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Conny Fauck und Tobias Kunze als beste Wortpoeten in der Sumpfblume gekürt

Ein krasser Abend endet mit einem Doppelsieg

HAMELN. Mit einem Doppelsieg von Conny Fauck und Tobias Kunze endete die Poetry-Slam-Schlacht in der Sumpfblume – nach einem phänomenalen Feuerwerk der Geschichten und Gedichte. Die Wortpoeten hatten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

veröffentlicht am 07.04.2019 um 13:47 Uhr

Der Gewinn wird geteilt – Tobias Kunze und Conny Fauck sind die Sieger des Poetry Slams in der Sumpfe. Foto: kke

Autor:

Karin Kellerer
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Einmal losgelassen, donnerten die Poetry-Slam-Künstler in der Sumpfblume dahin wie ein Güterzug. Lippi Punkstrumpf (Bremen), Tobias Kunze (Hannover), Conny Fauck (Rothenburg/Wümme), Robert Kayser (Hannover) und Sven Ludewig (Bremen) gaben unter der Leitung von Slam-Master Gerrit Wilanek alles, wovon ein Poetry-Slam-Fan nur träumen mag.

Tiefsinnige Lyrik, herzergreifende Geschichten und kurze Rapeinlagen bis hin zu nachdenklichen leidvollen Storys, aber auch ein wenig Comic wurden geboten. Alles andere als langweilig war der Abend und eine Freestylestory von Tobias Kunze mit sechs Begriffen aus dem Publikum, wie Leberwurst, Pommes, Fußbodenheizung, Glück, Ziegelsteine und Seehofer führte ihn zum Doppelsieg mit der gebürtigen Hamelnerin Conny Fauck. Sie begeisterte im Finale mit ihrem urkomisch-schonungslosen Plädoyer für gelebte Falten und Bindegewebsdemenz kombiniert mit einer musikalischen Einlage in rauchiger Stimmlage nach Joe Cocker „You are so beautiful“. Das Publikum war begeistert, tobte und sang mit.

Nachdem Conny Fauck in der ersten Runde sehr deutlich zu verstehen gab, dass Möwen gar nicht lesen können, war ihr spätestens nach der zweiten Runde das Siegertreppchen gewiss. In der zweiten Runde wurde sie sehr emotional und erzählte die Geschichte von einem Menschen, der im Meer versinkt. Tobias Kunze versuchte in der ersten Runde, das Publikum davon zu überzeugen, die Welt zu verstehen. „Auch wenn man am selben Strang zieht, darf man getrost den Faden verlieren“, so Kunze. Er appellierte, mit der Energie im Universum hauszuhalten und traf damit poetisch den Nagel regelrecht auf den Kopf. Die Klimaschutzagentur Weserbergland war gemeinsam mit der Sumpfblume Veranstalter des Wettbewerbs um die besten Texte und heißesten Performances zum Thema „Nachhaltiger Konsum“.

Aber auch die anderen Künstler folgten dem „Siegerpaar“ nur knapp. Lippi Punkstrumpf war mit ihrem Textbeitrag der Meinung, es gibt kein richtiges Leben im Falschen und will aus ihrem Elektrogrill ein Lagerfeuer machen.

Robert Kayser überzeugte mit seiner Hormonkirmes in seiner Hirnrinde und machte den Poetry Slam als eine eigene Zirkuswelt komplett. Sven Ludewig ließ in den Saal ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit einkehren mit seinem Thema zu Leid und Gewalt statt Nähe und Zärtlichkeit und nicht zuletzt mit sexueller Gewalt unter dem Titel „Ein letzter Tanz“. Er faszinierte damit ebenso wie mit der Darstellung, dass manchmal Langsamkeit das bessere Tempo ist. Ebenso zog er die Zuschauer mit seiner Feststellung, wer alles hat, sieht nicht, was ihm fehlt, in seinen Bann.

Die tiefsinnige Lyrik ist bloß eine von vielen Facetten, die einen beim Slam erwartet. Der Wettbewerb ist immer ein wenig Überraschungsei, was die Wortpoeten wieder einmal bewiesen. Das Publikum war mehr als begeistert. Der Fußboden musste so einige Trampelpassagen aushalten. Susanne Görlitz (57) war mit fünf Freunden aus Stadtoldendorf angereist: „Ein krasser Abend mit viel Feuerwerk und Liebe und Leidenschaft.“ Und Rudolf Schütte (47) aus Hameln meinte: „Ich fand den Abend einfach super und toll. Ich nehme zwei Bücher mit und lege sie auf mein Gäste-WC.“



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