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„Zahltag“ auf der Bühne – angehende Erzieher setzen sich mit Mobbing auseinander

Ein heißes Eisen

Hameln. „Zahltag“ heißt das selbst geschriebene Theaterstück der Erzieherabschlussklasse an der Elisabeth-Selbert-Schule. In ihm setzen sich die Schüler mit den dunklen Seiten von Schule auseinander. Im Mittelpunkt steht das Thema Gewalt, „das gehörte im Großen und Ganzen zu einer unserer Unterrichteinheiten“, erzählen die Mädchen und Jungen. Die Entscheidung der Klasse, ein heißes Eisen anzufassen, sei einvernehmlich ausgefallen.

veröffentlicht am 16.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Konkret geht es in „Zahltag“ um Mobbing und einen furchtbaren Abschiedsbrief. Und um die Frage, warum ein junger Mensch zu einem Amokläufer werden könnte. Viel Fingerspitzengefühl sei bei der Inszenierung notwendig gewesen – und auch jede Menge Mut, sich öffentlich mit einer Prügelszene auf eine Bühne zu wagen. Hauptdarsteller Alexander Bartsch, der als Tobias brillierte, sagte im Nachhinein, dass er es sich nicht so schwer vorgestellt habe, sich realistisch zu prügeln, ohne wirklich handgreiflich zu werden.

Die Hauptfigur Tobias wird gemobbt, nur einige wenige Schüler seiner Klasse machen sich überhaupt Gedanken, wie es ihm dabei geht. Hilfe bekommt er keine. Auch daheim leidet Tobias unter seinem dominanten Vater.

Alexander Bartsch als Tobias kommt dem Publikum emotional und körperlich nahe, als er monologisierend durch die Reihen des Publikums geht und resignierend bekennt, dass er seine angestauten Aggressionen viel zu lange heruntergeschluckt habe. Dass alle nun spüren sollen, wie es sich anfühlt, wehrlos zu sein. „Jeder, der wegschaut, ist genauso schuldig wie die, die es nicht tun, die, die mobben, die, die ausschließen und die, die zuschlagen“, heißt es später in seinem Abschiedsbrief.

Zum Glück hat Tobias am Ende die Schlüsselszene mit der Pistole seines Vaters, dem Selbstmord, den vielen toten Schüler in der Klasse, der Beerdigungsszene und den Toten, die sich im Nachhinein entschuldigen, dann doch nur geträumt. Tobias springt auf, legt die Pistole zurück, zerreißt seinen Abschiedsbrief und tut das einzig Richtige: Er sucht sich Hilfe.

In über 20 Einzelszenen haben die Schüler ihr Stück verpackt, das sie im zweiten Durchgang für den guten Zweck auf die Bühne gebracht haben. Begonnen hatte alles im September 2013. Die ersten erfolgreichen Aufführungen folgten im Frühjahr dieses Jahres. Für den Verein Aktion Kinderhilfe (AkKi) sind bei „Zahltag“ 526 Euro zusammengekommen.



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