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Die neue liberale Synagoge in Hameln steht kurz vor der Fertigstellung / Einweihungsfeier für den 20. Februar angesetzt

Ein Neubau, der international Beachtung findet

Hameln (wft). Die liberale jüdische Gemeinde steht in diesem Monat vor einem großen Tag: Ihre neue Synagoge soll am Sonntag, dem 20. Februar, eingeweiht werden. Für die Gemeindemitglieder wird damit nach langen Jahren des Lebens in Provisorien ein Traum wahr.

veröffentlicht am 01.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 05:41 Uhr

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Dass der Neubau an dem an der Bürenstraße gelegenen Synagogenplatz 1 national und international hohe Beachtung findet, hängt vor allem damit zusammen, dass dies der erste Neubau einer liberalen Synagoge in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ist. Und es gibt noch eine weitere Besonderheit: Dieses gleichzeitig auch als Begegnungsstätte dienende Gotteshaus wurde auf den Grundmauern der am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten gebrandschatzten alten Synagoge errichtet.

Bei den Bauarbeiten des vom Architektenteam Nasarek hochgezogenen Baus, dessen Design-Entwurf von dem Architekten Frank Taylor stammt, liegen die Handwerker voll im Zeitplan. Derzeit werden die letzten Arbeiten abgeschlossen. Auch der Tora-Schrein steht bereits und wartet darauf, seine neue Tora-Rolle aufzunehmen, die kurz vor der Einweihung von der New Yorker Rabbinerin Jo David nach Hameln gebracht wird. Von dieser Tora-Rolle ist nur bekannt, dass sie vor rund 100 Jahren in Deutschland geschrieben wurde, nicht aber, in welcher jüdischen Gemeinde sie beheimatet war. Die Kosten für die Beschaffung der Tora-Rolle in Höhe von 12 000 Euro haben je zur Hälfte der Arbeitskreis Christlicher Kirchen aus Hameln und New Yorker Spender übernommen.

Ohne die Hilfsbereitschaft vieler Spender wäre der Bau ohnehin kaum möglich gewesen. Großzügig halfen vor allem das Land Niedersachsen, die Stadt Hameln und der Landkreis Hameln-Pyrmont, die zwei Drittel der Baukosten in Höhe von rund einer Million Euro übernahmen. Den Rest finanziert die eigens für den Neubau und den künftigen Erhalt des Gotteshauses gegründete Stiftung Liberale Synagoge Hameln mithilfe vieler Spender, insbesondere aus Deutschland, Großbritannien und den USA sowie dank einer Darlehenszusage eines heimischen Kreditinstituts. Aber auch Firmen aus Hameln und der Region erkannten die große Bedeutung einer neuen Synagoge für Hameln und halfen der Stiftung bei der Innenausstattung des hochmodern anmutenden Gebäudes mit hervorragenden Sachspenden.

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Der Bedeutung angemessen, werden an der Einweihung zahlreiche hochgestellte Persönlichkeiten teilnehmen. Dabei ist an erster Stelle sicherlich Niedersachsens Kultusminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) zu nennen, der bei der feierlichen Einweihung am 20. Februar ein Grußwort sprechen wird, aber auch hochrangige Persönlichkeiten des jüdischen Lebens in Deutschland, wie der Schirmherr und Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Dr. Henry G. Brandt, Stefan Kramer vom Generalsekretariat des Zentralrates der Juden in Deutschland, Irith Michelsohn vom Generalsekretariat der Union progressiver Juden in Deutschland sowie Dr. Jan Mühlstein als Vorsitzender der Union progressiver Juden. Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann wird der liberalen jüdischen Gemeinde an diesem Tag ebenso die Ehre erweisen wie Landrat Rüdiger Butte. Dazu kommen neben Stiftern und Spendern viele Vertreter der im Rat der Stadt und im Kreistag vertretenen Parteien sowie natürlich auch zahlreiche Vertreter der christlichen Kirchen, Fernsehen, Rundfunk und die Presse. Besonders freut sich Christa Bruns auf den Akt der Einweihung, denn sie arbeitet bereits seit mehreren Jahrzehnten in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit an einer Wiederbelebung des Judentums in Hameln und hat den Neubau auch in einem eigens gegründeten Arbeitskreis begleitet, der während der Planungs- und der Bauphase viele Entscheidungen beraten und vorangebracht hat.

Die größte Freude aber werden an diesem Tag die rund 200 Mitglieder der liberalen jüdischen Gemeinde mit ihrer Vorsitzenden Rachel Dohme und ihrer Stellvertreterin Polina Pelts haben, die „sehr bedauern, dass nicht alle Gemeindemitglieder an der Einweihungsfeier teilnehmen können, weil der Platz zu knapp ist“. Für alle Gemeindemitglieder, denen eine Absage erteilt werden musste, wird es deshalb am Freitag, dem 18. Februar, einen besonderen Einweihungsgottesdienst geben. Einer breiten Hamelner Öffentlichkeit soll die neue liberale Synagoge voraussichtlich am Sonntag, dem 27. Februar, mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden.

Der Innenraum der kurz vor der Fertigstellung stehenden neuen liberalen Synagoge in Hameln mit dem Tora-Schrein und dem Davidstern im Oberlicht der Decke.

Rachel Dohme, die Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde in Hameln.

Fotos: wft



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