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Flash-Mob Aktion des Hamelner Anti-Atom-Plenums / Passanten waren verunsichert

Ein „Stör-Fall“ auf dem Weihnachtsmarkt

Hameln (hx). Eine Gruppe von Kindern spielt auf dem Hamelner Weihnachtsmarkt „Morgen kommt der Weihnachtsmann...“, doch um zwei Minuten vor zwölf ertönt plötzlich und unerwartet ein lautes „Störfall“, und rund zwanzig Menschen sinken langsam zu Boden. Auf der Brust das Radioaktivitäts-Zeichen, liegen sie in A-Form auf dem Pflaster mitten vor den geschmückten Buden.

veröffentlicht am 13.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 23:41 Uhr

Die Atomgegner auf dem Pferdemarkt  Foto: hx
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Viele Passanten sind erschrocken, sie verstehen die Aktion nicht. Die Kindergruppe spielt tapfer weiter, obwohl die Szene gespenstisch wirkt. Das, was da gerade vor den Augen der mehr als 200 ahnungslosen Weihnachtsmarkt-Besucher passiert, ist ein sogenannter Flash-Mob, eine spontane, kurze Aktion vieler Gleichgesinnter, ohne sie vorher anzukündigen. Das Anti-Atom-Forum hat sich einer bundesweiten Initiative angeschlossen, bei welcher zeitgleich in vielen Städten mit einem „Die-In“ die tödlichen Folgen eines Störfalls in einem Atomkraftwerk dargestellt werden sollen.

„Wir sind mit zwanzig aktiven Teilnehmern beim allerersten Flash-Mob dieser Art gut vertreten,“ so eine der Organisatoren, Marion Hecht. „Es kostet ganz schön Überwindung, sich spontan irgendwo fallenzulassen. Unser Hauptanliegen ist das Aufzeigen der Gefahren der Atomenergie, verbunden mit dem Wunsch nach besserer Nutzung der alternativen Energiequellen.“

„Störfall“-Rufer, Josua Conzendorf ergänzt, dass auch die angedachte Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ein Aktionsimpuls war. Dass die Aktion am Weltklimatag stattfand, sollte den Aufmerksamkeitswert erhöhen, doch die Passanten hatten teilweise andere Gedanken. „Ich verstehe nicht, was diese Aktion soll“, so Margot Wyzgol aus Bottrop, die mit Ehemann Thomas und Schwager Gregor den Markt besucht. Die beiden Männer haben hingegen schon konkretere Vorstellungen. „Vielleicht meinen die, dass Atomkraft unser Untergang ist“, rät Gregor, während Thomas eher vermutet, dass es um Atommüll-Lagerung geht.

Marktstand-Betreiber Lutz Straßenroller, vor dessen Stand der Flash-Mob stattfand, fand die Aktion „total gut“. Aber mit der Einschätzung, dass es damit um atomare Aufrüstung ging, lag er dann doch nicht ganz richtig. Immerhin blieben die vor dem Bauch gehaltenen Radioaktivitäts-Zeichen anschließend am Pferdemarkt liegen und regten auch nach der Aktion zum Nachdenken an.



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