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Oliver Balthun sammelt Papier-Modelle von Gebäuden – das Hochzeitshaus sucht er bisher vergeblich

Ein Stück Hameln auf der Cornflakes-Packung

Hameln (HW). Wer hat das Hamelner Hochzeitshaus als Papierbastelbogen? Oliver Balthun ist begeisterter Sammler dieser Modelle und erinnert sich noch an seine Jugend, als in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Kelloggs Cornflakes-Packungen neben architektonischen Sehenswürdigkeiten wie Big Ben, Lübecker Holstentor und dem Schiefen Turm von Pisa auch das historische Gebäude der Rattenfängerstadt zum Ausschneiden und Zusammenkleben zierten. „Ich habe damals Unmengen von Cornflakes gegessen, aber das Hochzeitshaus nicht bekommen“, erzählt der heute 46 Jahre alte Hamelner.

veröffentlicht am 04.04.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 16:41 Uhr

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Lange Jahre hatte er das Modell plastisch vor Augen, denn im Büro eines inzwischen verstorbenen Bekannten war es an repräsentativer Stelle drapiert. Der gelernte Archivar und heutige stellvertretende Leiter des Automuseums auf dem Hefehof ist jedoch immer noch auf der Suche nach einem entsprechenden Bastelbogen. Auch Kelloggs und die auf Bastelbögen spezialisierte Firma Aue konnten dem passionierten Sammler bislang nicht helfen. Im Internet jedoch ist er inzwischen auf einen noch ebenso begeisterten Papiermodellbauer gestoßen. „Er nennt über 20 000 Bastelbögen mit Häusern sein Eigen und will nun mal nachschauen, ob das Hochzeitshaus vielleicht doch dabei ist“, hofft Balthun auf einen für ihn erlösenden Anruf.

In seiner Jugend hat der Bibliotheksassistent mit großer Leidenschaft aus den Papierbögen Modellhäuser geformt. Bevorzugt sammelt er Gebäude aus seiner engeren Heimat wie das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim oder das Rattenfängerhaus, Rattenkrug und Kartoffelhaus in Hameln – im Maßstab 1:160, der der Modellbahnspurweite N entspricht. „Alle auf Papier, ansonsten gibt es bis auf ein paar Fachwerkhäuser aus der Weserstadt keine Modelle“, weiß Balthun zu berichten. Mit einer Ausnahme: „Die Firma Kibri hat vor vielen Jahren das Leisthaus herausgebracht. Aus Plastik zum Zusammenkleben“, schwärmt der Hamelner, der nicht ausschließt, der „geistige Vater“ dieser Idee zu sein. „Ich habe als Jugendlicher an die Modellbaufirmen Faller, Kibri und Vollmer geschrieben, Postkarten beigelegt und gebeten, Hamelner Gebäude als Modelle herauszubringen. 1978 kam dann von Kibri das Leisthaus auf den Markt“, erzählt Balthun, der aber nie in Erfahrung bringen konnte, ob diese Entscheidung auf seinen Brief zurückzuführen ist.

Das Leisthaus aber ist inzwischen längst in seinem Sammelbesitz. Noch heute verbringt er einige Stunden seiner Freizeit mit seinem Hobby. „Allerdings nicht mehr ganz so intensiv. Ich bin auch nicht der Geschickteste, und die Rundungen für beispielsweise Kirchturmspitzen nehmen viel Zeit in Anspruch. Das ist eine Geduldsarbeit“, erzählt Balthun, dessen Bastelleidenschaft auch durch fehlenden Platz in seiner Wohnung gebremst wird. Er überlegt, den Paderborner Dom zu bauen, den er als Bastelbogen bereits im Dom-Shop entdeckt hat. Das Zusammenkleben erfordere aber einiges an Geschicklichkeit. „Es gibt drei Schwierigkeitsgrade. Ich entscheide mich meist für den Ersten. Der Kölner Dom beispielsweise hat den Schwierigkeitsgrad drei und besteht allein aus 22 Bögen“, sagt der Hamelner. Und zähle zudem mit einem Preis von 39,90 Euro zu den teuersten Modellen. „Einfache Fachwerkhäuser sind für 2,90 zu haben; historische Gebäude kosten zwischen fünf und zehn Euro“, weiß Balthun, der für das Hamelner Hochzeitshaus allerdings auch bereit wäre, etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

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Auch das Hamelner Münster wüsste er gerne in seiner Sammlung. „Das könnte auch für touristische Zwecke durch die Kirche oder die HMT in Auftrag gegeben werden. Allein die Vorbereitung des Bogens braucht ein Jahr“, hat sich Oliver Balthun schon kundig gemacht. Sein Herz schlägt auch für Porzellan-Modelle aus Hameln: „Die werden in Litauen bemalt und gebrannt und sind nur auf dem Weihnachtsmarkt erhältlich. Sie sind zwar nicht so detailliert und auch sehr teuer, aber schön gemacht.“

Oliver Balthun mit Rattenfängerhaus und Rattenkrug aus Pappe sowie dem Kibri-Leisthaus aus Pappe und Plastik. Links das Hochzeitshaus aus Porzellan, das nur auf dem Weihnachtsmarkt erhältlich ist.

Fotos: Dana/pr



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