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Nachruf

Ein Leben für die Feuerwehr: Friedrich-Wilhelm Thies ist tot

Er hat gelebt für die Feuerwehr. Sie war sein Ein und Alles. Der Dienst am Nächsten, das war sein Credo. Ihm hat er alles untergeordnet. Er verkörperte die Feuerwehr wie kein anderer. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hat kreisweit tiefste Betroffenheit ausgelöst. Sie macht seine Verwandten, seine Freunde und Wegbegleiter fassungslos. Friedrich-Wilhelm Thies ist am 1. November von uns gegangen – viel zu früh. Im 61. Lebensjahr. Der stellvertretende Stadtbrandmeister von Hameln bleibt unvergessen.

veröffentlicht am 08.11.2017 um 09:00 Uhr

Plötzlich und unerwartet gestorben: Friedrich-Wilhelm Thies. Foto: Dana
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

„Fritze W.“, wie ihn seine Freunde respektvoll nennen durften, war ein Mann vom alten Schlag: gradlinig, aufrecht, pünktlich, fleißig, fair, gewissenhaft, stets hilfsbereit – vor allem aber absolut zuverlässig. Hauptbrandmeister Thies bekleidete bei der Feuerwehr zeitgleich viele Ehrenämter. Er bewies dabei Führungsqualitäten. Kameradschaft hat er gelebt – sie war ihm wichtig. Dabei war der Freiwillige Feuerwehrmann stets leise. Thies war keiner von denen, die sich in den Vordergrund drängen. Eher ein stiller und bescheidener Mensch, dem es wichtig war, niemanden zu verletzen. Mit Überzeugungskraft ist es ihm gelungen, seine Feuerwehrkameraden zu führen und anzuleiten. Er war Vorbild für viele.

Mehr als 20 Jahre war Friedrich-Wilhelm-Thies Ortsbrandmeister von Afferde. Die Nachwuchsarbeit in der Kinder- und Jugendfeuerwehr lag ihm am Herzen, und ohne sein fortwährendes Engagement gäbe es wohl das neue Feuerwehrhaus in Afferde nicht. Fast drei Jahrzehnte lang engagierte sich Friedrich-Wilhelm Thies als Kreispressewart. Tag und Nacht war er im Einsatz, um in dieser Funktion die Lösch- und Hilfeleistungseinsätze der Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Land für Ausbildungszwecke zu dokumentieren. Mit der Kamera konnte er umgehen wie kaum ein anderer. Zuletzt war Thies als stellvertretender Stadtbrandmeister und im Einsatzführungsdienst der Feuerwehr Hameln tätig. Als Ehrenbeamter der Stadt Hameln wohlgemerkt – und nicht etwa als Berufsfeuerwehrmann.

Die Brandschutzerziehung war sein Steckenpferd. Mit Schulkindern zu arbeiten, ihnen zu zeigen, wie gefährlich Feuer ist und wie man sich im Brandfall richtig verhält, ließ er sich nicht nehmen. Das machte ihm Spaß.

Friedrich-Wilhelm Thies war ein Familienmensch, obwohl er nie eine eigene Familie gegründet hat. Er war für seine Neffen da, förderte sie, wo er nur konnte. Auf „die Jungs“, wie er immer sagte, war er stolz. Auf sie ließ er nichts kommen. Das spürte jeder, der hörte, wie er über sie sprach.

Wer Friedrich-Wilhelm Thies nicht als Feuerwehrmann kannte, der hat ihn womöglich als Journalist kennengelernt. Unter dem Autorenkürzel „tis“ berichtete er jahrzehntelang für die Dewezet – sowohl über lokalpolitische Ereignisse als auch über Alltagsprobleme. Er hatte ein Gespür für Themen, die Menschen bewegen. Seit den 1980er-Jahren hat mich Fritze W. im Dewezet-Unfallbereitschaftsdienst vertreten. Stets gewissenhaft, mit viel Engagement und Fleiß. Ja, ich konnte mich bedingungslos auf meinen Stellvertreter verlassen und ihm vertrauen. Vor einigen Jahren musste er auf ärztliches Anraten hin leider beruflich kürzertreten. Die langen und guten Gespräche mit Friedrich-Wilhelm werden mir fehlen. Ich bin sehr traurig, denn ich habe einen meiner besten Freunde verloren.

Lieber Fritze W., ich hoffe, Du wirst Deinen Frieden finden.

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