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Bonsai-Liebhaber brauchen viel Geduld

Ein Leben für die kleinen Bäume

140 Top-Exponate von 34 Ausstellern waren im Weserberglandzentrum zu sehen. Zu Gast waren auch Bonsai-Meister Jarek Lenarczyk aus Polen und der Deutsche Bonsai-Guru Martin Sturm. Einige Fans reisten sogar aus Kiel an.

veröffentlicht am 29.10.2017 um 14:43 Uhr
aktualisiert am 29.10.2017 um 18:10 Uhr

Bonsai-Guru Martin Sturm demonstriert den Drahteinsatz und das Zurückschneiden. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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HAMELN. Inge Andres und ihr Ehemann Ernst aus Hülsede sind mächtig beeindruckt. Die beiden Besucher der Bonsai-Ausstellung in der Weserberglandhalle lassen sich von dem 73-jährigen Erich Schulze in die Geheimnisse der Kunst, erfolgreich kleine Bäume zu gestalten, einführen.

Die vom gut 20 Mitglieder starken „Arbeitskreis Bonsai Weserbergland“ ausgerichtete Ausstellung zeigt 140 Top-Exponate. „Was die 34 Aussteller präsentieren, ist einmalig und nur hier zu sehen“, so Ausrichter Hermann Wollenhaupt. „Hier sind zweifellos die derzeit schönsten Bonsai-Bäume Deutschlands zu erleben.“ Auf momentan rund 5000 Liebhaber schätzt Herbert Obermayer vom Bundesverband die Zahl der Bonsai-Enthusiasten bundesweit, gut die Hälfte davon ist im Verband, dem größten Europas, organisiert.

Für das Hobby brauche man viel Geduld und noch mehr Zeit, bestätigen auch die eigens aus Kiel nach Hameln angereisten Bonsai-Fans Roger Köhnke und Jürgen Lakatsch.

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„Das geht über Jahre, immer wieder muss der Baum nach einem festgelegten Konzept zurückgeschnitten und mit Draht in die gewünschte Richtung dirigiert werden“, erklärt Köhnke. Wie das geht, zeigen auf einer dicht umlagerten Bühne Bonsai-Meister Jarek Lenarczyk aus Polen und der Deutsche Bonsai-Guru Martin Sturm. Während der Pole attraktive Felsengestaltung demonstriert, zeigt Sturm den zahnspangenähnlichen Drahteinsatz und das Zurückschneiden.

„Es geht nicht um Miniaturbäume, sondern in erster Linie um das Fern-Nah-Prinzip“, erklärt Wollenhaupt. Bonsais können durchaus 1,20 Meter groß sein, müssen aber wie ein Baum in der Landschaft wirken.“ „Gießen wie eine Topfpflanze, niemals“, empört sich Erich Schulze, der ganz gezielt den mehrhundertjährigen Stamm einer Wildolive besprüht. Und bei der Schädlingsbekämpfung gelte: zuerst Einsatz von Biologie, erst als letzter Notnagel Chemie.

30, 40, 50 Jahre dauere es bis ein ästhetisch ansprechender Bonsai fertig gestaltet sei. „Zeit ist der entscheidende Faktor, von Geld reden wir nicht, aber das kann in die Tausende gehen“, verrät Schulze. „Die Passion Bonsai braucht eben vor allem eins: ein langes Leben.“

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