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„Carpe Noctem“ präsentiert in der Rattenfänger-Halle Perlen der Musikgeschichte aus 30 Jahren

Eine Hommage an die Welt des Musicals

Hameln. Der französische Komponist Camille Saint-Saens nannte die seiner Meinung nach zweifelhafte Gattung des Musiktheaters jenseits der großen Oper eine auf Abwege geratene Tochter. Allerdings fügte er galant an: „Nicht, dass auf Abwege geratene Töchter weniger charmant sind.“ Mit dieser Aussage bezog sich Saint-Saens auf Operettenproduktionen und die Anfänge des Musicals des frühen 20. Jahrhunderts. Mittlerweile kommt keine größere Stadt mehr ohne eine der markanten Musical-Produktionen aus. Komponisten wie Andrew Lloyd Webber, Sylvester Levay oder John Kander schufen einzigartige und unwiderstehliche Stücke, die vom musikbegeisterten Publikum vorbehaltlos geliebt werden und volle Theater garantieren. Der Ironiker Otto Schneidereit drückt es so aus: „Modernes Musiktheater kann zeigen, wie die Weltgeschichte abgelaufen wäre, wenn sie ein immerwährendes Musical wäre. Manchmal war sie eines.“ Und wenn schließlich der „sweet transvestite“ Frank ’n‘ Furter auf Österreichs königliche Stilikone Elisabeth trifft, um mit ihr, begleitet vom Phantom der Oper, abbaesk zur Musik von Queen zu tanzen, dann sind beide auf jeden Fall zur musikalischen Stippvisite bei der „Nacht des Musicals“ in der bedauerlicherweise nicht ganz ausverkauften Rattenfänger-Halle zu Gast. „Carpe Noctem“ wird der Abend in Hameln eröffnet, und die Darsteller nutzten diese besondere Nacht nicht nur mit dem Schlager aus „Tanz der Vampire“ musikalisch bestens, sondern ließen von der ersten Sekunde an den berühmten Funken überspringen. Was folgte, war eine Aneinanderreihung musikalischer Perlen aus den vergangenen 30 Jahren der Musical-Geschichte.

veröffentlicht am 06.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:21 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Mit dabei das unverwüstliche „Memories“ aus Cats, bei dem man fast eine Stecknadel hätte zu Boden fallen hören können, von Kathy Savannah Krause herzergreifend perfekt intoniert. Dem stand auch der Berliner Schauspieler und Sänger Alexander Kerbst stimmlich in nichts nach. Er schlüpfte in so unterschiedliche Rollen wie Falco aus „Rock me Amadeus“, kreierte seine ganz persönliche Performance als Frank ’n’ Furter aus der „Rocky Horror Picture Show“ mit humorvollem Bad in der Zuschauermenge und ließ das Publikum fast kopfstehen beim schweißtreibenden „We will rock you“ von Queen und seiner persönlichen Hommage an Udo Jürgens.

Auch wenn natürlich ausnahmslos alle Hits aus den zeitgenössischen Musicals über die Bühne der Hamelner Rattenfänger-Halle fegten und somit nur ein kurzer Ausschnitt präsentiert wurde, macht unter dem Strich dieser Abend Lust auf mehr. Oder, um es mit den Worten des Wiener Theaterdirektors Franz Jauner zu sagen: „Auf der Bühne ist jedes Genre erlaubt, nur nicht das Langweilige.“ Und das war dieser Abend gewiss nicht. Wen wundert es da, dass sich das Ensemble stilecht bei der lautstark geforderten Zugabe mit einem der größten Musicalhits überhaupt verabschiedete: „Thank you for the music“ aus der Feder von Benny Andersson und Björn Ulvaeus, besser bekannt als die beiden „B’s“ der schwedischen Popgruppe Abba. Dieser Titel konnte nicht treffender gewählt werden, steht er doch Pate als Verbeugung vor allen Kompositionen des modernen Musiktheaters.

Große Gesten, große Hits bei der „ Nacht des Musicals“ in der Rattenfänger-Halle. Foto: boh



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