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„Hamelner Rotspon“ erinnert an Zeit der Hanse

Ein Wein „für die Hamelner“

HAMELN. Nein, als Weinstadt geht die Weserstadt nun nicht so recht durch. Aber als Hansestadt: Von 1426 bis 1572 gehörte Hameln zum Städtebund. Und darüber lässt sich dann wieder ein historischer Bogen zum Wein schlagen. Nun jedenfalls hat Hameln – wie etwa die berühmten Hansestädte Lübeck und Hamburg – seinen Rotspon.

veröffentlicht am 19.11.2018 um 20:04 Uhr
aktualisiert am 20.11.2018 um 11:40 Uhr

Der Hamelner Rotspon im Test (v. li.): Bürgermeisterin Karin Echtermann, Weinhändler Sven Kessels, Nicole Titz und Harald Wanger (beide HMT). Foto: fh
Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Das „Spon“ im „Rotspon“ das stünde (plattdeutsch) für den Holzspan. Im Grunde also „etwas Rotes aus dem Holzfass“, erklärt sich Weinhändler Sven Kessels den Namen. Er hat gemeinsam mit der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) das Projekt Hamelner Rotspon angestoßen. Dieser ist nun in der Gastronomie, in der Touristinfo und in Kessels Geschäft – Weinstrecke im Hefehof – erhältlich.

Im Spätmittelalter führte der Handel mit Salz, Fisch oder Getreide Händler nach Frankreich. Auf dem Rückweg brachten sie Bordeaux-Weine mit in die norddeutschen Hansestädte. Der Transport und die weitere Lagerung in Eichenfässern taten den Rotweinen überraschend gut. Dieser Rotspon dürfte damals auch schon den Hamelnern geschmeckt haben. Konkrete Hinweise auf Hamelns Rotspon-Geschichte hat Händler und Sommelier Kessels jedoch nicht gefunden. Hamelns eindeutig belegte Hanse-Geschichte aber greift nun der Name wie auch ein längerer Text auf der Flaschenrückseite auf.

In der Flasche befindet sich ein 2016er Bordeaux, abgefüllt mitten in dem südwestfranzösischen Weinbaugebiet vom Erzeuger Cheval Quancard. Der traditionelle Transport in Fässern ins nördliche Deutschland fällt für diesen Rotspon also aus. Die neue Hamelner Variante ist ein Cuvée – also ein Mix – aus 80 Prozent Merlot- und 20 Prozent Cabernet Sauvignon-Trauben. Aus der Flasche gelassen, riecht der Rotspon nach Kirsche und schmeckt trocken, aber elegant-mild, geradezu fruchtig. Kein „staubig trockener“ Bordeaux, sagt auch Fachmann Kessels. „Das macht der Cabernet.“

Preislich liegt der Wein mit rund 9 Euro dort, wo – eher alltagstaugliche – Bordeauxs eben liegen. Das „Hameln“ auf der Flasche koste nichts extra, versichert Kessels.

„Man kann immer einen Wein irgendwie etikettieren“, räumt HMT-Chef Harald Wanger ein, „aber hier gibt es über die Hanse einen Bezug zu Hameln.“ Auch in der Touristinfo an der Deisterallee wird längst Rot- und Weißwein, etikettiert mit dem Rattenfänger, als Souvenir angeboten. Beides deutsche Weine – wohl nicht übel, doch vor allem als Andenken oder Mitbringsel gedacht. Der Rotspon aber, sagt Kessels, das sei nun „ein Wein zum Trinken für die Hamelner“.

Information

„Hameln“ in Glas und Tasse

Nicht nur Weinfreunde finden in Hameln Getränke mit Bezug zur Stadt:

Rattenfänger-Kaffee: Ein fair gehandelter Hochland-Kaffee aus Bolivien. 100% Hochland-Arabica gibt es als ganze Bohnen oder gemahlen im 250-Gramm-Paket.

Rattenkiller: Zur Schädlingsbekämpfung ist dieses Getränk wohl nicht geeignet – dafür wäre es auch zu schade: ein Kräuterlikör mit 50 Prozent Alkohol. So kann er ebenso gut brennend wie eisgekühlt serviert werden. Die Rezeptur wurde vor rund 40 Jahren von dem inzwischen verstorbenen Hamelner Gastronom Karl-Heinz Fricke entwickelt. Erhältlich ist der „Rattenkiller“ in den Größen 0,7 und 0,2 Liter.

CraftKult: Die Brecke-Brauerei ist Geschichte, der „Lockruf“ auch schon verklungen, nun gibt es „CraftKult“, in Eldagsen gebraut, aber immerhin mit einer Hamelner Ratte auf dem Etikett. Der Hamelner Kay Schulze hat dieses Craftbier – übersetzt: ein handwerklich erzeugtes Bier – in diesem Jahr auf den regionalen Markt gebracht.



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