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An der Spielkonsole hat Andreas Filyo keine Chance: Portugal trifft fünf Mal in einer Halbzeit

„Eine Schande“– Dänemark verliert mit 0:6

Hameln (ch). „Beng“, „uuh“ – ein Raunen geht durch den Raum, als der portugiesische Stürmer nach einem fiesen Stoß in die Seite krachend zu Boden geht. „Faires Tackling“ meint Andreas Filyo unberührt. Beim EM-Vorrundenspiel gegen Portugal ist der Däne nicht zimperlich. In voller Fußballmontur sind er und sein portugiesischer Gegner Miguel Nunes in den Medienraum der Dewezet gekommen, um dort schon einen Tag vor dem heutigen EM-Spiel den Match-Gewinner zu ermitteln – an der Xbox.

veröffentlicht am 13.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 05:21 Uhr

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In der ersten Halbzeit sieht es für die in Weiß spielenden Dänen noch verhältnismäßig gut aus. Nach dem – wie selbst Filyo offen zugibt – überraschenden Sieg gegen die Niederlande sind sie hoch motiviert. Wie weit die Mannschaft im Turnier kommen wird, darauf will sich der braungebrannte Däne, der eine Tennisschule in Hameln betreibt, nicht festlegen. „Erst einmal gibt es ein 1:0 gegen Portugal und ein Unentschieden gegen Deutschland.“ Auch Nunes gibt sich siegessicher, lehnt eine kurze Aufwärmphase vor dem Spielanpfiff dankend ab. „Gegen Deutschland das hätte auch ein Unentschieden weden können“, meint er. Das Spiel hat er im Pyrmonter Schlosshof gesehen. Mutig hat er sich vor den zahlreichen Deutschlandfans im portugiesischen Trikot als Unterstützer der Gegenseite geoutet. „Es gab schon etliche Kommentare. Aber das war zu erwarten.“ Doch in ihrem nächsten Spiel in der Dewezet-Arena haben die Portugiesen zunächst Mühe, in Gang zu kommen. Dann, in der 20. Minute, wie aus heiterem Himmel ein gefährlicher Schuss auf das dänische Tor, der Torwart springt herbei – und hält. „Rettung in letzter Sekunde“, jubelt der Kommentator und Filyo seufzt erleichtert. „Ich gucke zwar gerne Fußball, aber so ein richtig verrückter Fan bin ich nicht. Zumindest nicht mehr.“ 1992, als Dänemark im Finale gegen Deutschland gewann und Europameister wurde, habe er jeden Spieler gekannt. „Drei Tage lang war Land unter in Dänemark“, erzählt er. Firmen hatten geschlossen, an den Unis fanden keine Veranstaltungen statt – „alle waren komplett verrückt, aber es hat keinen gestört“. Noch im gleichen Jahr ist er zum Arbeiten nach Deutschland gekommen, doch bei Spielen gegen die Deutschen drückt er Dänemark die Daumen.

32. Minute, Raul Meireles, holt aus, zielt in die Ecke und trifft. Tor! „Das war bitter“, flucht Filyo, Nunes lacht. Der Portugiese, der in Bad Pyrmont lebt, glaubt an seine Mannschaft: „Das Halbfinale ist drin.“ Er spielt selbst seit vielen Jahren Fußball, 2006 war er bei einem Spiel der portugiesischen Mannschaft im Stadion. „Nein!“ – Filyo stöhnt. Nachdem die erste Halbzeit relativ ausgeglichen war, geht es jetzt Schlag auf Schlag. 2:0 für Portugal, es folgen die Tore Nummer drei, vier, fünf und sechs. „Das ist ein Massaker, eine Schande für mein Land“, sagt Filyo. Da hilft auch der ehrliche Trost des Gegners kaum. „Wenn das Mittwoch für Dänemark so läuft, habe ich Schuld“, fürchtet er. Nunes hingehen strahlt: „Ich bin zufrieden, wenn wir Mittwoch nur die Hälfte schießen.“ Sein Tipp für das Spiel: 2:0 für Portugal, Filyo hofft auf ein 1:0. Ein Bier auf den Sieg des einen und die Niederlage des anderen wollen sie so oder so trinken.

Ein Video vom Spiel gibt es auf dewezet.de

Beim Fußballspiel an der Xbox triumphieren die Portugiesen (rot) über die Dänen (weiß).

4 Bilder

Fotos: jch

Es gibt nicht nur Schwarz-Rot-Gold: Alle Nationen, die um den Fußball-Europameister-Titel kämpfen, sind in Stadt und Landkreis vertreten. Die Dewezet bittet zur eigenen EM – an Spielkonsole, Kickertisch oder Torwand.



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