weather-image
23°

Verein nimmt Proben von Brunnenwasser entgegen

Ein Labor in der Fußgängerzone

Hameln. Keine zehn Minuten stand der Laborbus gestern vor dem Hochzeitshaus, als sich schon eine kleine Schlange bildete. Jeder der Brunnenbesitzer, die ihr Wasser testen lassen wollten, trug eine kleine Plastikflasche oder ein Einmachglas mit sich. „Hafen“ oder „Haus“ steht auf kleinen Aufklebern. Harald Gülzow nimmt sie entgegen. Er arbeitet beim VSR-Gewässerschutz. Der Verein entstand Anfang der 1980er Jahre als Zusammenschluss verschiedener Bürgerinitiativen an Rhein und Main. Während die Vereinsmitglieder die Messfahrten lange Zeit nur im Rhein-Einzugsgebiet durchgeführt haben, wurde auf Anregung von Bürgern das Untersuchungsgebiet ausgedehnt. Drei feste Mitarbeiter kontrollieren Fluss-, Brunnen- und Klärwasser. Der Verein finanziert sich vorwiegend aus Spenden und unterhält das Labormobil. Gülzow ist schon 30 Jahre lang dabei. Er steuert jeden Tag ein bis zwei Städte an und öffnet das Labor auf Rädern.

veröffentlicht am 30.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:21 Uhr

270_008_7532945_hm205_3010.jpg

Autor:

von Julia Rau
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gülzows erste Frage lautet immer: „Wofür benutzen Sie das Wasser?“ Anette Rekate gießt damit nur ihre Blumen und füllt im Sommer das Kinderplanschbecken mit Brunnenwasser. Sie macht sich keine großen Gedanken, will aber Gewissheit, dass das Wasser aus dem Brunnen unbedenklich ist. „Ich denke mir immer, die Fische im Teich nebenan leben ja auch, also kann das Grundwasser ja nicht so schlecht sein.“ Susanne Tuckfeld dagegen macht schlichtweg alles mit Wasser aus dem eigenen Brunnen. „Wir haben ein altes Haus ohne Leitungen und benutzen nur das Wasser aus dem Brunnen zum Waschen, Trinken oder Gießen“, sagt sie. Sie entscheidet sich wegen der umfassenden Nutzung für eine B-Untersuchung.

Die muss ins Labor nach Geldern, wo zwei Wissenschaftlerinnen des Vereins VSR-Gewässerschutz sie auf Colibakterien untersuchen. Die Ergebnisse kommen dann mit der Post. Wer nur wissen will, ob Salzhaushalt, Säurewerte und Nitratkonzentration im Brunnen stimmen, konnte sein Fläschchen in das mobile Labor abgeben und bekam zwei Stunden später Antwort.

In Hameln nimmt er, nachdem der Andrang vorbei ist, aus jeder Flasche für die A-Untersuchung eine Probe im Bus. Die Ausstattung erinnert an Chemieunterricht in der neunten Klasse. Alles ist übersichtlich, neben den Reagenzgläsern mit der Probe benutzt Gülzow nur zwei andere technische Geräte. Eins ist eine Elektrode, die sowohl Salzgehalt als auch den pH-Wert misst. Um den Nitratwert zu ermitteln, gibt er den Proben ein Phosphorschwefelgemisch bei. „Nach zehn Minuten verfärbt sich das Wasser leicht rötlich. Je röter es wird, desto mehr Nitrat ist drin.“ Ein Fotometer macht aus den Rottönen Zahlen. Bei Überschreitung der Grenzwerte weist der Physiker in seinem Protokoll darauf hin, bei hohen Nitratwerten sollte das Wasser etwa nicht mehr auf Gemüse gegossen werden. „Wenn was festgestellt wird, kann das viele Ursachen haben. Da können etwa selbst gebaute Toiletten im Schrebergarten undicht sein oder zu viel Salz aus der Weser ins Wasser gelangt sein.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?