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Stadtwerke Hameln nehmen Blockheizkraftwerk für 163 HWG-Wohneinheiten in Betrieb

„Ein wichtiger Baustein der Energiewende“

Hameln (sk). Die von der Bundesregierung angeschobene Energiewende ist derzeit in aller Munde. „Genauso wie die Nutzung regenerativer Energiequellen ist die dezentrale Erzeugung von Energie direkt vor Ort ein wichtiger Baustein dieser Energiewende“, sagt dazu Helmut Feldkötter, technischer Leiter der Stadtwerke Hameln. Kleinere Erzeugungsanlagen werden seiner Ansicht nach in Zukunft eine immer wichtigere Rolle übernehmen; dabei erläutert er besonders die Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung: „Die deutsche Energieagentur hat berechnet, dass mehr als die Hälfte des Strombedarfs dezentral produziert werden könnte, wenn alle deutschen Haushalte mit Blockheizkraftwerk-Technik ausgestattet wären. Und nach den Plänen der Bundesregierung sollen KWK-Anlagen 2020 rund 25 Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken.“

veröffentlicht am 29.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:41 Uhr

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Jüngstes Projekt: In der Heizzentrale Heinestraße 31 der Hamelner Wohnungsbau-Gesellschaft mbH (HWG) ist gestern ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) für 163 Wohneinheiten in Betrieb genommen worden. Ein solches Kleinkraftwerk funktioniert auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) – der gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom. Als Antrieb dient ein gasbetriebener Motor, der wiederum einen Generator mit einer Leistung von 50 kW antreibt. So wird das neue Kraftwerk voraussichtlich 360 000 kWh Strom pro Jahr erzeugen und in das örtliche Netz einspeisen – genug Energie, um rund 103 Haushalte bei einem Durchschnittsverbrauch von 3500 kWh pro Jahr mit Strom zu versorgen.

Doch im Blockheizkraftwerk wird nicht nur Strom erzeugt: Die Wärme, die im Verbrennungsmotor entsteht, wird zusammen mit der Wärme des Abgases zum Heizen verwendet. Dazu wird sie mittels Wärmeüberträger aus dem Kühlkreislauf ausgekoppelt. Die Abgase werden wie bei einem herkömmlichen Heizkessel über ein Abgassystem abgeführt.

Karl-Michael Wiehe, Leiter Gas- und Wasserversorgung bei den Stadtwerken Hameln, kennt den Vorteil: „Diese Anlagen erzielen eine hohe Energieeffizienz. 90 bis 95 Prozent der eingesetzten Energien werden verwertet. Zum Vergleich: Bei den großen Kraftwerken sind es nur 34 Prozent.“

Der gesamte Wärmebedarf der Immobilie liegt bei 1,9 Millionen kWh pro Jahr. Bis zu 0,8 Millionen kWh Wärme werden nun durch das BHKW gedeckt, also rund 42 Prozent des gesamten Wärmebedarfs der Immobilie in der Heinestraße. Die Restwärme von 1,1 Millionen erzeugt weiterhin die HWG aus ihrer bestehenden Kesselanlage. Zum Vergleich: Die Wärmeproduktion von 800 000 kWh jährlich durch thermische Leistung von 100 kW entspricht einem jährlichen Wärmeverbrauch von 40 Einfamilienhäusern (bei 20 000 kWh pro Einfamilienhaus und Jahr).

HWG-Geschäftsführer Christian Mattern zeigt sich zufrieden angesichts der überaus guten Werte aus der ersten Betriebsphase: „Die Wärme wird nicht teurer sein als die aus der bestehenden Kesselanlage. Außerdem hat die Wärmeerzeugung mit der hocheffizienten Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung auch positive Auswirkungen auf den Gebäudeenergieausweis. Diese bedeutet eine energetische Verbesserung der Wohnungen ohne Mehrkosten“, so Mattern.

Die Stadtwerke Hameln betreiben, warten und überwachen das BHKW, speisen den erzeugten Strom in ihr Stromnetz ein und verkaufen die Wärme an die HWG. Die Planung der Anlage erfolgte durch das Ingenieur-Büro ENAKON Wolfenbüttel GmbH, der Bau wurde durch die Firma AME-Technik GmbH in Hameln durchgeführt. Karl-Michael Wiehe hat das Projekt aufseiten der Stadtwerke federführend begleitet und erläutert die Vorarbeiten: „In einer umfangreichen Potenzialanalyse zu möglichen privaten und öffentlichen Standorten zeigten sich für diese Heizanlage besonders günstige Rahmenbedingungen. Aus der ersten Betriebsphase seit dem 10. Juli lässt sich jetzt schon ableiten, dass die vorausberechneten Werte übertroffen werden. Weitere Projekte aus der Potenzialanalyse werden folgen.“

Startschuss für die neue Anlage: Helmut Feldkötter (GWS) mit Lars Steding (AME-Technik), Christian Mattern (HWG) und Markus Möller (auch AME-Technik, v. li.)

Foto: Wal



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