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AEG verabschiedet stellvertretenden Schulleiter Till Becker mit großer Feier

„Ein Typ wie Albert Einstein“

Hameln. Wer kennt sie nicht, die Lehrer, die ihren Schülern und Kollegen auch nach Jahrzehnten in Erinnerung geblieben sind? Auch wenn manche behaupten, dass es kaum noch „Originale“ unter den Pädagogen gibt – im Albert-Einstein-Gymnasium wurde (AEG) jetzt ein solches mit einer Feier in der Aula in den Ruhestand verabschiedet. Der stellvertretende Schulleiter Till Becker war nicht nur Lehrer mit Leib und Seele, sondern vieles mehr. Aufgrund seiner hochgewachsenen Gestalt, dem weißen Haar, dem dichten Bart und den stets präsenten Birkenstock-Latschen war Becker ein unverkennbares „Gesicht“ der Schule fast von Anfang an.

veröffentlicht am 26.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:41 Uhr

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Autor:

Cord Wilhelm Kiel
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„Ein Typ wie Albert Einstein, weise und weißhaarig“, beschrieb Personalrätin Inez Schroth dieses Gesicht. Für das Kollegium sprach Philipp Alscher über den scheidenden Studiendirektor, der „enorm begabt und kenntnisreich, wie ein Zauberer mit größtem Arbeitsethos“ gewirkt habe. Schulleiter Wolfgang Weber schaute zurück: Als Till Becker, der im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Dienstjubiläum feierte, an das AEG kam, habe dies noch „Drittes Gymnasium“ geheißen und war eine Schule in der Entstehung. Becker, Lehrer für Mathematik und Physik, übernahm die Leitung der Physiksammlung, baute Schränke und Kästen selbst und bot als einer der ersten Pädagogen Informatik als Prüfungsfach an.

Der Familienvater, der zahlreiche Hobbys hat, richtete einen Experimentierkurs für besonders interessierte Schüler ein. Unzufrieden über existierende Programme, schrieb Becker eine eigene Software – „Beckers Schulverwaltung“, die seit vielen Jahren am AEG Verwendung findet. In der Tat scheinen die Schuhe – oder die Sandalen –, die Becker hinterlässt, übergroß zu sein. Der 61-jährige war am AEG in fast allen Bereichen präsent, als Personalrat, Vertretungsplaner, Verantwortlicher für das Budget und Ratgeber für alles, was mit Technik zu tun hatte. Seit 2000 fungierte er als stellvertretender Schulleiter, ließ es sich aber nicht nehmen, weiter Theaterstücke zu schreiben und in ihnen zu spielen, sämtliche Veranstaltungen am AEG in Fotos und mitunter im Film festzuhalten oder auch kleine handwerkliche Arbeiten nebenbei selbst zu erledigen. Es passt zu diesem „Original“, am Ende der offiziellen Verabschiedung, die von großartigen Darbietungen der Schüler und Lehrer begleitet wurde, nicht einfach leise Servus zu sagen. Stattdessen gab es ein originelles Zwiegespräch mit seinem Sohn über Sinn und Unsinn der zahllosen Reformen. Frei nach Udo Lindenberg intonierten Kollegen „Das war Dein Ding“ als Abschiedsgruß an eine besondere Lehrerpersönlichkeit. Neben Becker wurde mit Karl-Heinz Kohrs ein weiteres „Urgestein“ des Kollegiums verabschiedet.

Schulleiter Wolfgang Weber (re.) verabschiedet seinen Stellvertreter, das Urgestein Till Becker.cowi



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