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Woll-Weber hält Garne in allen Variationen und Farben vor / Beim Stöbern stößt man auf Schätze

Eine Fundgrube – nicht nur für Strickfans

Wolle gibt’s bei Woll-Weber in allen Facetten und Farben. Aber auch bei Näh- und

veröffentlicht am 05.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Karin Rohr
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Stickgarnen ist die Palette schier überwältigend.

Fotos: Wal

Seit 29 Jahren ist Regina Meier (li.) bei Woll-Weber. Hier nehmen sich die Verkäufer noch viel Zeit für ihre Kunden, beraten sie nicht nur bei Garnen und Stoffen, sondern helfen auch mit Tipps oder bei Strick-Problemen. Und geben jetzt auch Strickkurse.

Unten: Karin Brockmann führt das Fachgeschäft, das sie von ihrer Mutter Lisa übernommen hat, gemeinsam mit ihrem Mann Jörg.

9 Bilder

Fotos: Wal/Dana

Hameln. Knötchen an Knötchen reihen sich wie an einer Perlenschnur zum flauschigen Knäuel: Wenn Regina Meier (44) zu ihren Stricknadeln greift und demonstriert, wie schnell man mit diesem trendigem Noppengarn Ergebnisse erzielt, wagen selbst Ungeübte einen Versuch. „Das kann jeder ganz schnell lernen“, meint die Expertin, die seit 29 Jahren bei Woll-Weber arbeitet. Das Fachgeschäft in der Emmernstraße ist etwas Besonderes: ein Relikt aus den Zeiten, als der Kunde noch König war, und mit einem einzigartigen Warensortiment. Bei Woll-Weber nehmen sich Regina Meier und ihre Kollegin Tamara Kürth, die seit 30 Jahren dabei ist, noch viel Zeit für ihre Kunden, beraten sie nicht nur bei Garnen und Stoffen, sondern helfen auch mit Tipps oder bei Strick-Problemen. „Wenn wir nicht gleich Rat wissen, nehmen wir auch notfalls das Strickmuster einer Kundin mit nach Hause und vertiefen uns in das Problem“, erzählt Regina Meier.

Das Engagement der Verkäuferinnen wissen die Kunden zu schätzen: „Der Charme dieses Geschäfts kommt von den Personen, die hier arbeiten“, sagt Kerstin Levie. Die Stammkundin aus Bad Pyrmont ist von der kompetenten Beratung ebenso begeistert wie von der breiten Angebotspalette. „So etwas findet man sonst nirgends“, weiß sie aus Erfahrung. Als sie noch in Wolfen bei Halle an der Saale lebte, nahm sie fünf Stunden Autofahrt auf sich, nur um in dem Hamelner Woll-Geschäft einzukaufen. Sie strickt Pullover, Mützen, Schals für sich, den Ehemann und den Sohn, „weil wir für uns selten etwas Passendes finden“, meint Kerstin Levie: Sie sei zu rund, ihr Mann habe zu lange Arme. Und, na ja, Selbstgestricktes sei ohnehin schöner und origineller als Massenware von der Stange. Wie Kerstin Levie nehmen auch andere Kunden für den guten Service und das große Sortiment gern längere Anreisen in Kauf.

Denn bei Woll-Weber gibt es nichts, was es nicht gibt: Garne in allen Variationen und Farben: Schurwolle, Kaschmir, Merino, Seide und Leinen-Seide-Gemische, Baumwolle mit oder ohne Beimischungen, Glattgarne, Effektgarne, Bändchen- oder Noppengarne und „die ganze Öko-Palette“, Garne, die aus den Fasern von Soja, Mais oder Bambus stammen, die mindestens fünf Jahre lang ohne Chemie behandelt wurden. „Der Hit sind zur Zeit Socken und Filzpuschen“, erzählt Regina Meier. Das Stricken von ersteren kann man bei Christine Michelbach lernen, die das Woll-Weber-Team seit kurzem verstärkt und dort Strickkurse gibt. Und die Filzpuschen sind quasi der zweite Schritt: „Man muss nur Socken in XXL-Größe stricken und dann bei 60 bis 90 Grad waschen“, erklärt Regina Meier. Aber: „Man braucht reine Schafwolle dazu, denn nur die filzt richtig gut.“

Wer zu faul zum Stricken ist oder keine Zeit hat, kann bei Woll-Weber auch fertige Ware kaufen: Socken und Filzschuhe etwa, aber auch Ausstellungsstücke aus dem Schaufenster, die bei Lana Grossa, dem italienischen Hauptlieferanten für das Woll-Geschäft, bestellt und weiterverkauft werden.

Restbestände stapeln sich in Kartons

Im Parterre entdeckt man nicht nur eine Riesenauswahl an Strick- und Stickgarnen, sondern auch Knöpfe in allen Formen und Farben – und: Stoffe. „Alles Tischwäsche“, erklärt Regina Meier: „Damast, Baumwolle, Effektstoffe.“ Das Geschäft sei leider rückläufig seit in den Schulen kaum noch textiles Gestalten angeboten werde, meint die 44-Jährige. Trotzdem gibt es einen harten Kern, eine Art „Club“ von 10 bis 15 Frauen, die seit sechs Jahren von September bis März gemeinsam sticken: Hohlsäume, Hardanger, Kreuzstich und vieles mehr.

Eine Fundgrube für Strick-Fans ist die erste Etage, wo sich Woll-Kartons mit Restbeständen stapeln. Ein Euro kosten die Einzelknäuel zu 50 und 100 Gramm. Hier stöbern Stammkundinnen oft stundenlang.

Während Stricken nur wenigen Männern zusagt, kann man das starke Geschlecht durchaus fürs Sticken begeistern, hat Regina Meier festgestellt. Prominentester Vertreter ist Markus Duschek aus Hessisch Oldendorf, ein „Nadelmaler“, der bei den 4. Hamelner Kunstwegen bei Woll-Weber ausstellt.

Auch der Chef des Hauses, Jörg Brockmann, liebt die Stickerei, hat aber auch sehr viel Verständnis fürs Stricken, sagt Ehefrau Karin. Für die Tochter von Lisa Weber, die das Geschäft vor 51 Jahren gründete, wurde das Hobby der Mutter zur Passion. „Ohne Stricken könnte ich nicht leben“, sagt sie. Karin Brockmann arbeitet am liebsten mit neuer Wolle, trägt nur Selbstgestricktes und strickt für ihre Enkel. Ihr Geschäft, sagt sie, soll so bleiben wie es ist: individuell und mit intensiv gepflegtem Kundenkontakt.

Da ist es mehr als Ehrensache, dass die Verkäuferinnen nicht nur über Garne Bescheid wissen und kompetent beraten, sondern auch Stricken können: „Sonst hat man hier keine Chance“, sagt Regina Meier.



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