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Behindertenbeirat & Co. fordern Ersatz

„Ein Schlag ins Gesicht“: WC-Abriss stößt auf heftige Kritik

HAMELN. Der vor rund einer Woche erfolgte Abriss des öffentlichen WCs am Kopmanshof stößt auf Kritik. In einer Presseinfo kritisieren der Beirat für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Hameln-Pyrmont, die Lebenshilfe, das Forum Inklusion und das Kuratorium zur Förderung der Inklusion den Abriss scharf.

veröffentlicht am 13.11.2021 um 08:00 Uhr

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„Dieses Jahr war das Motto der Stadt Hameln ,Komm‘, wie Du bist!‘, heißt es in dem Schreiben. „Eine nette Idee, doch für Menschen mit Behinderungen ein Schlag ins Gesicht.“ Neben einer nach wie vor „massiv fehlenden Barrierefreiheit bei Geschäften und Cafés“ sei mit dem Abriss der öffentlichen Toilette am Kopmanshof nun sogar bereits bestehende Infrastruktur für behinderte Menschen entfernt worden. Dabei habe es sich um das „zentralste Behinderten-WC in der Innenstadt“ gehandelt. Einer Aussage der Stadtverwaltung, wonach es in der Altstadt genügend barrierefreie Toiletten gebe, widersprechen die Verfasser der Pressemitteilung. „Es gibt bei weitem nicht genügend barrierefreie öffentliche Toilettenanlagen in der Innenstadt! Nur am Europaplatz an der Rattenfänger-Halle sowie im Tunnel Grüner Reiter befinden sich dauerhaft zugänglich barrierefreie WC-Anlagen.“

Weitere Toiletten seien nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, schwer zu finden oder zu abgelegen. „Diese Wege würde man Menschen ohne Behinderung niemals zumuten“, meint Nina Schaper, die Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen. „Denn die Stadt Hameln lässt ja auch nicht die Toiletten im Hochzeitshaus mit Verweis auf die Stadtgalerie schließen.“

Die Toilette am Kopmanshof habe für Menschen mit Behinderung viele Vorteile gehabt. „Sie war, wenn auch in die Jahre gekommen, ideal gelegen und stellte praktisch das Pendant zu den nicht barrierefreien WC-Anlagen im Hochzeitshaus dar.“ Zumal es am Kopmanshof die größte Anzahl von Behinderten-Parkplätzen sowie zusätzlich welche im Parkhaus Kopmanshof gebe.

„Die Stadt Hameln hat mit ihrem Motto ,Komm‘, wie Du bist!‘ ein Versprechen abgegeben, was sie nicht hält“, heißt es weiter. „Die jetzige Entscheidung und Begründung zeugt von Ignoranz und offensichtlicher Unkenntnis der Lebensrealität von Menschen mit Behinderung.“ Deshalb fordern die Verfasser, „zumindest einen zentralen und gut erreichbaren Ersatz für die abgerissene Toilettenanlage am Kopmanshof zu schaffen, um dem ohnehin bestehenden Mangel an barrierefreien Toiletten zu begegnen“.



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