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Dart fördert Koordination und Sozialverhalten / Fünf Gruppen trainieren bei der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland

Ein kleiner Pfeil hat in Afferde „hohes Fieber“ ausgelöst

Afferde (sto). Maximilian nimmt den Dartpfeil in die rechte Hand, so, als wolle er mit ihm schreiben. Dann streckt er seinen rechten Arm aus, taxiert ein an der Wand angebrachtes elektronisches Dartboard, und ab geht die Post. Besser gesagt, der Pfeil, der schwuppdiwupp auf sein Ziel zusteuert. Er landet auf der Scheibe, wo er im unteren Bereich hängenbleibt. Eifrig und hoch konzentriert rüstet sich Maximilian für den nächsten Wurf. Obwohl er körperbehindert ist und im Rollstuhl sitzt, scheint das Dartspiel nicht über seine Kräfte zu gehen.

veröffentlicht am 24.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 23:21 Uhr

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„Dart kann auch von Menschen mit einer Behinderung ausgeführt werden“, sagt Maik Langendorf, Profi im Dartspiel. Tipps zur Spieltechnik hat der mehrfache Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister kürzlich in der Afferder Werkstatt der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW) verraten. Dort wird im Rahmen des Sportunterrichts das Dartspiel für geistig und körperlich behinderte Menschen angeboten. „Als Gymnastiklehrerin stand ich einst vor der Aufgabe, eine Sportart für leistungsstarke Beschäftigte zu finden, um deren Geschicklichkeit zu fördern“, erläutert Tanja Tegtmeier. Bei ihrer Recherche war sie auf das Dartspiel aufmerksam geworden. Es wurde eine Scheibe für den Sportbereich angeschafft, die innerhalb kurzer Zeit ein „Dartfieber“ auslöste. Das war vor zehn Jahren. Mittlerweile gibt es fünf Gruppen, die regelmäßig einmal in der Woche Dart spielen und jährlich ein internes Turnier austragen. „Das Dartspiel fördert das soziale Verhalten und schult die Hand- und Augenkoordination“, betont die Gymnastiklehrerin.

Bei dem jüngsten Turnier in der Sporthalle der PLSW Afferde stand Maik Langendorf den Spielern mit Rat und Tat zur Seite. Das lockere Training mit dem Weltmeister gefiel den Teilnehmern. Hemmschwellen hatten sie nicht, denn „Maik“ war für sie kein Unbekannter: Erst Anfang Februar waren sie ihm beim „World Cup of Darts“ in Hamburg begegnet, wo sie mit Tanja Tegtmeier und Betreuern als Zuschauer teilgenommen hatten.

Der erste Kontakt mit dem Profi war bereits im vergangenen Jahr geknüpft worden, denn Langendorf hatte die Dartgruppe der PLSW im Juli besucht, um Fragen zum Spiel zu beantworten. Am Endegab Langendorf Autogramme und versprach, bald wiederzukommen.



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