ist bereits seit dem Feuer Anfang März 2018 außer Betrieb – und das mitten an einem der Hamelner Einfallstore. Die Sanierung der Sanitäreinrichtung soll mit schätzungsweise 100 000 Euro zu Buche schlagen.

In den frühen Abendstunden hatten die unbekannten Brandstifter in einem Abstellraum der Herrentoilette ein Feuer gelegt, indem sie Klopapierrollen und Reinigungsmittel anzündeten. Das Feuer griff auf die hölzerne Decke über. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer zu löschen, bevor es weiteren Schaden anrichten konnte (wir berichteten). Damals war die Schadenshöhe vonseiten der Polizei Hameln noch mit im Vergleich zu den heute erwarteten Kosten bescheidenen 1000 Euro beziffert worden. Tatsächlich ist der Schaden und die damit verbundenen Kosten deutlich höher.

Das Nachsehen haben die Hamelner – die als Steuerzahler außerdem für den Schaden aufkommen müssen – und die Besucher der Rattenfängerstadt, die am Europaplatz seit bald einem vor verschlossener Türe stehen, wenn sie zur Herren- oder Damen-Toilette wollen. Gesperrt sind beide, weil die gesamte WC-Anlage „technisch im Verbund zu sehen sei“, so Stadtsprecher Thomas Wahmes.

Unglücklich, wenn dann auch noch, wie seinerzeit berichtet, zum Weihnachtsmarkt ein Infoblatt der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) die öffentliche Toilette am Europaplatz auswies, obwohl diese da schon lange außer Betrieb war.

Die Sanierung erweist sich als schwierig – und zeitaufwendig. Wahmes spricht auf Anfrage von „einer sehr komplexen Angelegenheit“. Anfang Dezember wurde – nach laut Stadtverwaltung aufwendiger Untersuchung auf Giftstoffe, Brandrückstände und so weiter – zwar mit den Sanierungsarbeiten begonnen. So habe eine Fachfirma die WCs entkernt, wobei abermals „besonders auf gefährliche Stoffe (Brandrückstände)“ habe geachtet werden müssen, sagt Wahmes. Aber: „Während dieser Arbeiten ist festgestellt worden, dass Wasser von irgendwoher eindringt“, führt der Stadtsprecher aus. „Die vor Weihnachten geplanten Estricharbeiten wurden daraufhin verschoben, um nach der Ursache und einer Lösung zu forschen.“ Dafür seien eigens Bohrungen unternommen worden, die zutage brachten, dass die Ursache für den Wasserschaden „in einer Trennfuge der Sohle“ liege.

Um eindringendes Wasser aufzufangen, sei dafür in der vergangenen Woche im Bereich des Herren-WCs eine Tauchpumpe angeschlossen worden. Doch dabei sei ein noch ein Problem zutagegetreten: In einer Druckleitung unterhalb der WC-Anlage sei eine weitere „schadhafte Stelle“ festgestellt worden. „Die Arbeiten gestalten sich damit deutlich aufwendiger, als dies ursprünglich absehbar war“, befindet der Stadtsprecher.

In dieser Woche sollen nun Arbeiten an der Lüftungsanlage in Angriff genommen werden. „Die Lüftungsanlage, aber auch alle Elektro-, Sanitär- und Heizungsanschlüsse müssen aufgrund des Brandschadens komplett erneuert werden“, sagt Wahmes. Die Kosten für die Sanierung würden sich „grob geschätzt“ auf 100 000 Euro belaufen.

Nun ist das Feuer in der Toilettenanlage aber bald zwölf Monate her. Wieso dauert so eine Sanierung so lange? Der Stadtsprecher verweist auf „umfangreiche Vorüberlegungen, Planungen, Ausschreibung, Auswertung der Ausschreibungsergebnisse, Auftragsvergabe und so weiter“, ehe überhaupt mit den eigentlichen Arbeiten angefangen werden könne. „Und es ist ja auch nicht so, dass die Betriebe bereitstehen und innerhalb weniger Tage anfangen zu arbeiten“, merkt Sprecher Wahmes an. „Ein solches Projekt benötigt immer einen gewissen Vorlauf.“

Erschwerend komme hinzu, dass die „personellen Ressourcen in der Abteilung Gebäudewirtschaft“ begrenzt seien, sodass es schwierig sei, so eine Aufgabe „dazwischenzuschieben“. Schließlich sei das nicht geplant, der Brandschaden „nicht vorhersehbar“ gewesen.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Toilettenanlage frühestens Ende Mai wieder in Betrieb genommen werden könne. Die HMT verweist für die Zwischenzeit auf das WC in der angrenzenden Tiefgarage. Die Brandstifter waren laut Stadtverwaltung von der Polizei im Übrigen nicht zu ermitteln.



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